Das Trauerspiel kommt endlich vor den Gemeinderat
Konstanz (gro) Die Volkshochschule als Schauplatz eines anhaltenden Trauerspiels - endlich kommt der Konflikt vor den Gemeinderat, spät, ja vielleicht zu spät. Wieder einmal geht es um eine umstrittene Kündigung. Nach dem später zurück genommenen Rausschmiss des Chefarztes am Vincentius-Krankenhauses, nach dem so genannten Maultaschenfall in einem Pflegeheim, nach der fristlosen Kündigung des vhs-Verwaltungsleiters und dessen Frau im Juli 2010 und der offenbar ungerechtfertigten Kündigung eines Chefarztes im vergangenen Juni am städtischen Klinikum geht es nun um den vermutlich willkürlichen Rausschmiss des erst im vergangenen August angeheuerten Leiters der vhs-Hauptstelle Konstanz. Gemeinsam ist den Kündigungen, dass sie ins Ressort des Konstanzer Sozialdezernenten Claus Boldt fallen - und dass bisher weder der Oberbürgermeister noch der Gemeinderat eingriff, um Schaden von der Stadt abzuwenden.
Auch dem Vorgänger sollte gekündigt werden
Fast wäre es zu einer weiteren Kündigung gekommen. Auch Helmut Lehner, dem früheren Leiter der vhs-Hauptstelle Konstanz, sollte vergangenes Jahr, neun Monate vor dem Erreichen des Rentenalters, fristlos gekündigt werden. Er kam jedoch mit einer Abmahnung davon – die später zurück genommen werden musste. Allen bekannt gewordenen Kündigungen an der vhs haftet eine mehr oder weniger ausgeprägte Rätselhaftigkeit an. Reinhard Zahn, der neu verpflichtete Leiter der vhs-Hauptstelle Konstanz, der am 12. Oktober erfuhr, dass er Ende November wieder gehen soll, hat bis heute keine Ahnung, warum er nicht mehr gelitten ist. Jede Aufklärung wird mit dem Hinweis verweigert, dass während der sechsmonatigen Probezeit ein Grund für die Kündigung nicht genannt werden müsse.
Warum wurde Jana Mühlstädt-Garzarek abgesetzt?
Rätselhaft auch, wie mit Jana Mühlstädt-Garzarek verfahren wurde. Die diplomierte Kulturpädagogin hatte ihr Amt als Chefin der Volkshochschule Konstanz-Singen nach nur 10 Monaten im Mai dieses Jahres an Nikola Ferling, die Leiterin der Aussenstelle Stockach, abzugeben. Die Konstanzer Grünen-Stadträtin und Biologin Dorothea Jakobs-Krahnen wurde ihre Stellvertreterin. Zu der Umorganisation im Mai dieses Jahres gehörte auch, dass Landrat Frank Hämmerle zurücktrat ins Glied: Er ist nun nicht mehr Vorsitzender des vhs-Trägervereins, sondern nur noch Vertreter der Kreisgemeinden, die neben Konstanz und Singen als Trägerinnen der vhs fungieren. Konstanz ist vertreten durch Bürgermeister Claus Boldt, Singen von Bürgermeister Bernd Häusler und Stockach durch Bürgermeister Reiner Stolz.
Hämmerle haftet für die Vergangenheit
Dass Hämmerle nicht mehr Vorsitzender des Trägervereins ist, verschont ihn vor der nach dem deutschen Vereinsrecht gegebenen, vollumfänglichen persönlichen Haftung. Doch diese Bestimmung, die allerdings umstritten ist, gilt auch rückwirkend, und zwar nicht weniger als 30 Jahre. Umso prekärer für Hämmerle, dass die vhs anscheinend seit Jahren erhebliche Verluste einfährt.
Ferling und Jacobs-Krahnen verfügten die Kündigung
Die jüngste Kündigung, die Kündigung des neu verpflichteten Erwachsenenbildungs-Pädagogen Reinhard Zahn, wurde von Ferling und Jacobs-Krahnen ausgesprochen und von den Trägergemeinden (vertreten durch Hämmerle, Boldt, Häusler und Stolz) gebilligt. Zahn, der die vhs Waldshut 10 Jahre lang tadellos leitete, mit der Übernahme der vhs-Hauptstelle Konstanz beruflich aufsteigen wollte und bereits ein zukunftsträchtiges Projekt in Zusammenarbeit mit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee auf den Weg gebracht hatte, versteht die Welt nicht mehr und sieht sich plötzlich vor einem beruflichen Scherbenhaufen.
Horst Frank weiss seit einem Jahr vom Chaos an der vhs
Oberbürgermeister Horst Frank wurde vor über einem Jahr über die fragwürdigen Kündigungsangelegenheiten und die bedrohliche Situation an der vhs informiert - und er ist damals, als es um geradezu wahnwitzige Mobbingaktionen gegen den seit zwei Jahrzehnten tätigen Konstanzer vhs-Verwaltungsleiter Reiner Schmid und seine Frau Gabi ging, gebeten worden einzugreifen. Doch Frank zog es damals (und bis heute) vor, auf Claus Boldt und dessen Zuständigkeit zu verweisen.
Dozentenschaft seit Monaten verunsichert und alarmiert
Die Dozentenschaft der vhs ist angesichts des seit Monaten anhaltenden Chaos‘ massiv verunsichert und alarmiert. Diese Verunsicherung hat sich nun bis die in städtischen Gremien hinein ausgebreitet und in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses ihren Niederschlag gefunden: Die Zustände an der vhs Konstanz-Singen werden zum Thema in der nächsten Sitzung des Gemeinderats.
Siehe auch den Bericht „Katastrophenstimmung in der Volkshochschule“ vom 30. Mai 2011, direkt zu erreichen über (Feld mit den roten Buchstaben einfach anklicken!): http://www.tmw-kn.com/blog/2011/05/30/katastrophenstimmung-in-der-volkshochschule/”>www.tmw-kn.com/blog/2011/05/30/katastrophenstimmung-in-der-volkshochschule/”>http://www.tmw-kn.com/blog/2011/05/30/katastrophenstimmung-in-der-volkshochschule/





