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17. Juni 2009 | Sperrzaun Wiesenstrasse verschwindet

Stadelhofen wird endlich durchlässig

Konstanz/Kreuzlingen (gro) Stadelhofen kann endlich wieder zusammenwachsen; Stadelhofen, so heisst der südliche Stadtteil von Konstanz, der bis ins ausgehende Mittelalter hinein einen grossen Teil der heutigen Stadt Kreuzlingen umfasste. Zur Zeit endet Stadelhofen, das im Norden von der Bodanstrasse begrenzt wird, an der Schweizer Grenze. Nun werden weitere Strecken des Grenzzauns abgebaut. Auch der Sperrzaun, der sich über die Wiesenstrasse zieht, verschwindet demnächst.

Auch eine symbolische Bedeutung

Dass die Wiesenstrasse grenzüberschreitend durchlässig wird, hat nicht nur praktische, sondern auch symbolische Bedeutung. Denn es ist wahrscheinlich die einzige Strasse, die diesseits und jenseits der deutsch-schweizerischen Staatsgrenze den gleichen Namen hat.


Deswegen ist ein kleines Fest zu erwarten, wenn das seit Jahrzehnten als höchst unpassend empfundene Hindernis im Herzen Europas endlich verschwindet.

Abkommen am 18. Dezember unterzeichnet

Möglich macht diesen Fortschritt ein am 18. Dezember unterzeichnetes Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU). Darin ist festgeschrieben, dass sich die Eidgenossenschaft den in Dublin und Schengen vereinbarten Regelungen anschliesst, wie mit dem grenzüberschreitenden Verkehr zu verfahren ist.

In der Praxis enorme Erleichterungen

In der täglichen Praxis führt das zu enormen Erleichterungen. Denn im grenzüberschreitenden Verkehr mit der Schweiz fallen zum Beispiel Personenkontrollen weitgehend weg. Die Freizügigkeit hat allerdings auch Grenzen. So wird die Wiesenstrasse zwar für Fussgänger und Radfahrer geöffnet, nicht aber für Kraftfahrzeuge. Fotos: Frieder Schindele | TMW



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3 Kommentare

  1. 1. DetlevKuentzel

    Beim ersten Foto sieht es eher so aus, als wenn sich Konstanz die Lohn- und Materialkosten für die Restaurierung eines Kulturgutes gespart hätte: 1x entrosten und neu streichen.
    Vielleicht wird Stadelhofen auch zur Altstadt hinzugerechnet und mit der Niederburg, dem Bahnhofs-Areal und Klein-Venedig städtebaulich restauriert, damit keine Neidgefühle aufkommen. Das Thema Pflastersteine ist in Konstanz immer eine Schlagzeile wert.

  2. 2. DetlevKuentzel

    Vielleicht wird das Zusammenrücken auch als politische Herausforderung verstanden.
    Ein vergleichender Wettbewerb kann dem Oberzentrum auch nützen.

    In Betrieben nennt man es als Einstellung “Benchmarking” und hat auch etwas mit “Kennzahlen” zu tun. Dort geht es allerdings eher um Prozesse, hier evtl. um Verwaltungsverordnungen.
    Es ist auch für mich spannend, eigene Schwächen zu analysieren und den Abstand möglichst zu verringern.

  3. 3. DetlevKuentzel

    Das gibt sicherlich noch viele interessante Geschichten und Beobachtungen von dieser multikulturellen Straße.
    Vielleicht sogar die SWR-Version von “Lindenstrasse”.

    Eigentlich sollte das Projekt Stadelhofen von der EU gefördert werden.
    Wer zuerst wieder den Zaun oder eine Mauer fordert, darf nicht mehr in der Straße wohnen.

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