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2. Februar 2010 | Konstanzer Naturwissenschaftler mit Buch zum Thema „Laser“

Ernst Peter Fischer sagt es uns – wieder einmal

Konstanz (gro) Ohne den Laser gäbe es den Airbag nicht. Nur Laserlicht ist der Lage, die Nähte des explosionsartig sich öffnenden Blasbalgs so präzise und dicht zu verschweissen, dass das Ding im Falle eines Falles tatsächlich lebensrettend funktioniert. Ein paar Fachleute wussten das schon immer. Doch Ernst Peter Fischer sorgt dafür, dass wir das bald alle wissen können. Der Konstanzer Naturwissenschaftler hat das Buch zum Laser geschrieben, ebenso fundiert wie kurzweilig. Sein neuestes Sachbuch, das im April herauskommt, erzählt die deutsche Erfolgsgeschichte einer US-amerikanischen Erfindung, die uns unter anderem CD und DVD, die Holografie, neuartige Schweiss- und Fräsmaschinen bescherte und Teilbereiche der Medizintechnik voranbrachte.

Eine Steilvorlage für die „Andere Bildung“

Zum ersten Mal sagte es uns Ernst Peter Fischer so richtig 2003 mit seinem Buch „Die andere Bildung“. Vier Jahre hatte er sich Zeit gelassen, auf Dietrich Schwanitz‘ Bestseller „Bildung. Alles was man wissen muss“ zu reagieren. „Naturwissenschaftliche Kenntnisse“, so schrieb der Hamburger Geisteswissenschaftler Schwanitz auf Seite 428 seiner Erstausgabe, „müssen zwar nicht versteckt werden, aber zur Bildung gehören sie nicht.“ Eine Steilvorlage für Ernst Peter Fischer. Mit seiner „Anderen Bildung“ führte der Konstanzer seinen Kollegen auf furiose Art und Weise ad absurdum. Auch Fischers Buch wurde ein Bestseller. Monate lang hielt sich die „Andere Bildung“ des Konstanzers auf der Bestsellerliste des „Spiegel“.

Promotion im kalifornischen Pasadena

Ernst Peter Fischer wurde vor 62 Jahren in Wuppertal geboren. Er studierte Mathematik und Physik in Köln, dann Biologie am California Institut of Technologie in Pasadena (USA), wo er 1977 promovierte. Seit 1987 lehrt Fischer an der Universität Konstanz Wissenschaftsgeschichte. Professor Fischer hat über zwei Dutzend Bücher geschrieben und trat als Wissenschaftspublizist unter anderem bei „GEO“, „Bild der Wissenschaft“, der „Frankfurter Zeitung“ und der Schweizer „Weltwoche“ in Erscheinung. Fischer, der auch als wissenschaftlicher Berater, etwa für Stiftungen, tätig ist, wurde für seine publizistische Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Immer wieder ist Fischer als Gast in Talkshows zu erleben. Die Medien schätzen ihn wegen seiner Fähigkeit, naturwissenschaftliche Phänomene anschaulich und verständlich darzustellen.

Albert Einstein schuf schon 1917 die theoretischen Grundlagen

In seinem neuen Buch zum 50. Geburtstag des Lasers informiert uns Ernst Peter Fischer auch darüber, dass es Albert Einstein war, der 1917 die theoretischen Grundlagen des „gebündelten Lichts“ darlegte. Einem Amerikaner, Theodore Maiman, dagegen gelang es als Erstem, Laserlicht zu erzeugen. Und Fischer findet es unfair, dass Maiman der Nobelpreis versagt blieb, während der Preis fünf Mal an Forscher für spezielle Anwendungen des Lasers vergeben wurde. All das ist nachzulesen in der jüngsten Ausgabe des „Süddeutsche“-Magazins, das mit einem umfangreichen Interview des Konstanzers aufwartet.

Vor uns das Zeitalter des Lichts?

Darin erhellt Fischer den Hintergrund einer bemerkenswerten Entwicklung: Während der Laserforschung in den USA in den Zeiten des Kalten Krieges enorme Mittel aus dem Pentagon zur Verfügung gestellt wurden, mussten die Wissenschaftler, die sich in Deutschland mit dem gebündelten Licht beschäftigten, mit vergleichsweise bescheidenen Budgets auskommen. Doch sie kamen sehr viel weiter voran, weil sie alle möglichen Anwendungen erforschten, während sich die Amerikaner vor allem damit beschäftigten, den Laserstrahl für allerlei Kanonen nutzbar zu machen. Die Einsatzmöglichkeiten des Laserlichts sind laut Fischer noch lange nicht ausgeschöpft. Man werde mit Laserlicht bald Strassen perfekt reinigen und Auffahrunfälle verhindern können, sagt der Konstanzer Wissenschaftler in dem Interview. Im Übrigen liessen sich mit Laserlicht Waffen sehr viel zuverlässiger aufspüren als etwa mit Nacktscannern. Fischer: „Unsere Welt wird eine Lichtwelt“.



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