Shmuel Blumberg - der malende Oberkantor
Konstanz (gro) Eine Ausstellung mit Gemälden von Shmuel Blumberg ist beim „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“ am kommenden Sonntag das herausragende Ereignis in Konstanz. Der 1998 im biblischen Alter von 87 Jahren verstorbene Oberkantor und Religionslehrer war ein begnadeter Maler. Möglich macht die Ausstellung die Israelitische Kultusgemeinde (IKG). In Zusammenarbeit mit der Stadt Konstanz und der Galerie Ernst wird die Ausstellung im Gemeindezentrum der IKG eingerichtet. Die Ausstellung passt in idealer Weise: Der Europäische Tag der Jüdischen Kultur 2010 steht unter dem Leitthema „Kunst und Judentum“. Um eben dieses Thema kreisen die meisten künstlerischen Arbeiten Shmuel Blumbergs.
Das Judentum den Menschen näher bringen
Die IKG wartet am Sonntag zum 6. Mal mit einem umfangreiches Programm auf, das hervorragend geeignet ist, den Konstanzern und Gästen der Stadt das Judentum näher zu bringen. Geplant sind Einführungen in die Aufgabe der Synagoge; die Mikwe, das Taufbad, wird erläutert; die Judaica, die Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek, ist zu besichtigen. Und für den jüdischen Teil des Konstanzer Hauptfriedhofs gibt es eine kundige Führung.
Wandmalereien in Jerusalemer Synagogen
Shmuel Blumberg wirkte bis zu seinem Tode als Oberkantor und Lehrer bei der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz. Er wurde am 9. Aw 5671 (3. August 1911) im polnischen Lódz geboren und kam im Alter von dreizehn Jahren mit seinen Eltern nach Jerusalem. Dort besuchte er rabbinische Schulen und wurde in einer Kantorenschule zum Chasan (Kantor) ausgebildet. Den ersten Malunterricht erhielt Blumberg von seinem Vater, mit dem er später zusammen Wandmalereien in alten Synagogen, darunter auch in der Hurva-Synagoge im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt, ausführte.
Von Shimon Nissenbaum nach Konstanz geholt
1955 wurde Blumberg als Oberkantor der Synagogengemeinde nach Köln berufen. Von 1956 bis 1960 war er Oberkantor in der Seitenstettengasse-Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und studierte in dieser Zeit an der Akademie für angewandte Kunst bei Professor Bäumer Mosaikkunst und Glasmalerei. Fünf Monate arbeitete er auch im Atelier des Wiener Malers Professor Ernst Fuchs; zusammen mit ihm stellte er erstmals seine eigenen Werke aus. Von 1960 bis 1972 bekleidete Shmuel Blumberg erneut die Stelle als Oberkantor der Synagogengemeinde in Köln. Von dort holte ihn Shimon Nissenbaum, der Gründer der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz, 1973 nach Konstanz. Bild: Israelitische Kultusgemeinde Konstanz





