Grüner Wendebauch
Konstanz/Albstadt/Bodman (gro) Satirisch näher gebrachte, frisch geschlüpfte politische Wesen in Bronze als Lenk‘sches Gemeinschaftwerk - aus dem solistischen Bodmaner Kunstbetrieb am oberen Ende der Kaiserpfalz ist endgültig ein Familienunternehmen geworden. Dass für Lenks Hafenschöne namens Imperia dessen Frau Bettina Modell stand, ist zwar längst durchgesickert. Doch mit dem geheimnisvollen Molch-Mann, der seit Mitte dieser Woche in Albstadt neben bekannteren politischen Grössen auf der Oberen Vorstadt zu besichtigen Ist, macht die bisher als Künstlerin vor allem in Berlin und in den neuen Bundesländern erfolgreiche Miriam Lenk jetzt auch auf der Schwäbischen Alb auf sich aufmerksam. Neben dem überdimensionalen Molch verraten Linienführung und Proportionen des wild aufflatternden Vogels Strauss die Gestaltungskraft von Tochter Miriam.
Stefan Mappus mit spitzwirbeligem Rückrat
Neben Vogel Strauss und Thilo Sarrazin beeindruckt in Albstadt nicht zuletzt ein fossilienhaft schlüpfendes Wesen mit dem unverwechselbaren Köpfchen des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus. Das Tier zeigt Rückrat, bestehend aus der gut sichtbaren Abfolge kräftig spitzer, reptilischer Wirbel. Ein gefährlich anmutendes, politisches Urviech eben.
Auch die FAZ hat ihre Freude daran
Im heimischen „Südkurier“ berichtete Uli Fricker ausführlich über die Enthüllung des Gemeinschaftswerks der Familie Lenk, und die Abendschau des SWR verbreitete die frohe Kunde hochaktuell und bundesweit. Besonders bemerkenswert ist eine ausführliche Würdigung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Darin wird verraten, Lenk habe für den einst revolutionär orientierten Fischer, der heute einen Energiekonzern und ein grosses bayerisches Autounternehmen berät, einst „nicht mal einen Tonbollen übrig“ gehabt, habe ihm nun aber einen Bauch verpasst, der sogar seinen (Fischers) Schniedel überwölbe.
Abschiedsgeschenk des Baubürgermeisters
Die in Bronze gegossene Figurengruppe ist das Abschiedsgeschenk des Albstädter Baubürgermeisters Rainer Mänder (CDU), der zum heutigen Donnerstag in Pension geht. Er verpflichtete Bildhauer Lenk mit Wissen des Gemeinderats aber ohne nähere Orientierung über das zu schaffende Kunstwerk - laut FAZ-Feuilletonist Timo Fresch getreu dem Motto „Der Mensch denkt, Gott Lenkt“. Bild: Susanne Marx





