Rauf auf die Liste - und doppelt wieder runter
Konstanz (gro) Kuriosum bei der letzten Listenaufstellung für die Gemeinderatswahlen: Auf der Liste Frank & Freie, Bunte Liste (F&F) stehen zwei Namen, die dort mit Sicherheit wieder verschwinden werden, die Namen von Frank Dreyer und Kristine Kiel. Die beiden Kandidaten standen zuvor schon auf dem Wahlvorschlag der Linken Liste (LLK), wollten dort nach internen Differenzen ihre Kandidatur zurückziehen, wurden aber – entgegen ihrem Wunsch - nicht von der Liste genommen. Durch die Doppelkandidatur erzwingen Kiel und Dreyer nun ihren eigenen Rückzug. Dem Wahlleiter bleibt gar nichts anderes übrig, als die Kandidatur der beiden unwillig gewordenen Bewerber auf beiden Listen für ungütig zu erklären.
Ersatzbewerber sind schon nominiert
Klaus Frank und seine Mitstreiter sorgten vor und nominierten zwei Ersatzbewerber; auf die frei werdenden Plätze 39 und 40 werden Jonas Reuter und Eva Herbert nachrücken. Dem Wahlamt ist dies bereits signalisiert worden. „Ich habe mich bei den zuständigen Stellen im Vorfeld kundig gemacht“, versichert Anwalt Frank. Alles sei „rechtlich abgesichert“. Mit der doppelt gemoppelten Kandidatur habe er Kristine Kiel und Frank Dreyer die Möglichkeit geschaffen, auf juristisch einwandfreie Weise von der Kandidatenliste der Linken gestrichen zu werden.
Bei der SPD rückt Winfried Kropp unfreiwillig nach vorne
Auf einen vergleichsweise ganz normalen Vorgang geht dagegen eine kleine Änderung auf der Liste der SPD zurück. Winfried Kropp hatte sich bei der Aufstellung der Liste wie schon vor fünf Jahren um den letzten Platz, den Platz 40 der Liste beworben. Doch inzwischen musste Kropp seinen Lieblingsplatz räumen. Denn eine Bewerberin zieht weg und musste ihre Kandidatur rückgängig machen. Die vorsorglich als Ersatzbewerberin nominierte Hella Dahlmann rückt nach, allerdings auf Platz 40 - und Winfried Kropp ist nun gehalten, sich für die Kommunalwahlen am 7. Juni auf Platz 39 möglichst gewinnbringend einzurichten.






Lieber Erich Gropper,
bevor ein Journalist seinen Bleistift spitzt und anfängt zu schreiben, sollte er sich sachkundig machen über die Dinge die er schreibt. Wenn du das bei diesem Artikel gemacht hättest, dann wüsstest du, dass man nicht so aus Jux und Dollerei eine Zustimmungserklärung für die Kandidatur auf einer Liste unterschreibt und das dann später wieder rückgängig machen will. Diese Zustimmungserklärung gilt nämlich unwiderruflich, damit nicht ein paar pubertäre Spassvögel Wahlvorbereitungen als Spiewiese benutzen. Also nächstes Mal vorher kundig machen!!
Bernhard Hanke
Lieber Bernhard Hanke, wenn Du mal auf Eure eigene Kandidatenliste schaust, wirst Du feststellen, dass es sehr wohl Leute gibt, die wohl nur aus Jux und Dollerei kandidieren. Ich denke z.B. an die Helden auf Platz drei und vier, deren Befähigung für so etwas ziemlich gegen null geht. Ausser der Mitarbeit an einem ziemlich spätpubertären Internetblog mit autoritärer Kommentarverweigerung haben die, so heisst es, nur Republikflucht und grossen Durst als Qualifikation aufzuweisen. Reicht das bei den Linken schon aus? Ich hoffe, nicht!
Die beiden Kandidaten scheinen mir keine Spaßvögel zu sein; es wird etwas anderes dahinterstecken, ein Kalkül. - Erst lassen sie sich auf die Linke Liste setzen (völlig freiwillig), bestätigen das mit ihrer Unterschrift. Nach einiger Zeit wollen sie, aus welchen Gründen auch immer, die Kandidatur zurücknehmen, was nun aber nicht mehr geht. Da weiß Rechtsanwalt Frank (der ja um die Kandidatur auf der Linken Liste gewußt haben mußte!) einen Weg. Die beiden sollen doppelt kandidieren, was automatisch dazu führt, daß sie auf beiden Listen gestrichen werden. Der Frank-Liste macht das nichts aus, sie hat Ersatzkandidaten, die Linke Liste nicht, ihr fehlen jetzt zwei Kandidaten, ein nicht unerheblicher Nachteil. Die beiden Pseudo-Kandidaten haben ihr Ziel erreicht, mit der gütigen Hilfe von Anwalt Frank. Andererseits: Die Linke Liste sollte froh sein, solche Leute los geworden zu sein!
Herr Lindner, ich bitte Sie. Die Zwei werden schon einen Grund haben, auch durch taktische Mittel aus der linken Liste ausscheiden zu wollen. Und es wird wohl auch Gründe haben, warum kaum einer in diesem Verein mitmachen will. Da hilft nur Selbstkritik, was aber in so einer dogmatischen Zusammenrottung von vordringlich Altkommunisten und Ewiggestrigen schwierig sein dürfte. Mal drüber nachdenken …