In Frauenfeld will’s Eminem noch einmal wissen
Konstanz/Frauenfeld (sebi) Lange Zeit war von ihm nichts zu hören gewesen. Doch nun ist der neu auferstandene Superstar sozusagen direkt vor der Haustüre zu erleben: am kommenden Freitag zum Auftakt beim Open Air Frauenfeld. Die Rede ist von Eminem. Der weisse US-Rapper hatte zuletzt schwer mit den Folgen einer mittleren Drogenkarriere und mit Medikamentensucht zu kämpfen. Nach fünf Jahren Funkstille hatte Eminem vergangenes Jahr sein neues, seit langem erwartetes Album „Relapse“ („Rückfall“) herausgebracht – mit recht bescheidener Resonanz (von der erfolgreichen Singe-Auskoppelung „Not Afraid“ einmal abgesehen). Doch nun startet der Rapper durch mit „Recovery“ , seinem siebten Studioalbum. In den kommenden Wochen will Eminem zu einer Europatour aufbrechen. Frauenfeld ist so etwas wie die Generalprobe. Das Open Air dauert wie immer drei Tage.
Der Selbstverliebte holt sich Partner auf die Bühne
Trotz seiner Eskapaden gilt Eminem als einer der kommerziell erfolgreichsten Grössen im Musikgeschäft. In „Not Afraid“ begegnet der Rapper auf der Flucht vor sich selber seinen eigenen Ängsten. Und irgendwie führt der Weg von dort direkt zum neuen Album „Revovery“. Der 37-Jährige macht da etwas, was er früher strikt abgelehnt hatte: Der Selbstverliebte arbeitet mit anderen Künstlern zusammen, mit dem schwarzen Südstaatenrapper Lil’ Wayne und den Popstars Rihanna und Pink. Pinks „Won’t Back Down“ hat die Qualität eines James-Bond-Titelsongs. Ein Zeichen für Experimentierfreudigkeit? Auf jeden Fall tun die poppigen Elemete dem Album gut. Nicht neu, aber bewährt: Die feschen Sampling-Beats von DJ-Größen wie DJ Khali oder Jim Jonsin kombiniert mit Eminems markantem Flow.
Im Wandel stecken Kraft und Reife
Im Vergleich zu vorangegangenen Produktionen präsentiert sich hier ein reiferer Eminem – auffallend kraftvoll, mit ausgefeilten (wenn auch derben) Texten und mit durchweg überzeugenden Gesangseinlagen. In „No Love“ etwa tönt Eminem wie ein überdrehter Derwisch, der eher tot umfallen würde, als das Silbendreschen aufzugeben. „Recovery“ macht Stück für Stück – und das Album enthält insgesamt 17 Songs – den Wandel des Rappers spürbar. Wohin der Weg Eminens in der Post-Drogen-Ära führt, ist vorerst offen. Beobachter der Szene glauben ihn auf der Suche nach seiner Identität ausgemacht zu haben. Der Titel „Going Throung Changes“ („Veränderungen durchmachen“) enthält immerhin das Konzept dafür. Eminem kommt erstmals seit sieben Jahren wieder nach Europa. Das Album braucht Promotion. Der Auftritt vor unserer Haustür gehört dazu.
Kleiner Extra-Tipp: Am Sonntag CH-Rapper Gima
Auch das diesjährige Open Air Frauenfeld ist gespickt mit grossen Namen aus der nationalen und internationalen Rap Szene. CH-Rapper Gimma darf dabei nicht fehlen. Er präsentiert zum ersten Mal live und exklusiv sein neues Album “Unmensch”, das im vergangenen Mai auf den Markt kam. Dieses einmalige Konzert von Gimma findet satt am Sonntag um 11 Uhr auf der kleinen Bühne. Bild: Wikipedia





