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12. Januar 2010 | Versprengte Ausläufer von Tief Daisy streifen die Stadt

Konstanzer Wintermärchen mit fernöstlichen Konturen

Konstanz (gro) „Na also“, sagte der Lichtbildner in der vergangenen Nacht. Er ist nun doch noch zu Bildern gekommen, die den Winter des Jahres 2010 auch in Konstanz stimmungsvoll in Erinnerung halten werden. Von regelrechten Schneemassen, wie sie andernorts fielen und vom Wind aufgetürmt wurden, kann hierzulande zwar nach wie vor keine Rede sein. Aber die wirbelnden Flocken, die versprengte Ausläufer des Tiefs Daisy nun über Konstanz niedergehen liessen, zauberten manches Wintermärchen herbei. In der Konzilstrasse sogar mit eindeutig fernöstlichem Flair: Das Bild mit dem Buswartehäuschen, das von Meisterhandwerkern aus Wouzhou aufgebaut wurde, könnte genau so gut eine nächtlich winterliche Strassenszene in der chinesischen Partnerstadt festgehalten haben (falls es dort ausnahmsweise tatsächlich einmal schneien würde).

Märchenhaft auch der Münsterplatz, wie jedes Mal, wenn er vom frisch gefallenen Schnee überzuckert wird. Da wirkt sogar die Glaspyramide über den Resten des Römerkastells irgendwie heimelig. Noch steht dort der schöne grosse Christbaum, der von den Münsterbar-Bar-Machern aufgestellt wurde. Doch daneben warten längst aufgebrauchte Bäumchen geduldig auf den Abtransport. Mehr Schnee gibt es vorerst nicht, Daisy ist endgültig nach Osten abgezogen. Ein Hoch namens Bob breitet sich über Deutschland aus, sorgt für anhaltende Kälte und verhindert mindestens bis zum Wochenende den Zustrom milderer und feuchterer Luft vom Altantik her.

Bilder: Frieder Schindele | TMW



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3 Kommentare

  1. 1. Wolfgang Becker aus KN | http://www.wo-becker-kn.de

    All diese Schönheit hat auch ihren Preis.
    So sind die in die Wege eingelassenen Tafeln mit geschichtsträchtigen Daten mehr als glatt und der Räumdienst der Stadt läßt geduldig einen Matsch entstehen, der diese erfolgreich verdeckt. Mich hat es dann in der Höhe des nun geschlossenen Kaufhauses auf den Po gehauen und mein Handgelenk schmertz noch immer. Hätte hier nicht der Schnee vollkommen abgetragen werden müssen, wo dann noch der Weihnachtsmarkt viele Menschen zu einem Gedrängel auf der Marktstätte einlud?
    In meiner Heimatstadt wird in solchen Fällen der Schnee verladen und vor die Stadt gekippt. Eventuell auch übertrieben. Der Mittelweg, der mit Mitteln kostenbewußt umgeht, wäre doch ein schöne Sache.

  2. 2. dk

    Passend zum Wartehäuschen gibt es einen heutigen Artikel “China: Milliarden für die Bahn” bei
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/China-Milliarden-fuer-die-Bahn-901985.html

    Vor kurzem wurde dort die schnellste Bahnlinie der Welt über 1.000 km eröffnet; bis 2020 sollen 16.000 km für Hochgeschwindigkeitszüge für 200 Mrd. Euro geschaffen werden.
    Ob Konstanz nicht auch Endstation der chinesischen Eisenbahnen werden kann?

    Der Werbespruch “Schwarzwälder Bollenhut bzw. Bayerische Lederhose mit Hightech zu verbinden” scheint bis nach Fernost gedrungen zu sein.
    Ob man alles in diesen neuen Dimensionen nachahmen soll?

  3. 3. dk

    Vielleicht hat das chinesische Gastgeschenk auch tiefsinnige Hintergedanken: das Warten als fernöstliche Meditations-Übung. Eine weitere Aktion könnte diese Betrachtung unterstützen: nach “Bye, Bye Google” — nun auch “Bye, Bye Galileo”?

    Wie China die Europäer verärgert
    http://www.thurgauerzeitung.ch/wissen/technik/Wie-China-die-Europaeer-veraergert/story/23489055

    “China startete einen Satelliten für ein eigenes Navigationssystem, das in direkter Konkurrenz steht zu einem europäischen Projekt. Brüssel spricht von einem «ernsten Problem»….”

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