Das Nagetierchen und der Literaturprofessor
Konstanz (wak/gro) Für alle, die Wasserfarben auch im Dunkeln sehen können und gern freien Eintritt haben, macht das Stadttheater Konstanz heute ein schier unwiderstehliches Angebot: Um 20 Uhr ist im Foyer des Hauses noch einmal „Das Prinzip Meese“ nach einer Vorlage von Oliver Kluck zu erleben. In Mehrfachrollen Ingo Biermann, Regie führt Susi Saussenthaler.
„Das Prinzip Meese“ handelt von einem Nachrichtensprecher, der sich selbst nicht mehr versteht. In der Sendung mit der Maus erklärt eben dieses Nagetierchen typisch postmoderne Arbeitsverhältnisse. Und ein Professor für Literaturwissenschaft ist sich im Unklaren darüber, ob es ihm vor dem Fernsehen mehr graut als vor Pommes aus der Mikrowelle.
Der ach so tiefe Graben zwischen Kultur und Unterhaltung
Beim „Prinzip Meese“ geht es also um den tiefen Graben zwischen Kultur und Unterhaltung, zwischen Rentnern und Studenten, Schaffenden und Brotherren: „Es ist das Finden der eigenen Verwirrung.“ Der Verwirrung des Publikums wird mit 9 Thesen auf die Beine geholfen – Kulturpessimismus im Late-Night-Format. Das dieser Lesung zugrunde liegeende Stück von Oliver Kluck, das im vergangenen Februar im Maxim Gorki Theater in Berlin Uraufführung hatte, erhielt den Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Stückemarkts. Und auch das noch für diesen Abend: Der Eintritt ist frei.





