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24. April 2009 | Mehrheit für Konzerthauspläne

Parkhaus kostet 8 Stimmen

Konstanz (gro) Das Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig soll so ausgeschrieben werden, wie es zuletzt geplant worden ist: mit einem recht umfangreichen Parkhaus, in dem 500 Pkw Platz finden sollen. Das hat am Donnerstagabend, wie erwartet, die 8 Stimmen der SPD-Fraktion gekostet. Es reichte trotzdem. Mit 24:15 Stimmen, darunter auch das erneute Ja von Oberbürgermeister Horst Frank, stimmte die Mehrheit der anwesenden Ratsmitglieder für den Vorschlag der Verwaltung. Der bürgerliche Block mit CDU und Freien Wählern war geschlossen dafür, hinzu kamen die Stimmen einiger Freier Grüner sowie die der Einzelkämpfer Heinrich Everke (FDP) und Jürgen Wiedemann (Neue Linie).

Wenn sich die Ansichten wandeln

Die Grünen zeigten sich erneut gespalten und Vera Hemm von der Linken Liste blieb ihrem Nein ebenso treu wie die komplette SPD-Fraktion, die ihre Ablehnung mit Hinweis auf das Verkehrskonzept angekündigt hatte Zur SPD gehört seit Jahresbeginn auch Frieder Schindele. Nachdem der Neusozialist in der Parkhausangelegenheit sein bevorstehendes Nein erklärt hatte, liess es sich dessen einstiger Gesinnungsfreund Wiedemann nicht nehmen, an frühere, verkehrsfreundlichere Ansichten Schindeles zu erinnern. Auf der anderen Seite hatte Schindele schon früh, also schon zu seinen persönlichen Neue-Linie-Zeiten, immer wieder – auch im Hinblick auf den anstehenden Bürgerentscheid - für ein neues Denken in Sachen Verkehrsanbindung plädiert und dabei auch ein Wassertaxi ins Spiel gebracht.

Ein grundsätzliches Missverständnis

Tatsächlich stand die gestrige Entscheidung, wenn nicht unter dem Schatten des Misstrauens, so doch unter der Belastung eines grundsätzlichen Missverständnisses. Vor allem bei der CDU, aber auch bei Teilen der Freien Wähler wurde und wird der SPD unterstellt, sie instrumentalisiere die Parkhausfrage, um ihre grundsätzliche Ablehnung des Projekts auf Klein Venedig zu verschleiern. Dagegen wird von allen SPD-Stadträten, auch von Schindele, ausdrücklich betont, man sei im Grunde nach wie vor gegenüber einem Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig positiv eingestellt, aber ebenso entschieden gegen die geplante Verkehrslösung mit Tunnel und Parkhaus für 500 Autos. Zum Vergleich: Das Parkhaus auf dem Augustinerplatz nahe Karstadt fasst 300 Pkw.

Schon heute 300 Parkplätze auf Klein Venedig

Die Befürworter von Tunnel und Parkhaus können wiederum darauf verweisen, dass es bereits heute um die 300 Parkplätze auf Klein Venedig und im angeschlossenen Hafengebiet gibt, unter anderem auf dem Gelände der stadteigenen Schiffsbetriebe. – Nun können bis Oktober unternehmungslustige, Europa-weit engagierte Architekten und Bauunternehmen ihre Angebote abgeben, und zwar für ein Projekt, dessen Budget mit 48 Millionen Euro festgeschrieben ist (ohne die Kosten für Parkhaus, Kongresshotel und Tunnel). Dafür wurden im Vorfeld bereits 6 leistungsfähige Firmen ausgesucht, deren Namen noch nicht bekannt gegeben wurden. Das allerletzte Wort werden die Bürger haben, die voraussichtlich noch im Laufe des kommenden Winters über den dann ergangenen Projektbeschluss des Gemeinderats abstimmen werden.



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2 Kommentare

  1. 1. Kultur

    Es ist zum verrückt werden. Haben denn die Stadtplaner nichts anderes im Kopf, als die hässlichen, grauen Parkhäuser in schönster Seelage zu bauen? Parkende Autos brauchen keine Seesicht, deshalb werden zum See hin auch nur Schiesschart ähnliche Beleuchtungsschlitze eingebracht. Die Autos und ihre Parkhäuser gehören an die Einfahrt der Stadt.
    - Überplant endlich das „Hüttendorf“ am Hafen als Gesamtkonzept. Ein Seelifeklotz ist bereits zu viel.
    - Baut die Parkbunker nicht an die Sahneseite der Stadt. Hier wollen Menschen leben und aus dieser einmaligen Lage den See erleben.
    Gute Städteplaner braucht die Stadt.

  2. 2. Nabholz

    Soll wegen ein paar Parkplätze, die vor allem für Anwohner in der Stadt fehlen, das ganze Projekt gekippt werden? Ausserdem kommt das KKH nicht direkt an den See,sondern mindestens 300m davon weg.Das ganze Festgelände bleibt erhalten.Pläne mal genau anschauen!

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