Nicht nur mit Schiffchen nach Klein Venedig
Konstanz (gro) Die SPD-Fraktion des Gemeinderats begibt sich auf die Suche nach dem bestmöglichen Verkehrskonzept für die Stadt. Die Bürgerschaft ist eingeladen, an dieser Suche teilzunehmen. Zum Auftakt ist heute Montag um 20 Uhr ein Diskussionsabend im Hotel „Barbarossa“. Dabei bekommt Frieder Schindele Gelegenheit, noch einmal seine Idee darzulegen, das geplante Musik- und Tagungshaus auf Klein Venedig mit Schiffen anzusteuern – allerdings nicht nur mit Schiffen.
Den Verkehr weit draussen abfangen
Schindele, der zum Jahresbeginn von der Neuen Linie zur SPD übergewechselt ist, geht es, wie er wiederholt betonte, in erster Line darum, eingefahrene Vorstellungsmuster aufzubrechen und die Frage der Verkehrsbelastung mit „neuen Denkansätzen“ anzugehen. Schindele plädiert dafür, den Autoverkehr an den Toren des Stadtgebiets abzufangen und die Konzert- und Tagungsteilnehmer von dort direkt Klein Venedig zuzuleiten, und zwar mit allen Mitteln des öffentlichen Nahverkehrs, auch, und zwar als besondere Attraktion, mit direkt verkehrenden Taxischiffen.
Zu Lande und zu Wasser nach Klein Venedig
Einen geeigneten Auffangplatz für den Verkehr hat Schindele südlich beim Schänzle, am nördlichen Brückenkopf der neuen Rheinbrücke entdeckt. Von dort, so sieht es Schindele, könne das Publikum zu Lande und zu Wasser nach Klein Venedig gelangen. Dann könne auch auf einen teuren Tunnel verzichtet werden, der für eine Unterquerung der Bahngeleise vorgesehen ist. Dies und noch einiges mehr wird Stadtrat Schindele in einem so genannten Impulsreferat darlegen.
Gegner finden Schindeles Vorschlag „weltfremd“
Schindeles Vorschläge fanden im Gemeinderat keine Mehrheit. Gegner verweisen unter anderem darauf, dass ein laufender Konzert- und Tagungsbetrieb eine ungehinderte Zufahrt für Rettungsdienste erforderlich mache. Dies aber sei nur gewährleistet, wenn Klein Venedig über eine Brücke oder durch einen Tunnel zu erreichen sei. Es sei im Übrigen weltfremd, ein Konzert- und Tagungszentrum, das mit dem Auto gar nicht erreichbar ist, erfolgreich betreuen zu wollen.
„Vor grossen Herausforderungen“
In einem zweiten Referat wird der Architekt und Stadtplaner Andreas Rogg zum Thema „Stadt am See“ für Impulse sorgen. Beide Kurzvorträge sollen darauf einstimmen, dass die Konstanzer Innenstadt angesichts der geplanten Entwicklung laut SPD-Fraktion „vor grossen Herausforderungen“ steht. Dabei gehe es darum, Irrwege zu vermeiden – und eben die richtigen Konzepte zu finden. Foto: Frieder Schindele | TMW





