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21. Juni 2010 | Dank Suzhou im erlauchten Kreis 17 historischer Metropolen

Jetzt bloss nicht grössenwahnsinnig werden

Konstanz (gro) Seit neuestem gehört Konstanz zum Verbund 17 weltweit bedeutender historischer Metropolen. Unsere Stadt ist das mit Abstand kleinste Gemeinwesen dieses illustren Kreises. Zu ihm gehören Städte wie Mexico City, Peking, Nairobi, Barcelona und Kairo. Zu diesem Verbund gehört auch das südchinesische Suzhou, seit 2007 Partnerstadt von Konstanz. Dieser freundschaftlichen Verbindung ist es zu verdanken, dass Konstanz zu der neu gegründeten „Historical Cities Alliance“ gehört. Wie am vergangenen Wochenende bekannt wurde, war Oberbürgermeister Horst Frank eigens zur Gründungsversammlung der „Historical Cities Alliance“ nach Suzhou gereist. Zu dem Verbund kam es im Rahmen der Expo 2010 in Shanghai.

Peking ist 200 Mal so gross wie Konstanz

Suzhou hat rund 6 Millionen Einwohner und ist 75 Mal so gross wie Konstanz, Peking mit seinen knapp 16 Millionen Menschen etwa 200 Mal so gross. Weitere sechs Städte Chinas, die der neu gegründeten Alliance angehören, haben zwischen 4,5 und 18 Millionen Einwohner (Shanghai, Hangzhou, Xi’an, das 7000 Jahre alte Luoyang sowie Macao, das Las Vegas des Fernen Ostens). Die Metropolregion Mexico City ist mit 20 Millionen Einwohnern eine der am wildesten wachsende Agglomerationen der Welt. Zum neuen Verbund gehören ausserdem Bologna, wo 1088 die heute älteste Universität Europas gegründet wurde, ferner Kairo, die grösste Stadt der arabischen Welt, das zauberhafte Venedig, Barcelona, die künstlerische Heimat von Picasso, Dalì und Tàpies, Nairobi, die Hauptstadt Kenias, das südindische Ponticherry (die Weisse Stadt mit ihren Kolonialbauten) sowie Liverpool (Heimat der Beatles und 2008 Kulturhauptstadt Europas).

Eine Kraft spendende Chance

Plötzlich einem derart exklusiven Verbund anzugehören, birgt die Gefahr grössenwahnsinniger Anwandlungen. Vor allem dann, wenn die eigene Grösse geradezu exklusiv winzig ist, bestenfalls visionären Charakter haben kann und sich auf längst vergangene Bedeutungen wie das vor 600 Jahren stattgefundene Konzil stützen muss. Die Aufnahme in die „Historical Cities Alliance“ ist aber auch eine Kraft spendende Chance, aus der die Verpflichtung erwächst, Konstanz als Beispiel einer geglückten Stadtentwicklung weiter voranzubringen. Etwa durch die längst überfällige Sanierung des zentral gelegenen Bahnhofplatzes mit der Umwandlung in eine vitale Begegnungszone. Und es geht auch nicht an, einerseits einem erlauchten Kreis von Städten anzugehören, aber einen für Gehbehinderte unzugänglichen Bahnhof zu besitzen.

Von Buenos Aires, der südamerikanischen Metropole und Hauptstadt Argentiniens, die 1580 als “Stadt der Heiligen Dreifaltigkeit und Hafen der Heiligen Maria der guten Winde” gegründet wurde und heute in ihren 48 Stadtteilen rund 13 Millionen Einwohner beherbergt, ist in städtischen Konstanzer Mitteilungen zwar ebenfalls die Rede. Doch Buenos Aires ist zumindest vorerst nicht mit von der Party der “Historical Cities Alliance”.




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