Wer schenkt Hilmar Wörnle einen Weihnachtsmarkt?
Konstanz (gro) Hilmar Wörnle, gerade zurückgekommen von einer Dienstreise nach Shanghai, feiert heute seinen 46. Geburtstag. Das schönste Geschenk für den Chef des Stadtmarketings wäre ein Weihnachtsmarkt. Denn den Konstanzer Weihnachtsmarkt, um den er sich seit über einem Jahr sehr bemüht, kann er nicht bekommen: Wörnles Übernahmeversuch ist gescheitert. Zu tun hat Wörnle allerdings ausreichend: Kommendes Wochenende ist Flohmarkt. Den hat das Stadtmarketing vor einigen Jahren von der Neuen Linie Konstanz (NLK) übernommen. Auch sonst ist viel zu erledigen. Den Weihnachtsmarkt aber entwickelt Veranstalter Stracke alleine weiter – in engem Einvernehmen mit den meisten der ganzjährig etablierten Einzelhändler der Marktstätte.
An der Spitze eines einschlägigen Arbeitskreises
Wörnles Interesse am Konstanzer Weihnachtsmarkt ist verständlich. Der Wunsch des ab heute 46-jährigen Managers wurde unter anderem daran erkennbar, dass er sich, wie man hört, bei der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd, Sitz in Berlin) vergangenes Jahr als Führungskraft für den „Arbeitskreis Weihnachtsmärkte“ zur Verfügung stellte. Wörnle tauchte ausserdem am 25. Februar dieses Jahres in Salzburg auf, wo Heinrich Stracke bei einem Kongress über den Erfolg des Konstanzer „Weihnachtsmarkts am See“ berichtete. Stracke, der den Markt seit 21 Jahren ausrichtet und zu einem überregional beachteten Erfolgsevent entwickelte, war zu dem Branchentreffen europäischer Weihnachtsmarktveranstalter als Referent nach Salzburg eingeladen worden. 
Impulsreferat im niederösterreichischen Weinviertel
Hilmar Wörnle scheint besondere Sympathien für Österreich zu hegen: Vor zweieinhalb Jahren, am ersten Novemberwochenende 2007, konnte man den Konstanzer Stadtmarketingchef im niederösterreichischen Weinviertel sehen und hören. Mit einem „Impulsreferat“ stimmte Wörnle damals in Stockerau nahe Wien in einen Workshop ein, der beim Jubiläumskongress der Stadtmarketing Austria veranstaltet wurde. Wörnles Thema: „Imageentwicklung auf der Basis natürlicher Ressourcen.“ Auch im Konstanzer Weihnachtsmarkt sieht Wörnle anscheinend eine „natürliche Ressource“ für die Imageentwicklung einer Stadt.
Als die Werbegemeinschaft aufgibt, greift Heinrich Stracke zu
Der Konstanzer Weihnachtsmarkt wurde 1984 von der Werbegemeinschaft des Einzelhandels wiederbelebt. Die Stadt unterstützte das Projekt mit Zuschusszahlungen zum Start in einer Gesamthöhe von 55.000 Mark sowie durch einen laufenden jährlichen Zuschuss von 10.000 Mark. Die Werbegemeinschaft liess für 66.000 Mark 30 Hütten bauen. Doch nach vier Jahren war Schluss mit dem Weihnachtsmarkt. Weil sich der Gemeinderat dem Wunsch versagte, den Jahreszuschuss auf 20.000 Mark anzuheben, verzichtete der Einzelhandel 1988 auf die Fortführung des Weihnachtsmarkts. Zwei Konstanzer Händler, die sich damit nicht abfinden wollten, versuchten es 1989 auf eigene Faust. Einer davon ist Heinrich Stracke. Zusammen mit seinem Partner Stefan Fischer kaufte er der Werbegemeinschaft die 30 Hütten ab. Auf einen Zuschuss der Stadt wurde verzichtet. Schauplatz war zunächst alleine die Marktstätte, auf der damals über 50 Hütten platziert wurden. Künftig sollen es maximal 38 Hütten sein, das heisst: 15 Platz sparende Doppelhütten und 8 weitere Hütten.
Kritik und Widerstand aus den Reihen des Einzelhandels
Nachdem sich der Markt als „Weihnachtsmarkt am See“ zu einer veritablen Erfolgsgeschichte mit wachsender Ausdehnung und rund 400.000 Besuchern, davon mindestens ein Drittel aus der Schweiz, ausgewachsen hatte, kam ausgerechnet aus den Reihen der Konstanzer Einzelhändler, die einst mit ihren Weihnachtsmarkt-Bemühungen gescheitert waren, massive Kritik. Vor allem Qualität, Ästhetik und Dekoration der Hütten auf der Marktstätte werden nun beanstandet. Auch stünden viel zu viele Hütten auf der Marktstätte. Und während man sich etwa beim grossen Drogeriemarkt Müller (früher Straub) über stattliche Umsatzzuwächse freut, geben einige Modegeschäfte und ein Schuhladen zu verstehen, Markt und Hütten beeinträchtigten das Weihnachtsgeschäft.
