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28. Juni 2010 | In Sachen Tankstellen bald 15:0 für Kreuzlingen

Ein frisch gefüllter Tank spart 20 Euro

Konstanz/Kreuzlingen (gro) Wer seinen (fast leeren) Tank in Kreuzlingen neu füllt, spart um die 20 Euro. Kein Wunder also, dass der Umsatz an manchen Kreuzlinger Tankstellen zu über 99 Prozent auf das Konto von Kunden aus Konstanz geht. Schliesslich ist das Schweizer Benzin genau so gut wie das deutsche – bloss billiger, und zwar aktuell um etwa 35 Cent pro Liter. Den grösseren Teil des Preises, knapp 90 Cent pro Liter, kassiert in Deutschland der Fiskus. In der Schweiz greift der Staat gut ein Drittel weniger ab. Trotzdem schneiden die Schweizer Finanzbehörden unterm Strich mit ihrer zurückhaltenden Besteuerungspolitik gut ab: Der Tanktorismus spült dem Nachbarland im Jahr um die 250 Millionen Euro in die Staatskasse: Eine Viertelmilliarde an Euros, die den Nachbarstaaten, vor allem Deutschland und Italien verloren gehen.

Neben Benzin wir immer mehr Schokolade verkauft

In Kreuzlingen hat man sich längst auf den blühenden Tanktourismus eingestellt. Während im historischen Zentrum von Konstanz und im ganzen Stadtgebiet links des Rheins schon vor Jahren die letzte Tankstelle dicht gemacht hat, wartet die kleine Schweizer Nachbarstadt mit einem dichten Netz von Zapfsäulen auf. Zur Zeit ist die 15. Kreuzlinger Tankstelle im Bau. So gesehen steht es demnächst 15:0 für Kreuzlingen. Hinzu kommt, dass die Tankstellen in der Nachbarstadt ihre Kunden mit besonderen Service-Leistungen an sich binden. So wird etwa laut einem Bericht der „Thurgauer Zeitung“ in den Kreuzlinger Tankstationen ein anhaltend steigender Umsatz von Schokolade verzeichnet.

Der italienische Fiskus versucht’s mit Fexibilität

In italienischen Grenzgebieten zur Schweiz verzichtet der Staat neuerdings bei Benzin und Diesel auf die volle Höhe des Steueranteils. Der italienische Fiskus hofft, auf diese Weise den ausgeuferten Tanktourismus eindämmen zu können. Nach dem Motto: Besser zwei (der eigentlich drei) Drittel an Steuern als gar nichts. Ob sich die Flexibilität auszahlt, ist ungewiss. Denn die Grenze für billigeren Sprit wird dadurch nur weiter ins eigene Land hinein verlagert. Dagegen hätte ein Konstanzer Autofahrer allerdings nicht das Geringste einzuwenden.




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