„Soziale Stadt“ bekommt grünen Anstrich
Konstanz (wak) Die Stadt Konstanz plant im Berchengebiet in Wollmatingen die Einrichtung eines Grüngürtels mit einem durchgehenden Nord-Süd-Fußweg und einer Brücke sowie mit Spiel- und Sportplätzen. Der sogenannte „Grüne Bogen†ist Teil des Förderprogramms „Soziale Stadtâ€. Das Programm hatte ursprünglich ein Volumen von 2,5 Millionen Euro. Ein Teil des Geldes stammt von der Stadt, der größere aus Landes- und Bundesmitteln. Bis 2012 kann Konstanz noch eine weitere halbe Million Euro Zuschuss für das Stadtviertel ausgeben. Sollte sie den Zuschuss nicht abrufen,  würde das Geld verfallen.
Öffentliches Grün schafft Lebensqualität
Der sogenannte „Grüne Bogen“ soll im Westen im Zentrum von Wollmatingen beginnen und an der Berchenschule enden. Für die Umsetzung sind Haushaltsmittel in Höhe von 184.000 Euro, davon 120.000 Euro Zuschuss, vorgesehen. Bis Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt bereits 860.000 Euro Zuschuss für die „Soziale Stadt“ im Berchengebiet abgerufen. 
Bauliche Investitionen nicht im Fokus
Das Programm „Soziale Stadt“ ist eine  neue Strategie der Stadterneuerung, bei der es nicht vornehmlich darum geht, baulich-räumliche oder mit Investitionen verbundene Ziele zu verwirklichen. Eine wichtige Rolle spielt auch das Miteinander in den Quartieren, die in Zusammenhang mit der „Sozialen Stadt“ bewusst nicht als soziale Brennpunkte oder Problemviertel bezeichnet werden.
Soziale Unterschiede zwischen Stadtteilen
Aufgrund vielfacher Ursachen wie zum Beispiel regionaler wirtschaftlicher Schwächen, der  Zuwanderungen sozial schwächerer Schichten oder der Überalterungen im Wohnungsbestand verschlechtern sich die sozialen Strukturen in einigen Stadtteilen. Die sozialen Unterschiede zwischen den Stadtteilen verstärken sich. Auch wenn das Berchengebiet sicher nicht mit dem Münchner Stadtteil Neuperlach oder dem Berliner Bezirk Neukölln zu vergleichen ist, zählt das Quartier in Wollmatingen doch zu jenen, die in Konstanz wohl nicht zu den besten Wohnlagen gehören. Die Mietpreise liegen etwas unter denen in anderen Stadtquartieren, obwohl es in Konstanz anders als in Köln nicht eine falsche und eine richtige Seite des Rheins gibt – die Altstadt ist linksrheinisch und der bevölkerungsreichste Petershausen genauso wie weiter draußen das Berchengebiet sind rechtsrheinisch.
Probleme in Brennpunkten komplex
Die Problemlage ist in benachteiligten Quartieren oft komplex: Nachbarschaften sind miteinander überfordert, die Bewohner verfügen über niedrigere Einkommen, die Arbeitslosigkeit ist höher und die Bausubstanz öfter schlechter als anderswo. Zum Ziel führen in solchen Vierteln integrative Ansätze – das Zusammenwirken von sozialer Arbeit, Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, Bildungs- und Kulturarbeit.
Großes Thema Integration von Zuwanderern
Zweck der „Sozialen Stadt“ ist es, integrierte Entwicklungskonzepte zu unterstützen, die ohne die Förderung seitens des Landes und des Bundes nicht zu verwirklichen wären. Allein im Jahr 2008 wurden bundesweit in 284 Programmgebieten Modellvorhaben gefördert. Die inhaltlichen Schwerpunkte lagen vor allem in den Bereichen Integration von Zuwanderern, Beteiligung, Schule und Bildung, nachbarschaftliches Zusammenleben und in anderen sozialen Aktivitäten.
Quartiersmanager bekommt ein Büro
Eine echte Herkulesaufgabe zu bewältigen hat der Quartiersmanager. Im Berchengebiet heißt er Luigi Pantisano und er bezieht gerade ein Büro in einer ehemaligen Arztpraxis in der Allensteiner Straße. Seine Aufgabe ist es,  Akteure aus den verschiedenen Bereichen der Verwaltung, der lokalen Politik, der privaten Wirtschaft, der lokalen Vereine und der nicht organisierten Anwohner zusammenzuführen. Auch, wenn es um die bauliche Stadtteilentwicklung geht, ist er Ansprechpartner. Um soziale Aufgaben kümmert sich im Quartier „Berchengebiet/Öhmdwiesen“ mit der Verein „WiZiK e.V. – Wissen ist Zukunft in Konstanz“, der demnächst ins selbe Gebäude wie der Quartiersmanager einziehen wird. Gerade werden die Wände neu gestrichen.
