Nicola und das Geheimnis der Beduinen vom Wadi Musa
Konstanz/Petra/Chistchurch/Buenos Aires (gro) Bärbel und Jürgen Wiedemann haben sie endlich wieder an Bord: Nicola Haag, 29, eine der tragenden Säulen der Wiedemann’schen sky-Hotelbetriebe in Konstanz und Litzelstetten. Fünf Monate lang war Nicola unterwegs gewesen, zusammen mit zwei ebenso unternehmungslustigen Gefährtinnen. Es ging rund um die Welt. Mit modernen Jets und klapprigen Bussen, auf alten Kähnen, mit dem Zug und gemieteten Autos. Am gefährlichsten wurde die Weltreise im Wadi Musa, im Tal des Moses, in Jordanien, auf halber Strecke zwischen Amman und dem Golf von Akaba, wo sich die Weltenbummlerinnen von Beduinen aufs Glatteis führen liessen..
Mit verbundenen Augen zum Willkommensfest
Die Beduinen waren schon fast wieder vergessen, als es am Mittwochabend hoch über den Dächern von Konstanz einen turbulenten Empfang für die heimgekehrte Nicola gab: Eltern und Geschwister, Freunde, Kollegen und Bekannte hatten sich im Empfangsraum des neuen Hotelbetriebs im Nissenbaum’schen Hochhaus versammelt, um die aus der grossen weiten Welt zurück gekehrte Hotelfachfrau, der zuletzt feierlich die Augen verbunden worden waren, mit einem Willkommensfest zu überraschen.
Das allererste Ziel war Istanbul
Anfang Oktober 2010, nach der Übergabe des „Barbarossa“ an Florian Miele, starteten Nicola, Bettina und Mira, alle 29 Jahre alt, zur grossen Reise. Zunächst mit dem Flieger in Zürich-Kloten nach Istanbul. Mit dem Bus ging es weiter Richtung Göreme (Kappdokien). Zu den nächsten Stationen gehörten Aleppo, Palmira und Syriens Hauptstadt Damaskus. Dem Trio aus Konstanz gelang es, auch die palästinensischen Städte Hebron und Ramallah zu besuchen. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war in Israel der Besuch von Tel Aviv und Jerusalem.
In der uralten Ruinenstadt der Nabatäer
Echte Probleme bekamen Nicola, Bettina und Mira aber nur In Jordanien, „und wir waren“, wie Nicola Haag erzählt, „selber schuld daran“. Sie wollten Petra, die aus den Felsen gehauene Ruinenstadt der Nabatäer, das biblische Rabba, besichtigen, waren jedoch vom Eintrittspreis regelrecht geschockt. 50 Euro pro Person sollte die Besichtigung kosten. Als die drei Frauen zögerten, wurden sie von Einheimischen beobachtet und darauf aufmerksam gemacht, dass das alles auch viel günstiger, ja kostenlos, zu bewerkstelligen sei. Man verabredete sich und liess sich von den Beduinen, den B’doul, am frühen Morgen auf Schleichwegen in die Felsenstadt mit ihren gut 800 Baudenkmälern lotsen.
Am Ende war mehr als das Doppelte zu berappen
Umso grösser war die Überraschung, als Nicola, Bettina und Mira im Ausgangsbereich der Felsenstadt von jordanischen Beamten gestellt und als strafbare Eindringlinge bezeichnet wurden – mit Beweismaterial aus Überwachungskameras. Nach peinlichen Befragungen durch Polizeibeamte waren schliesslich pro Person 108 Euro zu berappen, um die zum Weltkulturerbe zählende jordanische Felsenstadt hinter sich lassen zu dürfen. Kein Wunder jedenfalls, dass sich den drei vergeblich um Sparsamkeit bemühten Reisenden der Verdacht aufdrängte, dass die Beduinen mit den Aufsehern der Ruinenstadt womöglich gewinnbringend zusammen arbeiten.
Endlich ging es wieder zurück nach Konstanz
Weitere Stationen der Weltreise waren Bali - und Australien. Dort legten die drei Frauen in einem Mietwagen immerhin gut 10.000 Kilometer zurück, entgingen knapp den nachfolgenden Überschwemmungen, jetteten anschliessend nach Christchurch auf der Südinsel Neuseelands und vermieden mit einem rechtzeitigen Start die Katastrophe des wenig später hereinbrechenden Erdbebens. Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens, war dann, zum ersten Mal, das neue Ziel, bevor mit dem Bus Chile angesteuert wurde, wo sich Bettina verabschiedete, um sich in Santiago de Chile weiter zu bilden. Am Ende, und nach erneut vermiedenen Konsequenzen aus Naturkatastrophen, diesmal bestehend aus verheerenden Erdrutschen in Bolivien, fanden Nicola und Mira endlich ihren Heimweg über Buenos Aires und Zürich – nach Konstanz.





