Badische Heimatzeitung wird bayrisch-schwäbisch
Konstanz (gro) Mit dem Verkauf der „Südkurier“-Mehrheit ist die 1945 in Konstanz gegründete Heimatzeitung „Südkurier“, die 1992 dem Von-Holtzbrink-Konzern einverleibt wurde, diesen Monat in den unternehmerischen Einflussbereich eines bayerisch-schwäbischen Medienunternehmens gelangt: 51 Prozent der Gesellschafteranteile gehören neuerdings Alexandra Holland. Die 45-jährige Frau ist Herausgeberin der „Augsburger Allgemeinen“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Presse-Druck- und Verlagsgesellschaft Augsburg.
Spross einer deutschen Verlegerfamilie
Alexandra Holland hat in der Geschäftsführung der Augsburger Presse- Druck- und Verlags-Gesellschaft die Redaktion der “Augsburger Allgemeinen”, den Unternehmensbereich Hörfunk und Fernsehen sowie die Unternehmenskommunikation zu verantworten. Holland stammt aus einer deutschen Verlegerfamilie. Alexandra Hollands Mutter Ellinor kam 1928 in Dresden als Kind des Journalisten und nachmaligen Gründers der „Schwäbischen Landeszeitung“, Curt Frenzel, und seiner Ehefrau Charlotte zur Welt.
„Südkurier“ sorgt für kräftigen Zuwachs
Die Augsburger Verlegerfamilie führt ihre seit einigen Jahren eingeläutete Expansion im Zeitungsmarkt mit dem Mehrheits-Einstieg beim “Südkurier” weiter: Sie hat im Februar dieses Jahres die Würzburger Mediengruppe Main-Post erworben. Auch dort ist der Konzern Georg von Holtzbrinck der Verkäufer gewesen. Der “Südkurier” sorgt für starken Zuwachs: Er erreicht rund 390.000 Leser. Das Verbreitungsgebiet umfasst das südliche Baden-Württemberg, die Bodenseeregion, den Schwarzwald und den Hochrhein.
Es geht um die Weiterentwicklung des Unternehmens
Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hatte nach ihrem Einstieg in Konstanz im Jahre 1985 sieben Jahre später, 1992, die restlichen Gesellschaftsanteile der „Südkurier“-Gruppe übernommen. Der “Südkurier” war 1945 von Johannes Weyl gegründet und von seiner Tochter Brigitte Weyl, die viele Jahre auch als Herausgeberin fungierte, geleitet worden. Am Montag dieser Woche gab die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg nun bekannt, sie habe 51 Prozent des „Südkuriers“ übernommen. Das Sagen hat damit ab sofort nicht mehr der Von-Holtzbrick-Verlag, der freilich weiterhin die restlichen 49 Anteile an der „Südkurier“-Gruppe hält. Das Konstanzer Medienternehzmen werde nun “gemeinsam” weiter entwickelt, versprachen Alexandra Holland und der Stuttgarter Holtzbrinck-Konzern.
Träume von der „FAZ vom Bodensee“
Es gebe für „die Augsburger“ eine Menge zu tun, hiess es weiter. “Südkurier”-Abonnenten müssten vom Kündigen ihrer Verträge zurück gehalten oder neu gewonnen werden, um eine anspruchsvolle Zeitung, nun unter Mitregentschaft der Augsburger Verlagsgesellschaft, täglich in ihren Briefkästen vorzufinden. Der Weg zu einer „kleinen FAZ vom Bodensee”, wie die „Augsburger“ ihr Blatt gerne sähen, sei aber “vermutlich ziemlich steinig”, hiess es am Montagabend in Konstanzer Medienkreisen.