11 Einzelhändler drohen mit Einsprüchen
Vergangenes Jahr drohten 11 Einzelhändler, gegen die erneute Sondernutzung der Marktstätte bei der Stadtverwaltung in aller Form Widerspruch einzulegen (die Mehrzahl der Geschäfte auf der Marktstätte hat nach wie vor nichts gegen den Weihnachtsmarkt einzuwenden). Rudi Fischer, der Leiter des Bürgeramts, sorgte dafür, dass es zu so genannten Konsensgesprächen zwischen Veranstalter Stracke und den Kritikern kam. Unter der Moderation des Stadtmarketings sollte nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht werden.
Markthändler spüren die Übernahme-Absicht des Stadtmarketings
Schon am 3. Dezember des vergangenen Jahres wurde deutlich, dass das Stadtmarketing den Weihnachtsmarkt gerne übernehmen und Stracke zumindest teilweise ausschalten möchte. Für diesen Tag wurden die Händler des Weihnachtsmarktes zu einem der Konsensgespräche eingeladen. Etliche Händler waren hinterher irritiert: Was die Moderation des Stadtmarketings angehe, so habe sich das so angehört, als wolle es künftig auch als Veranstalter auftreten.
Heimlich geschossene Fotos nichtöffentlich herumgereicht
Hilmar Wörnle hatte da längst ein feines Netz geknüpft, um den Weihnachtsmarkt unter seine Fittiche nehmen zu können. Als Anwalt der kritisierenden Minderheit weiss er immerhin 11 Einzelhändler entlang der Marktstätte hinter sich. Mit Fotos von besonders unansehnlichen Hüttendetails, die ohne das Wissen der Markthändler gemacht wurden, wird um Mitstreiter geworben. Die Fotografien, die Veranstalter Stracke bis heute nicht kennt, wurden in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats mittels einer Powerpoint-Präsentation bekannt gemacht. Dazu gibt es Kommentare von Wörnle-Vorgänger Friedhelm Schaal, dem Leiter des städtischen Amtes für Wirtschaftsförderung (!). Mit Christoph Bauer von Raumwerk hätte Wörnle einen ausgewiesenen Könner zur Hand: Der Zimmermeister und Architekt hat die viel gepriesene Münsterbar verwirklicht und stünde für die Anfertigung neuer Weihnachtshütten zur Verfügung.
Stracke war immer für Verbesserungsvorschläge zu haben
Veranstalter Stracke hat den Konstanzer Weihnachtsmarkt nicht nur in Richtung Hafen und Stadtgarten ausgebaut, sondern die Anordnung auf der Marktstätte mehrfach geändert und die Zahl der Hütten ausgedünnt. Er sucht den Dialog mit Anwohnern und Geschäftsinhabern und ist, wie er wiederholt versichert hat, für Verbesserungsvorschläge “jederzeit zu haben”. Dieses Jahr soll es eine weitere Verminderung, vermutlich um 25 Prozent, geben. Ausserdem wird der Glühweinstand von Michael Breuningers Café Marktstätte auf die gegenüberliegende Seite des Platzes, zur Sparkasse hin, verlagert. Damit soll ein seit Jahren schwelender Konflikt zwischen Breuninger und dessen unmittelbarer Nachbarin Barbara Ulmer (Modegeschäft Etoile) bereinigt werden. Unmittelbares Opfer dieser Verlagerung dürfte Hans-Egon Altenburger („Untere Sonne“) sein, der seinen Verpflegungsstand in den Hafen oder Richtung Stadtgarten verlagern muss.
Neue Hütten für 150.000 Euro?
Die Kritiker wünschen sich für einen besseren Weihnachtsmarkt „weniger Chaos“ und eine einheitlichere Hüttenlandschaft, obwohl gerade die immer wieder überraschende Anordnung und Ausführung eine der Stärken des „Weihnachtsmarkts am See“ ist. Für die Markstätte favoriert die kritikführende Minderheit ausschliesslich neue Holzgehäuse, das Stück für 4000 bis 5000 Euro. Für eine erste Tranche würden 150.000 Euro fällig. Die Preise für die neuen Hütten sollten über Mieten erwirtschaftet werden. Stracke hatte, wie man hört, seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, diese Neuerung mitzutragen. Er habe seine Zustimmung jedoch zurückziehen müssen, weil ihm von den Gesprächspartnern einerseits jede Zukunftsabsicherung verweigert, eine Kostenübernahme für die neuen Hütten aber zugemutet worden ist.
