Lässt Horst Frank heute die Katze aus dem Sack?
Konstanz (gro) Lässt Horst Frank heute die Katze aus dem Sack? Das Bürgergespräch in Wollmatingen böte den geeigneten Rahmen für eine Erklärung des Oberbürgermeisters, ob er für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung steht oder nicht. Denn zum einen wollte sich Horst Frank Mitte Oktober dazu äussern, zum anderen ist Wollmatingen der Heimatort des Stadtoberhaupts. Kommunalpolitische Beobachter sind in ihren Prognosen gespalten. Die derzeitige Omnipräsenz des “Sphinx von Wollmatingen”, die nun seit Monaten anhält, ist für viele ein klarer Hinweis darauf, dass Horst Frank kommendes Jahr noch einmal antritt. In der Umgebung von dornroeschen.nu geht man dagegen davon aus, dass sich Franks Ehefrau Ute durchsetzt: Der Horst, der sich in zwei Perioden als Oberbürgermeister aufgerieben und sich einen kompletten Pensionsanspruch erworben hat, wäre schlecht beraten, sich noch einmal in den Wahlkampf zu stürzen und sich womöglich nochmals jahrelang mit diesem schwierigen Gemeinderat herumzuschlagen.
Hansen mit Andreas Renner beim Theaterfest
Man hat Wilhelm Hansen, den früheren und mittlerweile immer häufiger vermissten Konstanzer Kultur- und Sozialbürgermeister, beim Theaterfest (mit Henning Mankell und Frank-Walter Steinmeier) unlängst zusammen mit Andreas Renner gesehen. Das gab Gerüchten neuen Auftrieb, der ehemalige Singener Oberbürgermeister und heutige Energie-Lobbyist, habe Interesse am Spitzenjob in Konstanz.
Die Frage ist nur, ob Konstanz attraktiv genug ist für Renner. Finanziell ist der Job in Konstanz vermutlich uninteressant für den Energie-Lobbyisten, der ja auch schon Landesminister war.
Japans grösster Pharmakonzern lässt grüssen
Die Attraktivität der Stadt dürfte auch daran gemessen werden, ob es gelingt, den bisherigen Gewerbesteuerzahler Nummer 1 in Konstanz zu halten: die ehemalige Altana Pharma AG, die vor fünf Jahren von Nycomed übernommen und nun von Takeda gekauft wurde. Bis jetzt ist nicht klar, was Takeda, Japans grösster Pharmakonzern, mit dem Unternehmen anstellt, für das sagenhafte 8,7 Milliarden Euro gezahlt wurden. Optimisten rechnen damit, dass der Takeda-Konzern in Konstanz seine neue Europa-Zentrale einrichtet. Pessimisten fürchten, dass sich die Japaner, wie dies etwa auch der Unterhaltungselektronik-Riese Sony getan hat, in Richtung Berlin orientiert. Die „teilweise geradezu unanständigen Angebote“ aus der Hauptstadt, so hört man, seien jedenfalls „nur schwerlich zu schlagen“. Wandert die Pharmazie tatsächlich ab aus Konstanz, vergrössert sich in Konstanz das Angebot an leerstehenden Gewerbeflächen noch einmal um etliche tausend Quadratmeter.
Drei Anmerkungen:
1) Unter Sphinx versteht man seit Jahrtausenden ein Fabeltier, eine Mischkreatur aus Löwe und Mensch, manchmal auch geflügelt. Charakteristisch für das Wesens ist dessen mehr oder weniger bedrohlich empfundene Rätselhaftigkeit. Unklar ist das Geschlecht der Kreatur, die sowohl in der ägyptischen Mythologie vorkommt (am bekanntesten ist die über 4000 Jahre alte Grosse Sphinx von Gizeh) als auch in griechischen und römischen Fabelgeschichten. Insofern kann es der oder die Sphinx heissen.
2) Wollmatingen ist die zweite von sechs Stationen des Stadtoberhaupts auf seinem derzeitigen kommunalpolitischen Erkundungsweg durch Konstanz, das heutige Bürgergespräch beginnt um 18 Uhr. Solche Bürgergespräche sind eine Spezialität von Horst Frank, eine Spezialität, die er seit Jahren besonders gerne pflegt. Auch war Horst Frank, 62, der im Juli 1996 zum ersten Grünen Oberbürgermeister Deutschlands gewählt wurde, während seiner bisherigen, über 15 Jahre dauernden Amtzeit nahezu permanent unterwegs zu Terminen bei den unterschiedlichsten Organisationen, Vereinsfesten und anderen Veranstaltungen. Noch nie aber stand Horst Frank derart unter Beobachtung wie in den vergangenen Wochen und Monaten. Insofern ist die behauptete, neue Omnipräsenz womöglich nichts anderes als eine optische Täuschung.
3) Ein Stadtoberhaupt wird in Baden-Württemberg für jeweils 8 Jahre gewählt. Horst Frank wird kommenden März 63 Jahre alt. Da Stadtoberhäupter (im Gegensatz zu Parlamentsabgeordneten, Minister- oder Staatspräsidenten) nur bis zum Ende des 67. Lebensjahres amtieren dürfen, könnte Horst Frank im Falle seiner zweiten Wiederwahl noch etwa fünf Jahre, also bis 2017, knapp bis zum Ende der gepanten Jubiläumsfeierlichkeiten zur 600. Jahreswiederkehr des Konstanzer Konzils, die Stadt regieren.






Da gab es mal eine Bürgerdiskussion zum Papier “Konstanz 2020″
und es wurden dabei viele Ziele definiert.
Mir kling da noch der Satz im Ohr
” lasst uns auf allen Bereichen die Nummer eine werden!”
Gesagt auf der Abschlussveranstaltung im Konzil zu Konstanz.
Wo haben wir es erreicht,
wo überhaupt den Weg in diese Richtung beschritten?
Singen hat z.B. zum Überholen angesetzt und radelt nun gemeinsam mit der ‘Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen’ ( AGfK-BW ) in die Zukunft, die => fahrradfreundliche Stadt <= heißen könnte?