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24. November 2011 | Ab heute der romantische Riesenmarkt Markt am See

Zum letzten Mal das Weihnachtsschiff?

Konstanz (gro) Der Konstanzer „Weihnachtsmarkt am See“, der heute eröffnet und gut vier Wochen dauern wird, bleibt mit voraussichtlich etwa 450.000 Besuchern vorerst das grösste Spektakel seiner Art im deutschen Südwesten und in der Grossregion Bodensee. Zum zweiten Mal umfasst das Marktgelände neben der Marktstätte und dem Hafen auch Teile des Stadtparks. Zum letzten Mal dabei sein dürfte das so genannte Weihnachtsschiff. Die Pacht für das Schiff wurde von den Stadtwerken innerhalb von drei Jahren um über 200 Prozent von rund 12.000 auf knapp 30.000 erhöht und dürfte die darauf tätigen Händler und Gastronomen finanziell überfordern.

„Bedauerlich, wenn ausgerechnet das Schiff wegfällt“

Heinrich und Levin Stracke, die Veranstalter des Konstanzer Weihnachtsmarkts, fänden es zwar bedauerlich, wenn ausgerechnet das Schiff für den Weihnachtsmarkt nicht mehr zur Verfügung stünde. Es bietet zwar schätzungsweise nur einem Dutzend von insgesamt 167 Händlern Platz, ist jedoch bei den Weihnachtsbesuchern, vor allem an kalten Tagen sowie bei Regen und Schneefall, ein sehr beliebter Zufluchtsort vor der natürlichen Unbill des manchmal auch am Bodensee recht rauen, vorweihnachtlichen Wettergeschehens. Laut Heinrich und Levin Stracke ist inzwischen jedoch die „Schmerzgrenze bereits überschritten worden“.


Ohne Zuschuss der öffentlichen Hand

Der Konstanzer Weihnachtsmarkt ist ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen, das ohne öffentliche Gelder (Steuergelder) auskommt und dazuhin der Stadt Konstanz (und den Stadtwerken) zusätzliche Einnahmen verschafft. Dass der Konstanzer „Weihnachtmarkt am See“ nicht nur vom Publikum, sondern auch bei Händlern geschätzt wird, zeigt die Tatsache, dass weit über zwei Drittel der Marktbeschicker Stammkunden der Veranstalter sind. Nach wie beträgt der Anteil der Markttellnehmer, die mit Speisen und Getränken aufwarten, knapp unter 20 Prozent. Bild: Frieder Schindele




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5 Kommentare

  1. 1. Wolfgang Becker aus KN | http://www.fahrrad-infra.de/

    Wenn man einen Ast hat, der auch noch Früchte trägt, dann muss man den in Konstanz absägen, oder wie?

    Weihnachtsmarkt auf einem Boot, wo gibt es das schon.

    Es könnte ausgebaut werden und somit zu einem Wahrzeichen des KN-Weihnachtsmarktes werden.

    Was machen die Stadtwerke, eine Firme, die den Bürgern und Bürgerinnen gehört?

    Sie erhöhen den Abzockerpreis und sägen somit das Fortbestehen, sicherlich aber den Ausbau ab.

    Dann halt keinen Einnahmen.

    Kosten fallen für das Schiff ja nicht an und so gibt es auch keine Verluste, oder doch (Hafengebüren, Sicherungsbeleuchtung) ?

  2. 2. tortugabodensee

    “Privatwirtschaftlich organisiert” heisst leider auch, dass die Veranstalter ohne jegliche öffentliche Kontrolle schalten und walten können, wie es ihnen in den privatwirtschaftlichen Kram passt. Die Veranstalter entscheiden somit ganz alleine, wer wo welchen Stand haben darf und wer draußen bleiben muss. Mir verursacht eine solche Allmacht ein flaues Gefühl. So gibt es ganz offensichtlich ein ungeschriebenes Gesetz, wonach die Händler, die ihren Stand an der Marktstätte stehen haben, darauf einen wie auch immer begründeten alljährlichen Anspruch haben. Man muss hierbei bedenken, dass der Umsatz an der Marktstätte um ein Vielfaches höher ist als bei den Ständen im Stadtgarten, und dies bei identischen Mietpreisen, wohlgemerkt. Das macht den Markt zum einen unspannend, zum anderen hat das mit Ausgewogenheit und dem Gleichheitsprinzip aber auch rein gar nichts zu tun. Wird Zeit, dass ein frischer Wind durch den Weihnachtsmarkt weht und der ganze Markt in neue Hände gegeben und neu konzipiert wird. 20 Jahre sind genug “privatwirtschaftliche Organisation”, denn “Stammkunden der Veranstalter”, das hat ein Gschmäckle.

  3. 3. ErloeserPrinz

    Schade, das Schiff war das Besondere am Weihnachtsmarkt am See. Würde mich freuen, wenn es noch mehr solcher Weihnachtsschiffe gegeben hätte.

  4. 4. Nabholz

    Es immer wieder interessant, wie die ach so armen Festleveranstalter nach der Stadt schreien, wenn es um Gebühren geht. Vielleicht sollte man einen einen Solidaritätsbeitrag für notleidende Festveranstalter einführen.Ich bin vollkommen überzeugt davon, dass die Weihnachtsmarktmacher ein fettes Defizit jedes Jahr einfahren und den Markt nur aus Idealismus und Heimatverbundenheit aus Spass an der Freude veranstalten.

  5. 5. holterdipolter

    Gut gesprochen, Nabholz!

    Dass die Stadtwerke gewinnorientiert arbeiten, ist nichts Neues.
    Interessant dazu auch folgender Beitrag:
    http://www.seemoz.de/moment-mal/wir-doofen-strom-kunden/#more-5973

    Verdienstvoll fände ich es übrigens, wenn dornroeschen recherchierte, wieviel Herr Stracke alljährlich an Gebühren für die Nutzung der Marktstätte und des Stadtgartens an die Stadt zu zahlen hat. Da die Standgebühren, die jeder der rund 170 Standbetreiber an Herrn Stracke zu zahlen hat fast jedem bekannt sein dürften, ließe sich sein mutmaßlicher jährlicher Gewinn recht leicht errechnen.
    Sehr wahrscheinlich fände man schnell heraus, dass nicht die Stadtwerke den armen Weihnachtsmarkt “abzocken”, sondern dass in Wahrheit fast alle auf ihre Kosten kommen,
    außer vielleicht –
    der armen Stadt Konstanz…

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