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7. Mai 2010 | Möblierung in der Hüetlinstrasse abgebaut

Sparen mit Stiefmütterchen

Konstanz (gro) Die Stadtverwaltung will ihrer frisch entdeckten Finanznot offenbar auch mit der Einsparung von Stiefmütterchen begegnen. Dieser Eindruck drängt sich im Stadtteil Stadelhofen auf, wo mehrere runde Pflanzentröge, die den unteren Teil der Bodanstrasse möblierten, ersatzlos entfernt wurden. Dies sei aus Kostengründen geschehen, heisst es aus dem Rathaus. Im Übrigen seien die vor bald 30 Jahren aufgestellten Betongefässe, in denen unter anderem Stiefmütterchen blühten, nicht mehr zeitgemäss gewesen. Jetzt ist ein Stück der grenznahen Strasse deutlich unansehnlicher geworden. Anderswo in der Altstadt stehen die bepflanzen Tröge vorerst weiter.

Das Schreiben eines aufmerksamen Bürgers

So hatte sich das ein aufmerksamer Stadelhofer nicht vorgestellt, als er sich entschloss, bei der Stadtverwaltung eine verbesserte Bepflanzung der steinernen Tröge in der Hüetlinstrasse anzumahnen. Schliesslich ist die Hüetlinstrasse so etwas wie die Einfallstrecke für Füssgänger und Radfahrer aus dem benachbarten schweizerischen Kreuzlingen. Das Schreiben zeitigte keine bessere Pflege der mit Blumenerde gefüllten Tröge, sondern war laut Stadtsprecher Günter Rügert vielmehr der Anlass, sie ersatzlos zu entfernen.

Beleidigte städtische Leberwurst?

In Stadelhofen ist man jetzt sauer. Niemand sei gegen Sparsamkeit, heisst es dort. Doch in diesem Falle werde wieder einmal am falschen Fleck gestrichen. Im Übrigen passe das überhaupt nicht zur bis vor kurzem proklamierten Grosszügigkeit, mit der für das 60 Millionen Euro schwere Projekt eines Kongress- und Konzerthaus auf Klein Venedig geworben worden sei, dass dann im Bürgerentscheid vom 21. März abgelehnt wurde. Womöglich sei der Entzug von Stiefmütterchen “Ausdruck einer beleidigten städtischen Leberwurst”. In der Fragestunde der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung wäre Gelegenheit, mehr über die Hintergründe für den Abtranspot der Pflanztröge zu erfahren. Zu fragen wäre auch, wer die Entfernung Möblierung angeordnet hat.

Hunderttausende Euro für die Renovierung der Häuser

Ärger macht der Abtransport der Pflanzkübel aus der Hüetlinstrasse auch deswegen, weil diese Verarmung ausgerechnet in eine Zeitphase fällt, in der dort von Privatleuten erneut Hunderttausende von Euro in die Sanierung von Häusern gesteckt werden. Nach jüngst abgeschlossenen Renovierungsarbeiten am ehemaligen „Löwen“ seien derzeit Sanierungen an drei historischen Häusern der Hüetlinstrasse im Gange. Danach stehe in der ganzen Strasse nur noch die Renovierung eines einzigen Hauses an. Angesichts solcher Investitionen von privater Seite, so lautet weitere Kritik, sei es nachgerade lächerlich, die seit bald drei Jahrzehnten stehenden Pflanztröge aus Kostengründen ersatzlos abzuziehen.

Anderswo kleiner und frisch bepflanzt

Die steinwandigen Tröge dienten nicht nur dazu, die verkehrsberuhigte Hüetlinstrasse wohnlicher auszugestalten, sondern auch dafür, die dort ausgewiesenen Parkplätze organisch abzuschirmen. Anwohner befürchten, dass sich der Parksuchverkehr nun verstärkt und dass bald auch vermehrt unerlaubt geparkt wird. Man fühlt sich auch „ungleich behandelt“. Denn anderswo in der Altstadt stehen die Betongefässe weiter auf der Strasse: zwar in etwas kleineren Dimensionen, etwa in der Zollernstrasse oder in der Neugasse, aber durchweg frisch und schmuck bepflanzt – mit Stiefmütterchen.




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3 Kommentare

  1. 1. Wolfgang Becker aus KN | http://www.wo-becker-kn.de

    war nicht der Stadtteil Stadelhofen immer das Stiefmütterchen der Oberen?

    Erst lag Stadelhofen vor der Stadtmauer, dann wurde es doch geschützt.

    Heute kennen viele Bürger, ich meine nicht nur die Neubürger, diesen Teil der Stadt nicht mal.

    Die Niederburg muss aufgewertet werden, waren doch dort auch schon in früherer Zeit nicht die Normalenbürger zu hause.

    Ein Fest musste her und nun gibt es auch noch so etwas wie ein Leitsystem auf dem neuen Pflaster, was die Besucher vom Münsterplatz in das Stadtviertel führen soll, wenn sie es denn als solches erkennen.

    Der mindestens ähnlich alte Stadtteil wird nun noch schmuckloser und soll wohl den Gästen zeigen, wo man kostengünstig parken, aber bitte schön nicht gut wohnen kann.
    Nur gut das die meisten Menschen eh nicht wissen, wo es ist und wenn sie zufällig dort mal landen, dass es das ist.

    Ob auch hier ein Leitsystem helfen könnte ?

    Die PKWs fahren einem direkt vor der Haustür über die Füße, denn die Blumenkübel, die dieses verhindern, mindestens erschweren sollten, wurde ja weggeschafft
    (so die Worte eines dort wohnenden Bürgers und Geschäftsmannes).

    Wie wäre es mit einer Blumenkomposition vom Bodanplatz bis hin zur Grenze und dann rund um den Stadtteil Stadelhofen ?

    Diese „Blumenlinie“ würde als Leitsystem die Gäste führen und als Schutz die Autos auf Distanz halten können.

    Ein Gedanke wäre es doch wert, oder was meinen Sie liebe Gemeinderäte?

  2. 2. ErloeserPrinz

    Unter OB Frank als Verwaltungschef geht die Verarschung nach dem Desaster um das KKH wohl weiter. Es wird Zeit, dass dieser städtische Führer bald in Pension geht. Grün ist der schon lange nicht mehr. Bei der letzten OB-Wahl waren ihm nur die grünen Wählerstimmen wichtig, damit er noch mal 8 Jahre im Amt bleiben konnte. Ein Fehler, dass ich den auch mal gewählt habe.

  3. 3. oschgeige

    Wer einen Blender wählt…………………………
    Langsam wachen sie auf die Konstanzer, aber was nützt………….Taliban regiert!!!!

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