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20. April 2010 | Stück von John Boynton Priestley fürs Überlinger Sommertheater

Falscher Inspektor für die Kapuzinerkirche

Konstanz/Überlingen (wak/gro) Das Geheimnis ist gelüftet. „Der Inspektor kommt“ heißt das Hauptstück beim diesjährigen Schauspielspektakel in der Überlinger Kapuzinerkirche. Davon hat das Stadttheater Konstanz den überseeischen Förderverein Sommertheater informiert. Auch eine schlechte Nachricht gab es beim Treffen der Theaterfreunde: Eine Wiederaufnahme des Erfolgsstücks „Don Camillo und Peppone“ ist aufgrund anderer Verpflichtungen der Schauspieler leider nicht möglich. Das hatte Intendant Christoph Nix allerdings bereits vor einigen Wochen bei der Vorstellung des Theaterspielplans für die neue Saison in Konstanz angekündigt.

Kriminalgeschichten in der ehemaligen Kapuzinerkirche

Auf die Bühne kommt also ein ganz neues Stück. Das Motto in der Kapuzinerkirche heißt in diesem Sommer „Krimi und Kultur“. Inszenieren wird das Konstanzer Stadttheater John Boynton Priestleys Stück „Der Inspektor kommt”. Der 1984 in Stratford-upon-Avon verstorbene englische Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker Priestley schrieb mit „An Inspector Calls“ ein Soziales Drama. Es ist eines seiner bekanntesten Werke und soll es 1944/45 innerhalb von nur einer einzigen Woche entstanden sein. Die Londoner Premiere war am 1. Oktober 1946. Knapp 64 Jahre später ist nun die Premiere in Überlingen.

Ein Inspektor und eine Gesellschaft mit schlechtem Gewissen

Das Stück handelt von der Familie Birling, die standesgemäß die Verlobung von Sheila und Gerald feiert. Mitten in Arthur Birlings Rede darüber, dass jeder seines Glückes Schmied sei und alles Gerede von sozialer Verantwortung nichts gelte, meldet sich Polizeiinspektor Goole an der Tür: Er ziehe Erkundigungen zum Selbstmord einer aus der unteren sozialen Schicht stammenden Frau namens Eva Smith ein. Nacheinander nimmt Goole die Anwesenden ins Verhör, wobei sich herausstellt, dass jeder von seinen Anteil daran hatte, dass jene unglückliche Eva Smith immer tiefer ins Elend gestossen wurde. Goole verabschiedet sich und lässt die Gesellschaft mit ihren Fragen und ihrem schlechten Gewissen zurück. Nach vielen Schuldzuweisungen erfährt das Publikum schließlich, dass es keinen Polizeiinspektor Goole gibt - und dass sich auch keine Frau namens Smith das Leben genommen hat.

Der New Yorker Paul Amrod mit Blus und Jazz

Freuen darf sich das Publikum des Sommertheaters außerdem auf den Pianisten Paul Amrod. Dieses Mal stehen Blues und Jazz auf dem Programm des aus New York stammenden Musikers. Außerdem gibt es „Kitsch“: Liebeslieder ganz unterschiedlicher Couleur, ein Programm, das an den Erfolg von „Shoot the Moon“ anknüpfen will. Auf dem Programm des Sommertheaters in der Überlinger Kapuzinerkirche stehen ferner Wilhelm-Buschs Bildergeschichten und ein bisschen Bukowski. Geplant ist außerdem ein Stück für Jugendliche ab 14 Jahre, das im Badgarten aufgeführt wird.

Das Figurentheater wartet auf mit „Kapartout“. In dem Stück geht es um die Figur des Kaspers und um die Tradition der Kasperfigur.




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