„Andreas, mach‘ doch mal was G‘scheits“
Konstanz/Stuttgart (gro) Andreas Renner (52) ist laut einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ aufgefordert worden, sich als Kandidat für die Nachfolge Wolfgang Schusters (62) im Amt des Stuttgarter Stadtoberhauptes zur Verfügung zu stellen. Damit schwinden die Chancen, Renner für eine Kandidatur in Konstanz zu gewinnen, wo schon am 1. Juni gewählt wird. Schuster tritt bei der Wahl in der Landeshauptstadt im kommenden Oktober nicht mehr an. Es ist Susanne Eisenmann (47), die seit 2005 amtierende Stuttgarter Bürgermeisterin für Kultur, Sport und Bildung, die Renner als Kandidaten für die Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister ins Spiel bringt. Renner, der zur Zeit noch für den Energiekonzern EnBW als Leiter dessen Repräsentanzen in Brüssel und Berlin tätig ist, will dieses Wochenende, also spätestens heute, mit sich selber zu Rate gehen, in welche Richtung er sich im Hinblick auf seinen künftigen Lebensweg begeben soll. Besonders zu denken gegeben haben soll ihm der Ratschlag eines Jugendfreundes. „Andreas“, habe der gesagt, „mach‘ doch endlich mal was G’scheits und verdien‘ richtig Geld. OB warst du ja auch schon ausgiebig.“
Eisenmann: Renner bringt das Handwerkszeug mit
Susanne Eisenmann, die selber als Kandidatin für den Stuttgarter OB-Job gehandelt wurde, ist promovierte Politikwissenschaftlerin; sie war etliche Jahre lang Büroleiterin von Günther Oettinger. Eisenmann setzt auf Renners Verwaltungserfahrung auf allen Ebenen – und auf seine Vernetzung in Politik und Wirtschaft. Andreas Renner hat laut Eisenmann neben dem notwenigen Handwerkszeug auch „konkrete Grundideen für die Entwicklung der Stadt Stuttgart“, heisst es in der „Stuttgarter“ weiter. Mit Renner könne man „in Stuttgart eine Volkswahl gewinnen“ habe Eisenmann an ihre christdemokratischen Parteikollegen geschrieben, liesst man im Online-Auftritt der „Stuttgarter Zeitung“.
Junge Union unterstützt Kandidatur Renners
Anders als in Konstanz wird eine Kandidatur Renners in Stuttgart von der Jungen Union (JU) offen unterstützt. Der „Stuttgarter Zeitung“ ist jedenfalls zu entnehmen, dass JU-Vorsitzender Benjamin Völkel Bürgermeisterin Eisenmann für ihren Vorschlag dankt. Mir Andreas Renner sei ein „folgerichtiger Kandidat“ ins Spiel gebracht worden. Renner werde „viele Freunde an seiner Seite haben“, wird Völkel zitiert. Nebenher gibt es in Stuttgart Streit, weil der dortige CDU-Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann den parteilosen Unternehmer Sebastian Turner ohne Rücksicht auf die Arbeit der christdemokratischen Findungskommission ins Spiel brachte.
Vielleicht doch bald was „G’scheits“?
Eine Entscheidung darüber, wen die Stuttgarter CDU als Kandidaten fürs Amt des künftigen Oberhaupt der Landeshauptstadt ins Rennen schickt, fällt am 17. März, beim mitgliederoffenen Stuttgarter Kreisparteitag. Doch so lange dürfte Andreas Renner kaum warten können. Renner, der sich laut „Stuttgarter Zeitung“ in diesen Tagen angesichts der überraschenden schwäbischen Kandidatenwünsche „verwundert die Aiugen gerieben“ haben soll, will sich, wie oben erwähnt, an diesem Wochenende besonders intensiv Gedanken machen über seine Zukunft. Vielleicht entschliesst sich Renner nun endlich, so hoffen viele Konstanzerinnen und Konstanzer, sich für den kommunalen Spitzenjob in Konstanz zu bewerben – und endlich „was G’scheits“ zu unternehmen. Arbeit gäbe es genug.





