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23. Dezember 2010 | Erste vorläufige Bilanz in Sachen Weihnachtsmarkt

Wenn städtische Gebühren zur Abzocke werden

Konstanz (gro) Für den erstmals in den Stadtgarten hinein ausgedehnten Weihnachtsmarkt am See, das sei vorneweg angemerkt, kann ein insgesamt erfolgreicher Verlauf vermeldet werden. Das ergaben am Mittwoch dieser Woche erste Nachfragen bei Händlern, beim Veranstalter Heinrich Stracke und im Rathaus. Die aktuelle städtische Gebührenerhöhung wirkt allerdings skrupellos. Es besteht der begründete Verdacht, dass hier regelrecht abgezockt wird, vor allem im Hinblick auf die Nutzung öffentlicher Flächen. Die Gebühr für die so genannte Sondernutzung für den Weihnachtsmarkt soll um sagenhafte 900 (!) Prozent nach oben getrieben worden sein: Wurden vom Veranstalter Heinrich Stracke für die Sondernutzung öffentlicher Flächen 2009 noch 6400 Euro verlangt, werden nun, wie man hört, von der Stadt nicht weniger als 31.000 Euro in Rechnung gestellt.

Drei grosse und 500 kleine Weihnachtsbäume

Stracke „möchte diese Zahlen weder kommentieren noch bestätigen“. Ihm sei in erster Linie an „einem guten Einvernehmen mit der Stadtverwaltung gelegen“. Er sei davon überzeugt, nach 22 Jahren erfolgreicher Arbeit als Konstanzer Weihnachtsmarktveranstalter „auf ein hoffentlich breites Vertrauen“ zu stossen. Nun gehe es darum, ein möglichst langfristiges Abkommen zu treffen. Stracke verwies in diesem Zusammenhang auf etliche zusätzllche Investitionen dieses Jahres, die er als “Vorleistung gewagt” habe. Nachdem sich die Stadt zunächst erneut zurück gehalten hatte, habe er die Aufstellung dreier grosser Wiehnachtsbäume finanziert, dazu die Aufstellung von rund 500 kleineren Fichten und Tannen.

Heinrich Stracke: „Bin schon ein bisschen stolz auf mich“

Heinrich Stracke sagt, er sei „schon ein bisschen stolz darauf“, einer Stadt wie Konstanz mit einem erfolgreichen Weihnachtsmarkt zu „nicht unerheblichen Zusatzeinnahmen“ zu verhelfen. Anderswo, etwa in Mainz, Freiburg, Strassbourg oder München, werde den Weihnachtsmärkten aus kommunalen Kassen „erheblich zugebuttert“. Das sei zunächst auch in Konstanz so gewesen. Zum Weihnachtsmarkt Konstanz, auch daran erinnert Heinrich Stracke, sei er deswegen gekommen, weil der Gemeinderat damals, vor 22 Jahren, eine Erhöhung des Zuschusses verweigert hatte. Inzwischen sorge „sein“ Weihnachtsmarkt - im Gegensatz zu gleichartigen Veranstaltungen in der näheren und weiteren Region - nicht für Ausgaben, sondern für zusätzliche Einnahmen der Kommune. Bild: Frieder Schindele



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