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1. Juni 2011 | Gütetermin vor Arbeitsgericht gescheitert

Der Chefarzt, die Stiftung und die sechsfache Kündigung

Konstanz/Radolfzell (gro) Der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Radolfzell ist erwartungsgemäss gescheitert: Ob Gerd Müller-Esch, dem Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) am Klinikum Konstanz, zu Recht gekündigt worden ist, wird in einer vermutlich ausführlichen juristischen Auseinandersetzung geklärt werden müssen. Sehr sicher ist sich die Arbeitgeberin des Chefarztes, die städtische Konstanzer Spitalstiftung, offenbar nicht. Dem Chefarzt wurde auf insgesamt sechsfache Weise die Kündigung ausgesprochen, zweimal sanktioniert durch eine Mehrheit des Stadtparlaments.

Alle 25 Ärztinnen und Ärzte haben unterschrieben

Anlass für die erste Dreifachkündigung war ein offener Brief der Inneren Abteilung, der von sämtlichen 25 Ärztinnen und Ärzten der Abteilung, einschlieslich Müller-Esch, unterzeichnet ist. In dem Schreiben wird die Krankenhausleitung scharf angegriffen – ein Akt der „Illoyalität“, der ausschliesslich dem Chefarzt anzulasten sei, wie es einer Begründung der Kündigung sinngemäss heisst. Ihm wurde deswegen Ende April des Jahres „ausserordentlich und fristlos“ sowie „ hilfsweise“ auch „ordentlich“ gekündigt.

Demütigend empfundene Umstände

Mit der Dreifachkündigung verbunden war die Aufforderung an den Chefarzt, das Büro, dessen Zugangstüren zuvor durch einen Austausch der Schlösser besonders gesichert worden waren, möglichst umgehend zu räumen. Während dieser Räumung, die in der ersten Maiwoche stattfand und die für den Chefarzt und seine Helfer mit offensichtlich als demütig empfundenen Umständen verbunden war, kam es zu abfälligen Äusserungen. Sie werden dem Chefarzt als Beleidigungen zur Last gelegt: Zweiter, in diesem Falle hilfsweiser Grund (falls es mit der ersten Kündigungsaktion rechtlich nicht klappt) zu kündigen, und zwar wieder „sofortig, ausserordentlich und hilfsweise ordentlich“.

Die Aufmerksamkeit der Medien ist heute schon garantiert

Nächsten Monat, im Juli, will man sich, wie es im „Südkurier“ heisst, vor Gericht zum nächsten juristischen Schlagabtausch treffen. Mit den Hauptverhandlungen in der causa Müller-Esch gegen die Stadt Konstanz ist dann ab September zu rechnen. Die Aufmerksamkeit der Medien dürfte allen beteiligten Seiten heute schon garantiert sein.



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