Die letzte grosse Nacht mit Elias und Aris
Konstanz (gro) Party United – das ist diesmal nicht nur der traditionelle Tanz in den Mai mit 14 Partys an 14 Locations. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag, dem 1. Mai, ist auch „The Last Night“ für Elias Karajiannis (Bild), den Griechen, der im Theatercafé vor 6 Jahren verantwortlich anheuerte und „Das Café“ zusammen mit seinem Bruder Aris übernahm. Die Zeit der Griechen läuft ab. Unter dem Motto „Deep-Down To The Funky Heights feat. DJ Sven Friese” geht diese Ära nun zuende. Elias widmet sich ab kommender Woche ganz seiner neuen Firma namens „karajan-events + touch music”, Aris ist bereits seit etlichen Monaten wieder in seinem Beruf als studierter Installationstechniker tätig.
Donaths Rückkehr an die Konzilstrasse
Die Griechen, übrigens fast durchweg eingefleischte Rockfans, ziehen sich zurück und machen den Weg frei für die Wiedergeburt eines gastronomischen Dreh- und Angelpunkts made by Donath Heppeler: Bald soll das Theatercafé erneut wegweisend sein für Stil, Qualität und Erlebnis. Dafür wird zunächst einmal gründlich erneuert. Der Umbau dürfte, wie man hört, mindestens zwei Monate dauern. „Das Café“ wird sich dabei auf der sonnigen Rückseite des angestammten Anwesens ein Stück weit in die Hofhalde hinein ausdehnen.
Schnell reichlich international
Als Donath Heppeler das Theatercafé in Alexander Stiegelers Haus an der Konzilstrasse 1985 eröffnete, entwickelte sich „das Café“ schnell zu einem von Internationalität geprägten Treffpunkt der Konstanzer Szene. Montags überwogen die Latinos mit Kubanern, Brasilianern und anderen süd- und mittelamerikanischen Gästen, in der Mitte der Woche war die Gästeschar mit Tänzerinnen und Tänzern afrikanischer Provenienz durchsetzt, gegen die Wochenenden hin machten sich gewöhnlich die Griechen und ihr Anhang stärker bemerkbar. Das Personal ist bis heute ausgesprochen international, wobei sowohl bei den Gästen als auch unter den hilfreichen Mitarbeitern die Zahl der Russinnen und Russen deutlich zugenommen hat.
Gesellschaftlicher Treffpunkt und logistischer Mittelpunkt
Das Theatercafé entwickelte sich nach seinen Anfängen in den 80-er Jahren nicht nur zu einem beliebten Treffpunkt, sondern auch zu einem logistischen Mittelpunkt der unterschiedlichen gastronomischen Unternehmungen Donath Heppelers. Im „Café“ erkundigte man sich über Programm und aktuelle Speisekarte auf der inzwischen legendären „Kempten“, im „Café“ gab es die teilweise heiss umkämpften Billetts fürs „Tropical-Boot“ zu kaufen, hinzu kam die Reservierungsmöglichkeit für sagenhafte Events auf der „Baden“. „Das Café“ war so etwas wie der Kern, die Ursprungszelle für „Boot“, „Hafenhallen“, „Bottighofen“, „Rheinterrassen“ und für das eine oder andere chouragierte Projekt in Havanna, Rio und Bahia.
Viele haben’s nachgemacht
Für etliche Gastronomen waren Donaths Unternehmungen stilbildend. Und folglich wurde er immer wieder nachgeahmt. Den aus dem Donautal zugewanderten Unternehmer hat das nie gestört. Im Gegenteil. Einerseits sah er sich bestätigt. Andererseits gab es ihm den Ansporn, mit immer wieder neuen Ideen „anzugreifen“, wie er sich gerne ausdrückte. Und genau das führt er jetzt wieder im Schilde mit der Wiedergeburt des „Cafés“ als wegweisendem Szenelokal.
Die Griechen bleiben unvergessen
Die Griechen werden unvergessen bleiben. Erstens haben sie die Konstanzer Szene um Donath Heppeler mitgeprägt. Zweitens machen sie ohnehin weiter von sich reden. So hat Elias seinen Vater Nikolaos Karajiannis, einen gelernten Bühnenmaler, für mehrere erfolgreiche Kunstausstellungen in Konstanz gewonnen. Und Theo Sarchosidis, etliche Jahre so etwas wie die gute Seele des „Cafés“, hat im März dieses Jahres in Thessaloniki an der Hafenpromenade ein edles Café-Restaurant der internationalen Reihe „Code Vinum“ eröffnet. Als Küchenmeister fürs „Code Vinum“ gewann Theo den lange als Koch im „Café“ und in der „Rheinterrasse“ tätigen, aus Kolumbien stammenden Alberto. Inzwischen bescheinigte ein Grosskritiker der griechischen Gastroszene dem „Code Vinum“ herausragende Qualität. Ehrensache, dass es Theo Sarchosidis einrichten will, bei der Neueröffnung des Theatercafés im kommenden Sommer dabei sein zu können. Foto: Frieder Schindele | TMW
Wer sich fürs „Code Vinum“ in Saloniki interessiert: http://koparanis.blogspot.com/2009/03/code-vinum.html







