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6. Dezember 2009 | Mit A Bomb gings äusserst scharf her in der Münster-Bar

Anselms neue Sosse stellt Schwarze Mamba in den Schatten

Konstanz (gro) Ein Tröpchen auf die Bratwurst, ein Biss – und plötzlich ist die Hölle los: Anselm Venedey schaffte es, dass es in der Münsterbar an diesem Samstag noch schärfer her ging als im vergangenen Jahr, als dort die „garantiert schärfste Bratwurst der Stadt“ serviert wurde. Dafür hatte vor 12 Monaten die „Black Mamba“ gesorgt, eine Art dunkelbrauner Sirup, der in kleinen Flaschen aus Mexiko gegen einen amtlich gültigen Alternachweis eingeflogen wird. Seit dem 2. Advent 2009 ist auch in Konstanz klar: Die US-Amerikaner können im Falle eines Falles tatsächlich noch schärfer sein als die Mexikaner. Aus Los Angeles kommt „The final Answer“, und diese allerletzte Antwort auf die Frage „Wer ist die Schärfste?“ heisst „A Bomb“.

Sie kommt in Fläschchen über den Grossen Teich geflogen

Dass diese höllische Sosse in einem noch kleineren Fläschchen über den Grossen Teich geflogen wird – der Sinn dieser einschränkenden Massnahme erschliesst sich selbst nach einer schier unsichtbaren Kostprobe. „The Bomb“ entpuppt sich als wahrer Hammer. Bei halbwegs sensiblen Zeitgenossen genügt schon der vierte Teil eines Stecknadelkopf grossen Tröpfchens, um einen Schluckauf auszulösen, von nachhaltig brennenden Luft- und Speiseröhren ganz zu schweigen.

Bissige Kommentare zum Sturm im Wasserglas

Anselm Venedey ist jedenfalls der Tradition treu geblieben, seinen Münster-Bar-Tag mit besonderer Schärfe zu begehen. Entsprechend bissig waren die Bemerkungen, die dort im Laufe des Tages zur Konstanzer Kommunalpolitik zu hören waren, mit denen vor allem der Sturm im Wasserglas kommentiert wurde, der, laut „Südkurier“, jüngst das bürgermeisterliche Führungstrio der Stadt erfasst hat. „Um einiges skandalöser“, so hörte man neben aller Bratwurstschärfe, „sei ja wohl, dass die Verwaltung beabsichtige, einen Kredit in Höhe von 20 Millionen neu aufzunehmen, um das Konzertausprojekt trotz knapper gewordener Finanzmittel durchzusetzen.“

Schmerzliche Erinnerungen an kuschelige Strandkörbe

Im Übrigen geht die Münster-Bar am Montag in die zweite Woche ihres 5-jährigen Bestehens, und sie tut das, wie schon vergangenes Jahr, mit vielen engagierten Konstanzerinnen und Konstanzern, mit ihrem eleganten Design von Christoph Bauers Raumwerk und mit dem absurd-trotzigen Strandbar-Image inklusive Wärme versprechender Heukissen und –lehnen. Letztere erinnern einen in diesen Tagen manchmal doch schmerzlich an kuschelige Strandkörbe. Anselms scharfe Sossen bleiben dann ausnahmsweise ein keineswegs befriedigender Ersatz. Fotos: Frieder Schindele | TMW



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