Neue Linie will „Sonnenkönigin“ für 10 Millionen kaufen
Konstanz (gro) Die Neue Linie (NLK) plädiert für die rasche Lösung eines leidigen Problems: Statt über 60 Millionen Euro für ein Kongress- und Konzerthaus zu riskieren, so sagt Rüdiger Niedzwietski, der Vorsitzende der kommunalpolitischen Vereinigung, solle die Stadt Konstanz besser die „Sonnenkönigin“ erwerben. Jürgen Wiedemann, Vertreter der NLK, wird nun im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag stellen. Das Schiff, das gut 1000 Personen Platz bietet, sei für 10 Millionen Euro zu haben, sagt Niedswiezki. Die „Sonnenkönigin“ wurde im September 2008 in Dienst gestellt. Wegen der internationalen Finanzkrise entwickelte sich das Geschäft mit dem Schiff, das von einem österreichisch-schweizerischen Konsortium betrieben wird, wesentlich schwächer als erwartet.
Auftraggeber war Walter Klaus
Das bislang grösste auf dem Bodensee verkehrende Schiff wurde von der Kressbronner Bodanwerft 2006 auf Kiel gelegt. Auftraggeber war der aus Augsburg stammende, österreichische Unternehmer Walter Klaus, der vor gut 50 Jahren in Vorarlberg und in Südtirol in Touristikbetriebe einstieg und inzwischen auch in Kärnten mit einem namhaften Weingut unternehmerisch vertreten ist. Klaus, inzwischen über 75 Jahre alt und unter Parkinson leidend, hat sich in den vergangenen Monaten von einem Teil seines touristischen Imperiums getrennt und den Rest an seinen langjährigen Geschäftsführer Werner Netzer, 54, abgegeben. 
Das Schiff ist zum Verkauf ausgeschrieben
Das mit 70 Metern Länge und 13 Metern Höhe größte Bodensee-Schiff namens „Sonnenkönigin“ wurde konzipiert als so genanntes multifunktionales Eventschiff. Betreiber des 13-Millionen-Euro teuren Neubaus war ab Ende 2008 die „Sonnenkönigin AG“ in St. Gallen, mehrheitlich gehalten von Hermann Hess (Amriswil), dem wohl potentesten Thurgauer Immobilien-Vermarkter. Hess verwirklichte unter anderem in Kreuzlingen das „ceha“!-Einkaufzentrum am Bärenplatz. Die St-Galler-Niederlassung der „Bodenseekönigin“ ist inzwischen mangels Nachfrage geschlossen, das prächtige Schiff zum Verkauf ausgeschrieben. Das Projekt eines insgesamt rund 60 Millionen Euro teuren, multifunktionalen Kongress- und Konzerthauses auf Klein Venedig wurde am vorvergangenen Wochenende in einem Bürgerentscheid mit grosser Mehrheit abgelehnt. Bild: Frieder Schindele | TMW





