Dornröschen » Blog Archive » „Dieser Mann muss Bewegungsfreiheit haben“
Leserkommentare
 
Sponsoren
23. Juli 2009 | Allweiss zur Platzierung von Jürgen Wiedemann im Gemeinderat

„Dieser Mann muss Bewegungsfreiheit haben“

Konstanz (gro) Von der bürgerlichen Mitte hält Jürgen Wiedemann gar nichts, jedenfalls nicht soweit es die Sitzordnung im Ratssaal betrifft. Der Stadtrat der Neuen Linie (NLK), auch im neu gewählten Stadtparlament ein Einzelkämpfer, will unbedingt an den Rand der gemeinderätlichen Tafelrunde. Im Süden der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) und in greifbarer Nähe des Pressetisches – da lasse es sich aushalten, sagt Wiedemann. Und ein eher links von der Mitte zu verortender Ratskollege gibt ihm recht: „Der Wiedemann“, sagt Werner Allweiss von der Freien Grünen Liste (FGL), „war schon immer für markante Positionierungen gut, dieser Mann muss mehr Bewegungsfreiheit haben.“ Das Hauptamt hat Wiedemann genau zwischen CDU-Fraktion und Freien Wählern eingeordnet. Über die Sitzordnung des neuen Gemeinderats wird heute entschieden.

Roland Buntens erste Witterung

Roland Bunten hatte es gut gemeint. Der Leiter des kommunalen Hauptamts, zuständig für Bestückung und Organisation der zahlreichen kommunalen Gremien, war nach Aufnahme erster Witterungen im Anschluss an die Kommunalwahlen vom 7. Juni davon ausgegangen, dass sich die CDU-Fraktion erfolgreich um Wiedemann bemühen werde. Da war es nur logisch, dass er Wiedemann unmittelbar neben die CDU-Fraktion setzte, auf der anderen Seite die Freie Wählergemeinschaft. So geriet Wiedemann planmässig ins Zentrum des so genannten Bürgerlichen Blocks von CDU und FWG.

Mit dem Schiff in Richtung Eintracht

Die CDU sah die vom Hauptamt vorgesehene Anordnung, wie Alexander Fecker schmunzelnd einräumt, „durchaus positiv“. Die Christdemokraten, die zuletzt wegen der Wiedemann-Frage reichlich zerstritten gewirkt hatten, fanden spätestens am vergangenen Sonntag wieder einträchtig zusammen, und zwar während einer Schifffahrt mit anschliessender Einkehr auf der Haltnau. Man begoss die Harmonie, die sich auch darin ausdrückte, dass Alexander Fecker erneut zum Fraktionsvorsitzenden, Wolfgang Müller-Fehrenbach und Roger Tscheulin zu seinen Stellvertretern bestimmt wurden.

Im Hintergrund die Mehrzweckwaffe

Ohne die geringsten Kalamitäten liess sich auch bei den Sozialdemokraten die Führungsfrage regeln. Erwartungsgemäss führt Jürgen Leipold auch künftig die SPD-Rathausfraktion, Hanna Binder ist seine Stellvertreterin. Und Brigitte Leipold steht im Hintergrund nach wie vor als multifunktionale kommunalpolitische Mehrzweckwaffe zur Verfügung. Ganz zu schweigen von dem Mediziner Jürgen Puchta, Kindersozialarbeiterin Sonja Hotz und Wohnungspolitiker Herbert Weber.

Linke Liste will gleich abstimmen lassen

Vera Hemm und Holger Reile, die beiden ganz Linken von der Linken Liste Konstanz (LLK) werden in der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats am heutigen Donnerstag beantragen, die Zahl der Ausschussmitglieder in den vorbereitend arbeitenden, gemeinderätlichen Gremien von stattlichen 13 auf sage und schreibe 18 Personen zu erhöhen. Die beiden hätten dann die Möglichkeit, in eben jenen Ausschüssen tatkräftig mitzuwirken. Tatsächlich liegen die Chancen nahe null, für einen entsprechenden Antrag die erforderliche Mindestmehrheit von 21 Stimmen zusammen zu bringen. Das sieht man so auch bei der Linken Liste. Deshalb, so sagt Vera Hemm, soll über diesen Antrag vorneweg und grundsätzlich abgestimmt werden. Dann spare man sich die sonst nötigen, vielen Abstimmungen zu jedem einzelnen Ausschuss.

Heinrich Everke vorneweg

Die Freidemokraten (FDP), die von 1 auf 4 Sitze explodiert sind, setzen auf die bewährte kommunalpolitische Kraft des Arztes Heinrich Everke, der im Alleingang und sicher auch dank stilsicherer Plakataktionen so überzeugend reüssierte. Klar, dass er nun Fraktionsvorsitzender der Liberalen ist, seine Stellvertreterin ist die Rechtanwältin Tatjana Wolf. Sie wird mit Sicherheit stets gut unterstützt werden von Baumeister Johannes Hartwich und Medizinmann Michael Fendrich.

Weiter mit Kreitmeier und Allweiss

Bei den Freien Grünen, die zur stärksten kommunalen Kraft im 40-köpfigen Parlament der Stadt Konstanz herangewachsen sind, machen Christiane Kreitmeier (als Sprecherin) und Werner Allweiss (als Kreitmeiers Stellvertreter) gerade so weiter wie bisher. Übers Jahr gibt es bei den Grünen, wie immer nach 12 Monaten, ohnehin einen turnusgemässen Wechsel an der Spitze der Fraktion.

Mit Venedey im Hintergrund

Ewald Weisschedel führt die Freien Wähler in die kommunalpolitischen Bemühungen und Auseinandersetzungen der kommenden Jahre. Weisschedels engster Mitstreiter ist auch in der nun angebrochenen, neuen Amtsperiode der kampferprobte Jürgen Faden. Eher im Hintergrund dürfte neben anderen Kräften vor allem Anselm Venedey für logistische Unterstützung sorgen.

Linke Liste, F & F und Neue Linie

Ähnlich unkompliziert geht es auch zu bei der Linken Liste: Vera Hemm und Holger Reile kommen, wie man hört, auch ohne hochoffizielle Sprecher- oder Vorsitznominierungen zurecht. Noch einfacher läuft es bei der Liste Frank & Frei (FuF), wo ausschliesslich Klaus Frank gefordert ist. Ähnliches gilt, wie gesagt, im Hinblick auf Jürgen Wiedemann, der die Ideale der Neuen Linie weiterhin im Alleingang zu verkörpern hat. Foto: Frieder Schindele | TMW



 Kommentieren    Trackback    Drucken

Ein Kommentar

  1. 1. DetlevKuentzel

    In den SWR-Nachrichten wurde erwähnt, daß ein führender SPD-Mann für Stuttgart 21 werben soll und daß ähnliche Großprojekte nur mit deutlicher Mehrheit abgewickelt werden können.
    Da die Stadt große Ziele (Konzil 2014) hat, dürften laute Kontroversen zukünftig eher fehlen.

Neuen Kommentar schreiben ...