Eindeutig nicht Imperias „ausladendes Becken“
Konstanz (gro) Mit einer wunderschönen Montage hat der „Südkurier“ Peter Lenks Imperia gewürdigt und ein nächtliches Blitzgewitter bildlich über die steinerne Hafenschöne gelegt. So nützlich kann Fantasie sein. Tatsächlich hat der Blitz am hellen Tag eingeschlagen und die gewohnte Drehbewegung der 18 Tonnen schweren Skulptur gestoppt. Hinzu kommt, dass „Südkurier“-Lokalchef Jörg-Peter Rau beklagt, die Skulptur strecke der Stadt nun ihr „ausladendes Becken“ hin. Abgesehen davon, dass der Redakteur wohl weniger das Becken als vielmehr den Popo Imperias meint, ist es in Wahrheit die linke Seite des Monuments mit dem erhobenen Päpstlen, die der Stadt bis auf weiteres zugewandt bleibt. Mit anderen Worten: Imperia ist nun eine Weile ständig im Profil zu sehen.
Erfreut über den Besuch des Künstlers aus Bodman
Ganze Schwärme von Enten, darunter etliche Muttertiere mit frisch geschlüpftem Nachwuchs umkreisten schnatternd den Leuchtturmstumpf mit dem Pegelhäuschen, als sich Lenk daran machte, die Störung zu untersuchen. Enten und andere Wasservögel erkennen den Künstler inzwischen, er ist der einzige, der dort regelmässig auftaucht und mit der Leiter das Monument inspiziert. Zusammen mit Elektrikern wurde der Blitzschaden diagnostiziert. Trotz Blitzableiter ist eine Spule des Motors durchgeschmort, der den Drehkranz antreibt.
18 Jahre ohne nennswerte Störung
Seit 18 Jahren hat sich die Hafenschöne ohne nennswerte Störung gedreht, allerdings immer nur tagsüber, beziehungsweise, so lange es hell war. Nachts bleibt abgeschaltet, unter anderem, um bei Blitzeinschlägen den Motor des Drehgestells nicht zu gefährden. Lenk nimmt die Störung gelassen. Fürs kommende Jahr sei ohnehin eine Generalinspektion des Drehgestells angestanden. Die wird nun ein paar Monate vorgezogen. Lenk und seine Helfer haben auch versucht, den stählernen Sockel mit der Hafenschönen von Hand zu bewegen, um Imperia den Besuchern des Hafens von ihrer besten Seite zu zeigen. Doch die Figur liess sich trotz grosser Anstrengungen „gerade mal 2 Millimeter bewegen“, sagte Lenk. Etwa eine Woche wird die Reparatur dauern. So lange können sich die Schweizer noch am wohlgeformten Hintern der Hafenschönen ergötzen, während sich die Konstanzer mit dem Profil Imperias begnügen müssen.





