Nochmals zusätzlicher Millionenbetrag fürs Klinikum
Konstanz (gro) Die Kostensteigerung geht weiter: Der Gemeinderat soll am Donnerstag einen weiteren, zusätzlichen Millionenbetrag für die Modernisierung des Klinikums gutheissen. Das Geld, es sind 1,4 Millionen Euro, wird benötigt für den Ausbau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). Mit dieser Einrichtung sollen Patienten nachhaltig ans Klinikum gebunden und Einnahmen für die ambulante Behandlung, etwa bei der Nachsorge von Operationen, gesichert werden. Die Leitung des neuen MVZ wird eine bislang niedergelassene Konstanzer Fachärztin übernehmen.
Es können leicht 15 Millionen mehr werden
Für die seit Jahren laufende, abschnittsweise voranschreitende Sanierung des Klinikums wurden zuletzt insgesamt 130 Millionen Euro veranschlagt. Mindestens 30 Millionen muss Konstanz aus eigenen Mitteln beisteuern. Es könnten leicht auch 15 Millionen mehr werden, befürchten skeptische Fachleute. Eine erste, Millionen schwere Verteuerung stand vor genau einem Jahr ins Haus, weil die Erweiterung des Klinikums falsch geplant worden war.
Krankenhausplaner mit kühnen Projektierungen
Der Ausbau des MVZ soll sich rentieren. Im so genannten Erfolgsplan des Klinikums sind steigende Erträge ausgewiesen. Dieses Jahr sollen dort fast 175.000 Euro erwirtschaftet werden. Nach dem Ausbau werden es laut der Finanzplanung des Klinikums im Jahre 2013 nahezu 600.000 Euro sein. Die Personalkosten steigen nach diesen Planungen im gleichen Zeitraum von 383.000 (in 2009) auf 25.000.000 Euro (im Jahre 2013). Allein daraus ist ersichtlich, welch kühne Sprünge da beabsichtigt sind.
Anlass für neue Fusionsüberlegungen
Die 1,4 Millionen Euro sollen über einen Kredit aufgebracht werden. Sie werden übernächstes Jahr benötigt, wenn mit dem Ausbau des MVZ begonnen wird. Ob die Planung mit der wirklichen Entwicklung einher geht, kann vorläufig nur gehofft werden. In Singen, zum Beispiel, ist die Planung der vergangenen Jahre nicht aufgegangen. Aktuell fehlen dort derzeit rund 7 Millionen Euro, um das überraschende Defizit des vergangenen Jahres auszugleichen - Anlass, endlich eine Fusion der benachbarten Kliniken ernsthaft in die Wege zu leiten, umso mehr, als anscheinend auch das dem Konstanzer Klinikum angegliederte Krankenhaus Stockach überraschend eine Geldspritze nötig zu hat.





