SPD propagiert die Regelung eins, zwei, drei
Konstanz (gro) In den Dauerkonflikt um die Sperrzeiten für Gaststätten kommt Bewegung: Die SPD schlägt vor, künftig die „Regelung eins, zwei, drei“ zu praktizieren. Dies wurde am Rande der gestrigen, öffentlichen Fraktionssitzung der Sozialdemokraten bekannt. Das würde bedeuten, dass die Lokale in der Altstadt von Sonntag bis Donnerstag (wie bisher) jeweils bis 1 Uhr morgens geöffnet sein dürften, am Freitag bis 2 Uhr (bisher 1 Uhr) und am Samstag (wie bisher) bis 3 Uhr. „Ich denke, damit können sowohl die Gastronomie als auch die Bewohner der Altstadt auch im Sommer ganz gut leben“, sagte Jürgen Leipold. Für die FWG hat, wie man hört, Wessenberg-Wirt Anselm Venedey bereits Zustimmung signalisiert.
Anhaltender Druck auf die Verwaltung
Der Hotel und Gaststättenverband fordert seit Jahren eine Liberalisierung der Konstanzer Sperrzeitverordnung, vor allem für das historische Zentrum, auf das sich in den sommerlichen Monaten das Interesse ausgehfreudiger Touristen konzentriert. Im Zeichen dieses anhaltenden Drucks ist es zu Vorschlägen der Stadtverwaltung gekommen. Was davon bekannt geworden ist, hat zum Teil Kopfschütteln ausgelöst.
Im Hafengebiet soll bis in den Morgen gewirtet werden
So wurde von der Stadtverwaltung vorgeschlagen, die Sperrzeiten im Bereich der Altstadt so zu gestalten, dass die Lokale künftig am Freitag bis 2 oder 3 Uhr morgens geöffnet bleiben können, am Samstag aber nur noch bis 1 Uhr Gäste bewirten dürfen. Zum Ausgleich für die verlängerte Zwangsruhe im Innenbereich des historischen Zentrums sollen samstags sämtliche Lokale im Hafengebiet bis in den tieferen Sonntagmorgen hinein geöffnet bleiben können.
Mehr Spielhallen und Imbissstände?
Dieser Vorschlag zeugt nicht nur nach Ansicht von erfahrenen Kneipengängern von wenig Einsicht in die gastronomische Welt der Stadt. Denn zahlreiche Wirtinnen und Wirte der Innenstadt haben seit Jahren heftig um Kundschaft und Auskommen zu kämpfen, weil sich durch das gigantisch gewachsene Angebot im Hafenbereich die Umsatzmöglichkeiten anderswo stellenweise drastisch verschlechtert haben. Diese Entwicklung könnte zu einem teilweisen Ausbluten der Innenstadt führen – und dazu, dass sich dort noch mehr Spielhallen, Imbissstände und Billigkneipen ausbreiten. Foto: FS | TMW





