Dornröschen » Blog Archive » Klinikum muss sparen um zu überleben
Leserkommentare
 
Sponsoren
28. Juli 2010 | Aus der Sondersitzung des Gemeinderats

Klinikum muss sparen um zu überleben

Konstanz (wak/gro) Private Krankenhausbetreiber sehen offenbar die Zeit für gekommen, eine Übernahme des Klinikums Konstanz anzuvisieren. Das wurde in der Sondersitzung des Gemeinderats am Dienstag deutlich. Oberbürgermeister Horst Frank steht solchen Überlegungen, wie es in internen Kreisen des Rathauses heisst, „recht aufgeschlossen“ gegenüber. Der Gemeinderat ist dagegen nach wie vor strikt gegen eine Privatisierung. Er hat sich nun aber damit herumzuschlagen, dass ein Weg gefunden werden muss, die Personalkosten dieses Jahr um 700.000 und nächstes Jahr sogar um 800.000 Euro zu verringern. Notwendig geworden war die Sondersitzung, weil das Regierungspräsidium den Wirtschaftsplan fürs Klinikum nicht genehmigt hatte. Die Nachbesserung mit zahlreichen Sparmaßnahmen dürfte das Regierungspräsidium ausreichend milde stimmen.

Arbeitsgruppe für die Personalfrage

Rainer Ott, Geschäftsführer des Klinikums, hatte einen Maßnahmen-Katalog erarbeitet, um dem Regierungspräsidium einen genehmigungsfähigen Wirtschaftsplan vorlegen zu können. Ab Mitte August soll eine Arbeitsgruppe darüber beraten, wie die anvisierten Einsparungen beim Personal durchgesetzt werden können. Eine Wirtschaftsberatungsgesellschaft kam zuletzt zum Schluss, dass das Überleben des Klinikums gesichert ist, wenn dort tatsächlich so nachhaltig gespart wird wie das angekündigt ist.

Wenn Kommunen überfordert werden

Zuletzt hatte sich das Krankenhaus-Unternehmen Helios in Konstanz wieder ins Gespräch gebracht: Konstanzer Stadträte waren mit persönlichen Einladungen zu einer Feier nach Überlingen gebeten worden. Helios habe damit „Interesse signalisiert“, sagte ein SPD-Stadtrat. Auch ein anderer privater Träger habe sich gemeldet. Bis vor drei Jahren war das Überlinger Krankenhaus ein städtisches. Die Stadt war mit dem Haus der Regelversorgung aber schon damals finanziell überfordert und schloss 2007 einen Vertrag mit Helios. Das sei eine der besten Entscheidungen gewesen, an der er als Mitglied des Überlinger Gemeinderats beteiligt gewesen sei, sagte ein Überlinger FDP-Stadtrat vergangene Woche.

Voraussetzung ist die Kooperation auf Kreisebene

Im Kreis Konstanz, so sehen es Kommunalpolitiker und Fachleute, dürfte entweder eine kreisweite Zusammenarbeit, die den Häusern das wirtschaftliche Überleben sicherte, oder aber eine Privatisierung der Kliniken bevorstehen. Zu diesem Schluss kam jedenfalls das Gutachten der Pricewaterhouse-Coopers AG für die Kliniken im Kreis Konstanz. Pricewaterhouse-Coopers gilt als eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland.




 Kommentieren    Trackback    Drucken

Ein Kommentar

  1. 1. Nabholz

    Vielleicht sollte man mal Überlingens Patienten fragen, wie toll Helios ist. Mein Bettnachbar im Klinikum war jedenfalls froh in Konstanz gelandet zu sein. Wann begreift man eigentlich mal dass Gesundheit Geld kostet und Krankenhäuser kein gewinnbringender dienstleister sein kann. Alle staatlichen Dienstleister, die privatisiert wurden sind schlechter dafür aber teurer geworden.(Post, Bahn,Telekommunikation).Zumindest für den Verbraucher.

Neuen Kommentar schreiben ...