Korsettstangen für die Ausschreibung auf Klein Venedig
Konstanz (gro) Viel Spielraum wird den den Planern nicht bleiben: Die Vorgaben für das projektierte Konzert- und Kongresszentrum auf Klein Venedig erinnern kommunalpolitische Beobachter an Korsettstangen. Dies gilt nicht nur für den knapp bemessenen Kostenrahmen, sondern auch für das Raumkonzept und nicht zuletzt für die Regelung des Verkehrs. Die sehr weit gehenden Vorgaben könnten die zuletzt breite Zustimmung des Gemeinderats beeinträchtigen.
Kritischen Befürwortern die Laune verdorben
Am Donnerstag dieser Woche soll das Stadtparlament zwar noch nichts zur Verkehrsfrage beschliessen. Da im Vorfeld der Beratung aber deutlich wurde, dass Verwaltung und Beurteilungskommission den Planern extrem wenig Spielraum für allfällige Alternativen einräumen und sich so weit wie irgend möglich auf bestehende „Beschlusslagen“ stützen, ist bei etlichen, eher kritisch gestimmten Befürwortern die Laune derzeit ziemlich schlecht.
Missmut bei den Sozialdemokraten
Ein gewisser Missmut, hat, wie man hört, vor allem innerhalb der SPD-Fraktion um sich gegriffen. Besonders nachhaltig dazu beigetragen habe, wie man weiter hört, dass inzwischen klar geworden sei, wie unnachgiebig Verwaltung und Kommissionsmehrheit an einem Parkhaus für 500 Pkw und an einem Tunnel zur Unterquerung der Bahngeleise festhalten wollen, und dies, obwohl selbst erfahrene Fachleute der Kongressbranche ein solch gross dimensionertes Parkhaus nicht für nötig hielten.
Gesamtkosten bei 55 Milli9onen Euro
Die Stadt Konstanz veranschlagt die Baukosten für das Konzert- und Kongresshauses auf Klein Venedig mit 38 Millionen Euro. Hinzu kämen zehn Millionen Euro für die Planung und Gestaltung der Fläche zehn Meter um das Gebäude, ferner acht Millionen Euro für die Unterführung, 6,2 Millionen Euro für die Erschließung und die restlichen Außenanlagen auf Klein Venedig sowie eventuell 1,2 Millionen Euro für die Einfahrt von Kreuzlingen her in die Parkanlage. Für das vorgesehene Hotel neben dem Konzert- und Kongresshaus hätte der Hotelinvestor das finanzielle Risiko selbst tragen. Die Verwaltung geht davon aus, dass auch das Parkhaus als privatwirtschaftliches Projekt gebaut und betrieben würde.
Das Haus böte die standesgemässe Spielstätte
Das Haus auf Klein Venedig würde der Philharmonie Konstanz endlich die langersehnte, standesgemässe Spielstätte bieten. Im Bereich der sogenannten U-Musik, so ein massgebliches Gutachten der Congress Center Management (Mannheim), könne mit einer Nachfrage von insgesamt rund 100.000 Konzertbesuchern pro Jahr gerechnet werden.
„Richtig, wichtig und möglich“
Die Idee eines Konzert- und Kongresshauses für Konstanz beschäftigt die Konstanzer Bürgerinnen und Bürger seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Es gab viele Anläufe, ein solches Vorhaben zu verwirklichen. Sie blieben alle erfolglos. Über 100 Jahre später, so merkt die Stadtverwaltung hoffnungsvoll an, „steht die Entscheidung über den Bau eines Konzert- und Kongresshauses erneut auf der Tagesordnung“. Und die Rahmenbedingungen für die Verwirklichung des Projekts seien „besser denn je“. Im Übrigen hätten „alle Untersuchungen gezeigt, dass ein Konzert- und Kongresshaus für die Stadt Konstanz richtig, wichtig und möglich ist und der Stadt zukunftweisende Impulse gibt“.





