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17. August 2011 | FDP mit Vorstoss in Sachen Wohnungsknappheit

Everke: „Es geht darum, endlich etwas zu unternehmen“

Konstanz (gro) Die FDP-Fraktion will mit einem Vorstoss für Bewegung sorgen in Sachen Wohnungsknappheit. Es gebe „einen eklatanten Mangel an Wohnraum“, während andererseits „ein Überangebot an Gewerberäumen“ registriert werden könne. Vor allem Wohnraum für die steigende Zahl der Studierenden fehle, sagt Fraktionsvorsitzender Heinrich Everke. Mit den alljährlichen Appellen an die Bürgerschaft, Platz zu machen für Studenten, sei es nicht getan, sagt der kommunalpolitisch engagierte Arzt weiter. Es sei an der Zeit, „endlich etwas zu unternehmen“.

Stadt soll Möglichkeiten einer Umnutzung prüfen

Everke plädiert für ein beispielhaftes Vorangehen der öffentlichen Hand. So stehe etwa das Gebäude am Lutherplatz, in dem früher der Bezirksdienst der Polizeidirektion untergebracht gewesen sei, seit Jahren leer. Es gebe eine „lange Reihe“ solcher Beispiele, schreibt Everke an Oberbürgermeister Horst Frank. Es sei zu prüfen, wie bisher gewerblich genutzte Leerstände möglichst unkompliziert für Wohnzwecke genutzt werden könnten. Die Stadtverwaltung solle prüfen, welche rechtlichen und verwaltungstechnischen Möglichkeiten es gibt, solche Räumlichkeiten, „wenn auch nur vorübergehend“, etwa für studentisches Wohnen zu nutzen.

Es sind vor allem Interessen…

Kenner der Materie versichern, dass einer Umwandlung von Gewerberäumen in Wohnungen nach der aktuellen Lage „rechtlich nichts entgegen steht“. Auch die früher stark erschwerte Umnutzung von Wohnraum in Gewerbe sei inzwischen „rechtlich weitgehend unproblematisch“. Deswegen müsse auch niemand die Befürchtung haben, einmal in Wohnraum umgenutzte Gewerbe-Immbbilien womöglich nicht mehr „zurückverwandeln“ zu können.

Anregung einer Task-Force-Abteilung

Anders sieht es aus mit der Interessenlage: Eigentümer von Mietwohnungen sehen die Umwandlung von Gewerberäumen für Wohnzwecke bestenfalls mit gemischten Gefühlen. Denn jede Angebotsausweitung auf dem Wohnungsmarkt wirkt preisdämpfend. Mit anderen Worten: Wenn aus Gewerberäumen Wohnraum wird und wenn Eigentümer von solchen Objekten Gefallen daran finden, sinken die Erlöse aus der Vermietung von Wohnungen. Damit widerstreitende Interessen das fraglos drängende Problem studentischer Wohnversorgung nicht blockieren, wäre nach Ansicht Everkes eine zügig arbeitende Task Force aus Fachleuten sinnvoll.



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