Der ferne CNN ist näher dran als jeder europäische Sender
Konstanz (gro) Wer über die Entwicklung in Libyen möglichst aktuell informiert sein will, schaltet CNN ein. Ted Turners erfolgreicher Nachrichtensender berichtet mit kurzen Unterbrechungen rund um die Uhr von der Entwicklung im nordafrikanischen Land zwischen Ägypten und Tunesien. Damit informiert uns hierzulande eine 7500 Kilometer entfernte, jenseits des Atlantiks gelegene TV-Anstalt besser und authentischer als viel näher gelegene Sender in Europa, und das, obwohl sich das dramatische Geschehen in unmittelbarer Nachbarschaft der Europäischen Union abspielt.
Verzweifelter Hilferuf einer Frau aus Tripolis
Fast drei Stunden dauerte allein die Direktübertragung eines Telefonats mit einer verzweifelten jungen Frau, die über CNN im Gespräch mit Anderson Cooper in der Nacht zum Freitag aus einem Versteck in Tripolis über Massaker an unbewaffneten Demonstranten berichtete und die Weltgemeinschaft anflehte, dem libyschen Volk zu Hilfe zu eilen. Während in deutschsprachigen TV-Berichten zu Libyen vor allem Experten zu Wort kamen, punktete CNN mit ausführlichen Reportagen und Interviews vor Ort, zuletzt mit Gesprächen, die Ivan Watson in der Nacht zum heutigen Samstag mit Menschen führte, die aus Tripolis und Bengasi mit Fährschiffen nach Malta übersetzen konnten.
Ein Haudegen namens Antonia Rados
Der journalistische Haudegen deutscher Sprache im Dienste deutscher TV-Nachrichten ist wieder einmal weiblicher Natur: Antonia Rados, 57, die mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnete österreichische Politologin, die regelmässig hautnah über den Irak informiert, und zwar vor allem für den deutschsprachigen CNN-Ableger n-tv und für RTL. Antonia ist längst vor Ort in Nordafrika, man sah sie mehrfach inmitten von Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo, und jetzt berichtet sie mit ihrem Team aus Libyen, zunächst aus dem befreiten Osten des Landes.
Sogar Berlusconi kündigt die Freundschaft auf
Die Reporter und Analysten von CNN (Cable News Network) geben Libyens offenbar geisteskrankem Diktator Muammar Gaddafi nur noch Tage, und vielleicht liegen die weit entfernten Beobachter, die vergangene Nacht von einem „Deadly Crackdown in Tripoli“ berichteten, damit sogar besser als die europäischen Beobachter und Politiker in der unmittelbaren Nachbarschaft Libyens. Immerhin hat Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi inzwischen seine „brüderliche Freundschaft“ mit Gaddafi aufgekündigt.







