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30. Januar 2009 | Roland Bunten bis auf Weiteres Festival-Manager

Klaus-Peter Kleiner: Abstoßendes Posten-Geschachere

Konstanz (gro) In einer teilweise turbulenten Sitzung ist es am Donnerstagabend im Gemeinderat zu einer ganzen Reihe von emotionalen Ausbrüchen gekommen. Auslöser war der jüngste ratsinterne Wechsel des ehemaligen Neue-Linie-Stadtrats Frieder Schindele zur SPD. Sein Übertritt machte eine von Jürgen Wiedemann (Neue Linie) eingeforderte, im Kommunalgesetz verankerte Auszählung (nach d’Hondt) nötig, auch, als es um die Besetzung eines Postens im Verwaltungsrat der Sparkasse Bodensee ging. Daraus wiederum entstand zunächst ein Unentschieden. Ein von Hauptamtsleiter Roland Bunten schon vorbereiteter Losentscheid begünstigte die Freien Wähler. Klaus-Peter Kleiner von der CDU fand das Geschacher um Posten und Sitze abstoßend und erklärte spontan seinen Rückzug aus zwei Nebengremien des Gemeinderats.

Frustrierendes Hin und Her

Angesichts des „frustrierenden Hin und Her“ stellte Kleiner seine Zusatzämter im Beirat der Stadtwerke und als Mitglied der Wessenbergschen Vermächtnisstiftung zur Verfügung. Dies wiederum machte zusätzliche Wahlgänge erforderlich. Beide Sitze werden nun von den Freien Wählern in Beschlag genommen. Kleiner wurde im dornroeschen.nu mit den Worten zitiert, er habe das Posten-Geschachere “zum Kotzen” gefunden. Das habe er vielleicht gedacht, korrigierte Klaus-Peter Kleiner gestern. Gesagt habe er so etwas nicht.

SPD war gegen den Automatismus

Bis zur Mitte der gegenwärtigen Wahlperiode hatte Jürgen Leipold (SPD) das Amt im Aufsichtsgremium der Sparkasse Bodensee innegehabt. In der zweiten Hälfte der Wahlperiode, so war man überein gekommen, sollte der Sitz an die Freien Wähler gehen. Das geschah auch, Walter Pilz versah das Amt. Doch Pilz zog sich aus dem Gemeinderat zurück. Bei der FWG ging man davon aus, dass ihr der Sitz aber weiter zustehe. Doch die SPD-Fraktion mochte einem solchen Automatismus nicht zustimmen. Umso weniger, als sich die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat verschoben hatten. Darum wurde streng nach Vorschrift verfahren. Wobei es am Ende Horst Frank vorbehalten war, die Glücksfee zu spielen, als es schliesslich um die Auslosung des Sitzes ging, den nun Jürgen Faden von der FWG innehat.

SPD-Vorschlag zurückgewiesen

Von mehr oder weniger wilden Gefühlen aufgeladen war die Stimmung im ehemaligen Zunfthaus der Salzhändler auch, als das Verkehrskonzept für das Projekt Konzert- und Tagungshaus zur Debatte stand. Erwartungsgemäss wurde dabei der Vorschlag der SPD abgelehnt, für die Erschliessung des Grundstücks auf Klein Venedig auf ein umfangreiches Parkhaus samt Tunnel zu verzichten und stattdessen kompromisslos auf öffentlich verfügbare Verkehrsmittel zu setzen.
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Mehrheit Für Parkhaus und Tunnel

Die Mehrheit des Stadtparlaments will die bestehenden, etwa 800 Autoabstellplätze im Hafenareal zusammengefasst und künftig in einem Parkhaus gebündelt wissen, das etwa 500 Stellplätze umfassen würde. Man verlangt von allfälligen Architektur-Wettbewerbern, dass sie entsprechende Lösungen anbieten. Die SPD musste sich gegen die Unterstellung wehren, dass sie mit ihrem Sondervorschlag nichts anderes im Sinn habe, als das Projekt Konzert- und Tagungshaus auf Klein Venedig zu torpedieren.

Eine Wahl ist vertagt worden

Hauptamtsleiter Roland Bunten muss sich dagegen darauf einrichten, mindestens noch eine Weile um die Vorbereitung des Jubiläums „600 Jahre Konstanzer Konzil“ besorgt zu sein - bis sich irgend wann doch noch eine ebenso überzeugende wie gesunde Fachkraft findet, die das vierjährige Gedenken ab 1414 zu einem anhaltendem Weltereignis zu gestalten vermag. Eigentlich sollte am Donnerstag eine Festival-Geschäftsführerin gewählt werden. Doch nur eine der drei verbliebenen Kandidatinnen war erschienen. Eine zweite hatte sich krank gemeldet, die dritte Kandidatin ihre Bewerbung zurück gezogen. Da wurde die Wahl vertagt.



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Ein Kommentar

  1. 1. Winfried Kropp | http://www.spd-konstanz.de/

    Achthundert Parkplätze sollen auf dem Hafenareal verteilt sein? Da ist wahrscheinlich eine Null zuviel.

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