Übers Jahr grüsst Imperia vom Mittelmeer
Konstanz/Imperia (gro) Bildhauer Peter Lenk ist eingeladen worden, an der italienischen Riviera auszustellen. Schauplatz ist ein im Jugendstil gehaltener Palazzo in Porto Maurizio, im Westteil der Hafenstadt Imperia. Initiator .des Gastspiels, das voraussichtlich im April und Mai 2012 stattfinden wird, ist der Schriftsteller und Kulturaktivist Augusto Fausto Nori. Die Stadt Imperia und die Region Ligurien unterstützen das Projekt. Bildhauer Lenk versteht sein Engagement am Mittelmeer als „südlichen Auftakt“ zu den Festlichkeiten anlässlich des Jubiläums „600 Jahre Konstanzer Konzil“. Papst und Kaiser werden mitreisen „und zusammen mit Imperia aus Imperia von der Riviera über die Alpen nach Konstanz grüssen“, sagt der Künstler aus Bodman. Malerfürst Georg Baselitz hat Lenk für die Ausstellung in Porto Maurizio empfohlen..
Imperia massstabsgetreu, Kaiser und Päpstlein in originaler Grösse
Lenks Imperia darf beim Abstecher an die Riviera nicht fehlen und wird als massstabsgerecht verkleinerte Mehrfertigung dabei sein. In originaler Grösse sind die Gaukler mit von der künstlerischen Frühjahrsparty in Ligurien: das Päpstlein als Abbild des Kirchenoberhaupts und der gekrönte Gaukler als gramgebäugter Kaiser. Hinzu kommt eine Kollektion von Lenk’schen Werken, die auf der anderen Seite der Alpen und jenseits des Seeappennins ihren spektakulären Auftritt bekommen, um einen Überblick zu geben über das Schaffen des Bildhauers vom Bodensee. Fotomaterial und Texte ergänzen die Ausstellung, die, wenn alles planmässig geht, von Imperias Bürgermeister Paolo Strescino, einem Gefolgsmann der Alleanza Nationale, eröffnet wird.
Kunstinteressierte In Italien kennen das Schaffen Peter Lenks. Vor allem die Konstanzer Hafenschöne, zuvor auch der Laubebrunnen, sind dort in den Feuilletons der Tageszeitungen vorgestellt worden. Anlässlich der Aufstellung der „Hübschlerin“ (Lenk) vor 18 Jahren im Konstanzer Hafen, hat sich am Gregorianum in Rom, der Universität der Jesuiten, der Kirchenhistoriker Enrico W. Pfeffer mit der historischen Imperia beschäftigt - und dafür gesorgt, dass Peter Lenk bei einem Rombesuch das Grab der geistreichen und von Raffael in den vatikanischen Stanze verewigten Schönheit in einem Vorhof der Kirche St. Gregorius unweit des Kolosseums finden konnte. Auch die Triumphfahrt der Papstfigur durch Österreich, nach der Verbannung aus der Konstanzer Bahnhofshalle im Frühjahr 2010, fand ihren NIederschlag in zahlreichen italienischen Publikationen. Andererseits liegt es auf der Hand, dass der Name Imperia - die Namensgleichheit von Figur und Küstenstadt - den Anstoss gab, den Bildhauer an die italienische Riviera zu bitten.
Wo einer der grössten Jachthafen Liguriens heranwächst
Die Stadt Imperia gibt es erst seit 1923, namensgebend war der kleine Fluss Impero, der zwischen den Stadtteilen Porto Maurizio (im Westen) und Oneglia (im Osten) ins Meer mündet. Als Porto Maurizio und Oneglia noch selbständig waren, lagen sich die Bürger der beiden Städtchen häufig in den Haaren. Porto Maurizio gehörte zeitweise zu Frankreich, und das erwähnte Flüsschen bildete damals die Grenze zu Italien. Heute wächst zwischen Porto Maurizio und Oneglia, wo einst Grenzgebiet war, einer der grössten Jachthafen Liguriens heran.
Eine Städtepartnerschaft mehr würde nicht schaden
Konstanz unterhält fünf Städtepartnerschaften (mit Fontainebleau, Lodi, Richmond, Tabor und Sozhou), Imperia pflegt vier: mit Mandelieu-la-Napoule in Frankreich, mit Newport und Newport Beach in den USA sowie mit Rosario in Argentinien. Da würde eine weitere Partnerschaft, eine zwischen Imperia und Konstanz, nicht schaden. Konstanz hätte dann zwar zwei italienische Partnerstädte, aber die ligurische Hafenstadt hat ja mit Newport und Newport Beach auch zwei Partnerstädte in einem Land. Mit rund 42.000 Einwohnern ist Imperia halb so gross wie Konstanz und etwa so gross wie Lodi, und Imperia wäre dann so etwas wie die italiensiche Bade-Partnerstadt (eine Art Lodi Beach, wenn man so will). .
Baselitz ist Ehrenbürger von Imperia
Der deutsche Malerfürst („Die grosse Nacht im Eimer“) und Bildhauer Georg Baselitz hat nahe bei Imperia eine kleine Sommerresidenz. Der 73jährige, gebürtige Oberlausitzer und Ehrenprofessor der Künstakademie Florenz, ist Ehrenbürger von Imperia. Als er davon hörte, dass sich Augusto Fausto Nori für eine Ausstellung mit Peter Lenk stark machte, bekräftigte er ihn darin. Er schätze die Arbeit Lenks.
Schriftsteller mit bewegter Vergangenheit
Nori hat bereits etliche Kunstprojekte für seine Heimatstadt Imperia verwirklicht. Er ist Literat und Schriftsteller mit bewegter Vergangenheit, studierte in Berlin und New York, spricht unter anderem fliessend Deutsch und arbeitete für die Industrie und als Gewerkschafter – bis er sich 1991 entschloss, sein Leben ganz der Kultur zu widmen. Ein frühes Buch von Nori hat den Titel „Il desiderio è il padre del pensiero“ („Das Verlangen ist der Vater des Gedankens“). Zuletzt stellte er seinen Roman „Ombre Gigantesche“ („Gigantische Schatten“) vor. Den Umschlag gestaltete die Grafikerin und Malerin namens Coma, die Frau des Augusto Fausto Neri. .





