Polizeikontrollen in einem Rathaus voller Räuber
Konstanz (gro) Die Stadtverwaltung als Räuberbande: Am Schmotzigen nimmt sich die Rathausbesatzung selber auf die Schippe. Und die Grosse Narrengesellschaft der Niederburg, seit Jahrhunderten abonniert auf die Machübernahme zum Höhepunkt der fünften Konstanzer Jahreszeit, wird eine grosssmächtige Razzia zwischen Kanzleistrasse und Blätzleplatz inszenieren – ganz so, als sei dort seit neuestem der Bundespräsident untergekommen. Das grosse Polizeiaufgebot am 16. Februar im Herzen der Stadt, das sei ausnahmsweise einmal früh verraten, ist jedoch fast ausschliesslich närrischer Natur.
Zum letzten Mal eine satte Gewerbesteuer
Skurrile Aktionen der Niederbürgler haben Tradition. Vor Jahren griffen sie die Stadtverwaltung als römische Legionäre an. Da ging es so wild zu, dass ein leibhaftiges Pferd im Hinterhof des Rathauses verwirrt zu Boden ging und erst nach energischen Wiederbelebungsversuchen bereit war, dem damaligen Präsidenten Heinz Maser weiter als bewegliche Sitzgelegenheit zu dienen. Marc Ellegast, der aktuelle Obernarr der Niederburg, will bei der Razzia in zweieinhalb Wochen, wie man hört, auf ein Reittier verzichten, aber dafür mit einer schwer bewaffneten Eskorte anrücken. Hinzu gesellen sich vier kräftige Träger, die mit der wohlgefüllten Stadtkasse abrücken sollen, die im Jahre 2012 wahrscheinlich zum letzten Mal einigermassen satt mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer gefüllt sein dürfte.





