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20. Juni 2011 | Planer: Seeufer, Zentrum und „Niemandsland“ aufwerten

Kreuzlingen: Blechlawinen an See und City beseitigen

Konstanz/Kreuzlingen (gro) Die Kreuzlinger Stadtplaner plädieren für eine Aufwertung zentraler städtischer Areale. Dafür soll auch das etwas unübersichtliche Gebiet, das zwischen den beiden Grenzstädten Konstanz und Kreuzlingen stellenweise zu einem typischen Niemandsland geworden ist, saniert und in nachbarlicher Absprache weiterentwickelt werden. Als erste Schritte in die städtebauliche Zukunft wollen die Kreuzlinger die Blechlawinen entlang der Hafenstrasse und auf dem zentral gelegenen Bärenplatz beseitigen. Zwei grosse Parkgaragen sollen die Autos künftig aufnehmen, und so zwei attraktive urbane Plätze frei machen.

Neuer Richtplan gibt die Entwicklung vor

„Der Verbund der beiden Hauptzentren von Kreuzlingen und Konstanz“ habe neben der Entwicklung und Erweiterung des eigenen Stadtzentrums „hohe Priorität“, heisst es im neuen Richtplan der Stadt Kreuzlingen, wie Regine Klett dieser Tage im „seemoz“ berichtet. Mit ihrem neuesten Richtplan, so die Konstanzer Journalistin, planten die Kreuzlinger die Konstanzer Zukunft „einfach gleich ein bisschen mit“. Die Schweizer Nachbarn seien den Konstanzern damit ein ordentliches Stück voraus. Regine Klett: „Kreuzlingen plant grossräumig und weitsichtig, während Konstanz auch in Kleinigkeiten nichts auf die Reihe kriegt.“ Der Schweizer „Richtplan“ entspricht in etwa dem deutschen „Flächennutzungsplan“. Der Richtplan, der zur Zeit im Kreuzlinger Rathaus öffentlich ausliegt, ersetzt gleichzeitig einzelne Bebauungspläne und räumt bei allfälligen konkreten Bebauungen im Vergleich zu den Regelungen in Deutschland mehr Freiheiten ein.

Fabian Neuweiler: „Mehr Blech als Fleisch“

In Kreuzlingen ist man es offensichtlich leid, dass gerade besonders attraktive Plätze des Stadtareals tagtäglich zugeparkt sind. In schönster Lage gebe es „mehr Blech als Fleisch“ zu bestaunen, zitiert Martina Eggenberger Lenz in der „Thurgauer Zeitung“ Fabian Neuweiler, den Präsidenten der Schweizer Volkspartei (SVP). Und Stadtammann Andreas Netzle, das bürgerliche Oberhaupt der Nachbarstadt hat laut Eggenberger im Hinblick auf die alltägliche Blechlawine auf dem Bärenplatz zwischen Klosterkirche Dreispitz und Campus kritisch angemerkt, es sei „auf jeden Fall störend, dass unsere schönsten Plätze mit Autos zugeparkt sind“.

Parkhaus im Gleisdreieck und Garage unterm Bärenplatz

Für eine Tiefgarage unterm Bärenplatz hat die Kreuzlinger Bauverwaltung fertige Pläne in der Schublade. Der Haken ist, dass es mit dem „Löwen“-Areal nicht voran geht. Es fehlt an Investoren, und deswegen ist immer noch nicht klar, wo die neue Zentrale der Kommunalverwaltung zu stehen kommt, und so lange das nicht klar ist, kann die Tiefgarage nicht in Angriff genommen werden. Das zweite Parkhaus soll im Bereich des Gleisdreiecks entstehen, dem „Niemandsland“ nahe der Kreuzlinger Hafenstrasse, dessen Charakter von Bahnlinien, abgestellten Zügen aus Deutschland und der Schweiz und von Kleingärten bestimmt wird. Mit Hilfe einer oberirdischen Parkgarage soll das gesamte Hafenareal befreit werden vom abgestellten Blech, das heute die Szenerie beherrscht.



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