Ein allmächtiger Beirat sollte das Sagen bekommen
Während man sich in den Konsensgesprächen in der Sache weitestgehend nahe kam, scheiterten die Gespräche letztlich wegen der juristischen Ausgestaltung eines Beirats. Er sollte aus Mitgliedern des Stadtmarketings, der Stadt, der Einzelhändlergemeinschaft Marktstätte und des Veranstalters gebildet werden. Stracke, der den Markt aufgebaut und entwickelt hat und der ihn seit 21 veranstaltet, sollte in diesem Beirat (dessen Beschlüsse bindend sein sollen) nur eine einzige Stimme haben. Dem habe Stracke, der von einem Anwalt beraten wurde, „unmöglich zustimmen können“, sagte ein Teilnehmer der Konsensgespräche. Stracke habe wohl „mit Recht das Gefühl gehabt“ dass man ihn „über den Tisch ziehen“ wolle. Bild: Frieder Schindele | TMW






Anstatt eigene Ideen zu haben, legt sich Herr Wörnle gerne in gemachte Betten und tut dann so, als ob die Idee auf seinem Mist gewachsen und der Erfolg nur seinem Umtreiben zu verdanken sei. Das war schon bei der Übernahme des Flohmarkts der Fall. Das einzige, was er in den Jahren seiner Tätigkeit fertig gebracht hat, ist die Organisation alljährlicher Oldtimer-Treffen. Dies aber in erster Linie als privater Fan von Oldtimern im eigenen Interesse und nur nachrangig zur Attraktivitätssteigerung der Stadt Konstanz.
Bei der Diskussion ums KKH war Herr Wörnle einer der großmäuligsten Befürworter, einer, der den Untergang von Konstanz beschwor, sollte der Goldpalast nicht auf Klein-Venedig betoniert werden.
Mit Herrn Wörnle haben wir leider noch so einen Dünnbrettbohrer in der Leitung einer städtischen GmbH. Kein Wunder lacht ganz Deutschland über Konstanz, bei solch Marketingdilettanten!
Schade, dass er kein Schwabe ist, denn die werden wenigstens mit 40 gescheit.
Herr Stracke, lassen Sie sich von solchen anmaßenden Wichtigtuern nicht über den Tisch ziehen! Niemand wünscht sich den Weihnachtsmarkt unter der Ägide von Herrn Wörnle!
Da fällt mir noch was ein: solide Markthütten in hervorragender Qualität gibt es nagelneu bereits für 1.500 Euro inkl. MwSt. Hersteller ist eine Firma in Franken (gerne gebe ich die Adresse weiter). Da ist es im Zeitalter knapper Kassen nicht notwendig, Wörnle & Raumwerk-Bauer mit 5.000 Euro pro Weihnachtshütte zu subventionieren.
Der Weihnachtsmarkt in Konstanz ist eine Erfolgsgeschichte.
Eigenartig finde ich -nachdem er sich von seinen Organisationsabsichten distanziert hat- dass er jetzt versucht, über einen Beirat das ganze mitzubestimmen. Was legitimiert ihn ein Stimmrecht zu bekommen? Weshalb sollte er das gleiche mitspracherecht wie der Veranstalter Stracke bekommen? Es wird mir einfach nicht klar.
Er spuckt große Töne von Veränderungen, aber dabei will er sich nur mit dem Weihnachtsmarkt im Rücken profilieren.
“tortugabodensee” beschreibt genau meinen Eindruck von Wörnle. Reißen sie sich BITTE zusammen.
Das passt ja wieder einmal bestens ins Bild. Hilmar Wörnle und sein Spezl Firedhelm Schaal tun zwar weder etwas für ein echtes Stadtmarketing oder für echte Wirtschaftsförderung, versuchen sich aber selber als Person ständig in den Vordergrund zu stellen. Wirkliche Ideen kommen weder vom Stadtmarketing oder der Wirtschaftsförderung. Aber dem Stracke jetzt den Weihnachtsmarkt abspenstig machen.
Schafft das Stadtmarketing ab und die Wirtschaftsförderung auch. Außer heiße Luft und Lächerlichkeiten kommt da doch nichts. Was die da machen, kann jeder Praktikant genauso gut.
wie wäre es mit meinen Web-Site Inhalt ( http://www.wo-becker-kn.de ) als Geschenk, so dass auch das Stadtmarketing hilft,
das Radeln in KN weiter an die Menschen heranzubringen; Ziel ist bis 2020 einen 25% Anteil am Verkehrsaufkommen zuerreichen.
Auf einer der Web-Seiten sind Strecken innerhalb von KN beschrieben z.B. wie man vom Zentrum in die Teilorte kommt; wie am kürzesten und wie mit der geringsten Steigung, denn das Radwegenetz von KN kennt einen Höhenunterschied von ca. 100 Metern und die wollen erst mal überwunden werden.
Und natürlich zeige ich Ihm auch gerne das Radwegenetz der Stadt, radelt es sich doch gemeinsam viel besser.
Ihr Ansprechpartner Radverkehr in Konstanz