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1. Juli 2010 | Zur Entscheidung des TIK-Aufsichtsrats in Sachen Lenk-Skulptur

Nach dem Platzverweis wird’s fürs nackte Päpstlein lustig

Konstanz (gro) Mit knapper Mehrheit hat es der Aufsichtsrat der Tourist-Information Konstanz (TIK) am Mittwoch abgelehnt, das nackte Päpstlein noch länger in der nördlichen Eingangshalle des Konstanzer Hauptbahnhofs zu beherbergen. Dorthin gekommen war die 700 Kilo schwere Skulptur, eine originaltreue Kopie der Figur, die die von Bildhauer Peter Lenk geschaffene Konstanzer Hafenschöne Imperia seit 17 Jahren auf ihrer linken Hand balanciert, Ende April dieses Jahres, und zwar auf Wunsch von Norbert Henneberger, dem Chef des städtisch dominierten Touristik-Unternehmens. Der Platzverweis für die Papstfigur macht die Angelegenheit, die längst das interntionale Medieninteresse geweckt hat, laut Künstler Lenk „erst so richtig lustig“.

Künstler Peter Lenk pocht auf Demokratie

Der Künstler hatte es allen Beteiligten eigentlich ganz leicht gemacht. Als kurz nach der Aufstellung der satirisch, aber rundum „jugendfreien“ Figur Stimmen laut wurden, dass hier womöglich unzureichend abgeschirmte religiöse Gefühle in Mitleidenschaft gezogen würden, erklärte Peter Lenk spontan seine Bereitschaft, die Figur wieder abzubauen. Er knüpfte daran allerdings eine klare Bedingung: Wenn der Aufsichtsrat der TIK die Entfernung der Skulptur verlange, müsse diese Entscheidung nach demokratischen Gepflogenheiten ablaufen und nachvollziehbar sein.

Wo sind die Namen, wie lauten die Argumente?

Im Einzelnen erwartete Peter Lenk, dass Namen genannt werden und dass die kommunalpoltisch und wirtschaftlich engagierten Entscheider mit ihren jeweiligen Argumenten das öffentliche Interesse bedienen können. Da die Entscheidung trotzdem hinter verschlossenen Türen fiel, macht Lenk nun, sozusagen logischer Weise, seine Ankündigung wahr - und geht gegen den nach seiner Meinung ungerechtfertigten Platzverweis für sein steinernes Päpstlein vor. Als kundiger Wegweiser dient dem Künstler der Freiburger Rechtsgelehrte Albrecht Götz von Olenhusen, der wohl profilierteste Anwalt europäischer Künstler in Sachen Urheber- und Eigentumsrecht Kurzum: Das aus Stein gegossene Päpstlein in der Bahnhofshalle wird noch einige Zeit zu besichtigen sein und für jede Menge Abwechslung und Diskussionen sorgen.




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2 Kommentare

  1. 1. tortugabodensee

    Was für ein Trauerspiel! Einen Prunkklotz auf Klein Venedig hinknallen wollen, die Gegner davon als Kulturbanausen beschimpfen und dann vor der nackigen Papst-Posse den Schwanz einziehen! Wie erbärmlich!

  2. 2. Schnellschwimmer

    @tortugabodensee:
    Ja, ist gut. Im Südkurier haben Sie dieses Posting ebenfalls herausgelassen. Was raus muss, muss raus, was? Das KKH wurde in dieser Form abgelehnt, die Diskussionen fangen jetzt wieder dort an, wo sie vor 20 Jahren schon mal waren. Aber Konstruktives habe ich bisher trotzdem nicht vernommen.

    Jetzt bei jeder Gelegenheit auf das KKH zu verweisen zeugt nicht gerade von übermäßigem Urteilsvermögen und ist sogar noch unter dem Niveau eines Kleinkindes, daß sich darüber freut, dem anderen Kind mal ein Förmchen geklaut zu haben.

    Aber es geht ja jetzt um das Päpstlein: Provinzposse? Sicherlich. Aber die Entscheidung des TIK-Aufsichtsrates ist nun mal so gefallen, wie oben beschrieben. Das ist zu akzeptieren. Oder rennen Sie jeden Morgen in die Backtube Ihres Bäckers und quatschen dem rein, wie er den Teig anmischen soll? Sicher nicht. Aber der TIK jetzt ganz groß reinqautschen. Typisch Konstanzer: Blöd rummaulen, nichts besser können und zu allem eine plumpe Meinung haben. Ho Narro!

    Wer dieses Päpstlein vom Lenk gerne hätte, soll sich doch einen Abguss in den Garten stellen.

    Es ist wirklich nicht viel besser, vermeintliche Provinzpossen mit provinziellem Geplärre zu kommentieren.

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