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1. Juni 2010 | Russische Investoren interessieren sich für Kaufhauskonzern

Karstadt bald auch in St. Petersburg, Kiew und Istanbul?

Konstanz (gro) Eine russische Investorengruppe um den St. Petersburger Holzindustriellen Artur Pachomow hat ihr Interesse an Karstadt bekundet. Damit bemühen sich jetzt vier Bietergruppen um den insolventen deutschen Kaufhauskonzern. Pachmanow, 47, ein früherer enger Mitarbeiter Wladimir Putins, will den Kaufhauskonzern nicht nur komplett erhalten, sondern auch dessen Know-how für Stützpunkte im Ausland nutzen. Es gebe bereits Pläne für St. Petersburg, Kiew und Istanbul. Die Entscheidung, an wen Karstadt übereignet werden soll, wird für kommenden Montag erwartet. Knapp 300 der bundesweit fast 25 Karstadt-Beschäftigten sehen diesem Tag mit Spannung entgegen.

Noch nimmt man die Russen nicht sonderlich ernst

Das Gebot aus Russland, so melden deutsche Wirtschaftskreise fast übereinstimmend, werde nicht so ganz ernst genommen. Das sechsseitige, auf Russisch verfasste Schrieben sei erst in letzter Minute vor Ablauf der Bieterfrist eingetroffen, und Pachomow habe nur eine einzige Woche Zeit, um sich sowohl über den Gesamtzustand des Kaufhauskonzerns Klarheit zu verschaffen und um ein überzeugendes Gesamtkonzept vorzulegen.

Zwei einflussreiche deutsche Freunde stehen Pachomow zur Seite

Insider machen die Skeptiker darauf aufmerksam, dass es seit vielen Jahren gute Kontakte zwischen Russland und Karstadt gibt. In den 90-er Jahren betrieb Karstadt unweit des Roten Platzes im Moskauer Edelkaufhaus Gum einen 1000 Quadratmeter grossen Shop mit Europäischer Mode. Ausserdem wurde die Offerte aus St. Petersburg in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Karstadt-Chef Helmut Merkel und Arcandor-Ex-Justiziar Bernd-Volker Schenk ausgearbeitet, also mit zwei Kennern der Materie. Im Acandor-Konzern sind unter anderem die Immobilien zusammengefasst, in denen der Kaufhauskonzern mit seinen über 100 Standorten eingemietet ist.

Siehe auch:
Druck nach erster Runde im Pokerspiel um Karstadt (26. April 2010)
Raimund Franke: „Das werden spannende Wochen“ (24. April 2010)




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