Wissen ist Zukunft in Konstanz
Der Verein „WiZiK steht in Konstanz zum Beispiel auch für das „Rucksackprojekt“, das eine Art Sprach- und Mütterprojekt ist, so Gabriele Weimer. Mitglieder des Vereins treffen sich wöchentlich einmal mit ausländischen Müttern. Im Treffen knüpfen die Vereinsmitglieder an die Sprachförderung der Kinder im Kindergarten an. Sie besprechen mit den Müttern, was die Kinder lernen soll. Ziel ist es, dass sich die Kinder sowohl in ihrer Muttersprache als auch auf Deutsch ausdrücken können. Und es geht um die Kommunikation zwischen Müttern und dem Kindergarten. Elke Cybulla, Integrationsbeauftragte der Stadt Konstanz, zählt zu den Fürsprecherinnen des Vereins und bringt es spontan auf den Punkt: „Bildung soll allen zugänglich sein. Man darf keine Standesunterschiede machen”, sagt sie. „Die Herkunft und der Bildungshintergrund ihrer Familien darf keine diskriminierende Rolle spielen.“ Elke Cybulla holte denn auch den Verein „WiZiK e.V. – Wissen ist Zukunft in Konstanz“ ins Boot. Außerdem engagieren sich die Johannespfarrei und die Berchenschule. Sich um ausländische Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu kümmern, sei kolossal wichtig, sagt Gabriele Weiner. Das  „Rucksackprojekt“ ist längt nicht mehr das einzige des Vereins: „WiZiK“ erklärt türkischen Eltern wie deutsche Schule funktioniert und was von den Eltern erwartet wird, die mehr tun sollten als ihre Kinder abzugeben. Eine Halbtagskraft ist finanziert, weshalb es ein Erzählcafé und ein internationales Sprachcafé gibt.
„Soziale Stadt“ lässt Bildungschancen wachsen
Die PISA-Studie habe gezeigt: Ein Viertel der 15-jährigen Schüler verlässt ohne ausreichende Grundbildung die Schule, ohne Aussicht auf eine berufliche Zukunft. Auch wenn sie jahrelang die Schule besucht haben, sind sie nicht in der Lage den Beipackzettel eines Medikaments zu lesen, einen Fahrplan zu verstehen oder ein Fernsehprogramm zu entziffern. Beim Rechnen und in den Naturwissenschaften ist es ähnlich: Ein Viertel der Schüler erreicht höchstens Grundschulniveau. In keinem anderen vergleichbaren Industriestaat gibt es so große Unterschiede in den Leistungsergebnissen der Bildungseinrichtungen wie in Deutschland. Nirgendwo ist das Bildungsniveau so abhängig vom sozialen Status der Eltern wie bei uns, so der Verein „WiZiK“ auf seiner Homepage. „Unser Verein fördert Aktivitäten, deren Ziel die Verbesserung der Bildungsangebote an Kindergärten und Schulen in Konstanz ist“ heißt es weiter.
Vorbild Interkulturelle Garten in Berlin
Regelrecht ins Schwärmen kommt Gabriele Weiner, wenn sie von den interkulturellen Gärten, noch so einem Projekt der „Sozialen Stadt“, spricht. Familien sollen einen kleinen Flecken Erde bekommen, auf dem sie zum Beispiel ein Kräutergärtchen angelegen können. So reihen sich Gärten, die aber eher Beeten als Schrebergärten gleichen, aneinander. Der erste Interkulturelle Garten in Berlin wurde 2003 im Bezirk Treptow-Köpenick gegründet. Im „Wuhlegarten“, wie er inzwischen heißt, bauen auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen gemeinsam Obst und Gemüse an. Die Hobbygärtner stammen aus Kasachstan, Vietnam, Russland, Ägypten, Ungarn, Indien, Afghanistan, Ukraine, Bosnien, Argentinien und auch aus Deutschland. Gabriele Weimer nimmt den Interkulturelle Garten Berlin als Vorbild.
