Handwerker finden das Päpstlein sympathisch
Konstanz (gro) Die Tourist-Information (TIK) ist in diesen Tagen ein einziger Widerspruch. Obwohl sie eigens dafür geschaffen wurde, mit Informationen aufzuwarten, sind die Mitarbeiter wenig auskunftsfreudig. Jedenfalls dann, wenn es um das Schicksal des in Stein gegossenen Päpstleins geht, das immer noch neben dem Eingang auf der Nordseite im Bahnhofsgebäude aufgestellt ist. Handwerker sind dabei, die künftige Mobiltätszentrale vollends fertig zu stellen. Sie haben die Figur aus der Werkstatt von Bildhauer Peter Lenk bereits lieb gewonnen. Es wird von der Handwerkern nicht verstanden, warum die „sympathische Figur“ wieder entfernt werden muss.
Sondersitzung als „Betriebsgeheimnis“
Auch Peter Lenk bekam keine Auskunft, als er wissen wollte, wer vergangene Woche eine Sondersitzung des TIK-Aufsichtsrats einberufen hatte, in der die Entfernung der wenige Tage zuvor aufgestellten Skulptur beschlossen wurde. Dies sei „Betriebsgeheimnis“, hiess es lapidar aus der neuen Konstanzer Geheimdienstzentrale. Auch der Wunsch, man möge ihm dann doch wenigstens die Teilnehmer der Sondersitzung benennen, wurde Lenk nicht erfüllt. Der Künstler hätte zu gerne erfahren, womit die angebliche Entfernungsnotwendigkeit begründet wird.
„Bild“ entschuldigte sich bei Peter Lenk
Dass einigen Leuten die häufig satirisch ausgerichteten Arbeiten des Bildhauers nicht gefallen, ist nichts Neues. Neu aber ist, dass sich eine von der Stadt massgeblich beherrschte GmbH (die Stadt hält etwas über 50 Prozent der Gesellschaftsanteile von TIK) ohne erkennbare Not kunstfeindlichem Gezeter beugt, das von Falschinformationen ausgelöst wurde. Lenk war sofort gegen diese Falschinformationen der „Bild“-Zeitung vorgegangen und hatte eine sofortige Berichtigung durchgesetzt. Ziemlich einmalig dürfte überdies sein, dass sich ein Redakteur von „Bild“ telefonisch bei Peter Lenk entschuldigte.
Seit 17 Jahren im Konstanzer Hafen zu besichtugen
Das Boulevardblatt hatte vergangene Woche in seiner Stuttgarter Regionalausgabe und online über bild.de verbreitet, in der Konstanzer Bahnhofshalle würden Reisende bald von einem „splitterfasernackten Papst Benedikt XVI. geschockt”. Dabei hat die Figur nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem amtierenden Oberhaupt der Katholischen Kirche. Bei dem steinernen Päpstlein handelt es sich vielmehr um eine originalgetreue Nachbildung der Papstfigur, die Imperia seit über 17 Jahren hoch über dem Konstanzer Hafen auf ihrer linken Hand balanciert.
Den Kunstgegnern wird die Referenz erwiesen
Die Tourist-information hat, wie der Auslandsspionagedienst eines örtlichen Kunstfördervereins ermittelte, eine Spezialfirma damit beauftragt, die über 600 Kilo schwere Figur abzubauen und nach Bodman zu Peter Lenk zurück zu transportieren. Beim Aufstellen vor einer Woche hatte Peter Lenk noch mitgeholfen. Er bat um Verständnis dafür, dass er für den Abbau nicht zur Verfügung stehen könne, mit dem die Tourist-Information seinen Gegnern die Referenz erweise und damit sogar die Anwürfe honoriere, für die sich die Autoren von „Bild“ Stuttgart bei ihm bereits entschuldigt hatten.
Wer hat Henneberger unter Druck gesetzt?
Lenk stellte die Papstfigur als Leihgabe zur Verfügung. Die Idee dazu hatte Norbert Henneberger, der Geschäftsführer der Tourist-Information. Und Henneberger war es auch, der nach der Aufstellung des Päpstleins überraschend dessen Entfernung anordnete. Laut GmbH-Vertrag, soviel war wenigstens zu ermitteln, hat nur der Oberbürgermeister das Recht, eine Sondersitzung des TIK-Aufsichtsrats einzuberufen. In Touristik-Kreisen wird davon ausgegangen, dass Henneberger die Abräumung der Figur nicht von sich aus betrieben hat. Dass der Geschäftsführer „unter Druck gesetzt“ worden sei, liege auf der Hand. Man wisse nur nicht, von wem der Druck ausgegangen sei.






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Zeit das der geheimnisvolle Klüngel in der Frank-Verwaltung bald beendet wird. Diese Art der Geheimnistuerei, wie bereits schon bei der KKH-Projektierung, geht mir auf den Keks. Wir sind das Volk und Frank soll endlich in Pension gehen, da er sowieso schon lange die Bürgerkooperation verloren hat!