„Soziale Stadt“ braucht eine Lobby
Die „Soziale Stadt“ schafft Zukunft in Konstanz. Trotzdem ist aber noch nicht alles gut. Der Bereich Berchengebiet/Öhmdwiesen, ein Stadtteil mit einem höheren Migrantenanteil und etwas günstigeren Wohnungsmieten, ist erst auf dem Weg. Die Uhr läuft gegen die „Soziale Stadt“. Bis 2012 hat Konstanz noch Zeit, weitere Projekte anzustossen. Auf gar keinen Fall darf die Stadt die Zuschüsse verfallen lassen, die sie mit eigenen Mitteln aufstocken muss, warnen Mahner. Fürsprecher kann das Quartier, das einen nicht ganz so direkten Draht zu lokalen Politikern hat wie ihn beispielsweise die Konzert- und Kongresshaus-Befürworter haben, gut gebrauchen. „Soziale Stadt“ braucht eine Lobby. Foto: Frieder Schindele | TMW






KN ist eine komische Stadt: in Berlin wird von einem ehem. Spitzenpolitiker und heute Bundesbank-Politiker über Leute türk. Herkunft und deren Arbeitsverdienst gelästert und im grössten Lebensmittel-Markt des KNer Industriegebietes werden diese jungen Männer als Obst- und Gemüse-Experten beschäftigt.
Beim Vorbeigehen heute früh hatte ich einen Eindruck von höchst sympatischen umgänglichen jungen Männern, die Spass hatten, die Waren zu betreuen bzw. auszupacken.
Im Nachhinein hatte ich an den Werbespot einer anderen Supermarkt-Kette gedacht, die aufwendige und teure TV-Werbespots zeigt, um nicht nur die Fachkenntnisse nachzuweisen, sondern auch den Slogan “wir lieben unser Obst und Gemüse von Herzen” (sinngemäss) zu vermitteln.
Es geht auch günstiger: eine paar Lehrstellen wirken emotionaler auf Kunden. Hoffentlich müssen Sie nicht in einigen Jahren einen Politiker auf einem kalten Freiluft-Markt bedienen.
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@ … Der erste Interkulturelle Garten in Berlin wurde 2003 im Bezirk Treptow-Köpenick gegründet. … Die Hobbygärtner stammen aus Kasachstan, Vietnam, Russland, Ägypten, Ungarn, Indien, Afghanistan, Ukraine, Bosnien, Argentinien und auch aus Deutschland. …
Da normale SED-Parteimitglieder in der DDR wenig mehr Geld als der Normalbürger verdient haben, sind mir z.B. 2 VEB-Betriebsleiter mit folgenden Nebenerwerb bekannt:
— in M-Vorpommern als Bauingenieur und VEB-Bauleiter für LPG landwirtschaftl. Bauten, der die sommerlichen Abende bis 21 Uhr auf seinem Spargelfeld verbrachte
— in Sachsen (Raum Dresden) VEB-Leiter für Strassenbau, der eine grössere Scheune mit über 300 Gänsen gehabt hat, die täglich manövriert werden mussten.
Neben dem Geldverdienst hat für beide die Tätigkeit auch als Regeneration von der der Planwirtschaft gedient: sie mussten die Mängel und Engpässe erfinderisch in der Produktionskette (Vorlieferanten) minimieren bzw. verantworten.
Staatlich vogegeben war das Motto “der Arbeitnehmer ist König”, was zu weiterem (dem Westbesucher mitgeteiltem) Verdruss (inkl. teilweise aberwitzigen Verhaltensweisen) geführt hat. Der Gegensatz zur Gegenwart ist augenscheinlich und spürbar (z.B. Maultaschen).
Irgendwie wirkt der “Interkulturelle Garten” etwas wie ein Ostalgie-Verein in Köpenick mit zahlreichen Mitgliedern aus ehem. sozialistischen Bruderstaaten, die überwiegend ähnliche kulturelle Wurzeln haben.
Von was man keine Ahnung hat soll man schweigen: “Irgendwie wirkt der “Interkulturelle Garten†etwas wie ein Ostalgie-Verein in Köpenick mit zahlreichen Mitgliedern aus ehem. sozialistischen Bruderstaaten, die überwiegend ähnliche kulturelle Wurzeln haben.” Nur weil dk sich das aus der süddeutschen Ferne so vorstellt ‘wirkt’ der Interkulturelle Garten längst nicht wie ein Ostalgie-Verein und nur weil einige der Nutzer vor 20 Jahren in sozialistischen Bruderstaaten lebten haben sie nicht zwingend ähnliche kulturelle Wurzeln. Die Ostalgie scheint sich hier eher als Vorurteil im Kopf des Kommentators zu halten, denn mir zumindest ist der Zusammenhang mit dem Projekt ‘Soziale Stadt’ nicht offensichtlich.