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6. Februar 2012 | Lage wird sich drastisch verschärfen

Schon jetzt fehlen über 1000 Wohnplätze für Studenten

Konstanz (gro) Die Kommunalpolitik hinkt der Entwicklung hinterher: Während die Zahl der Studierenden ständig zunimmt, nimmt der Anteil an Wohnheimplätzen ständig ab. Er lag bei der letzten Erhebung bei 16,7 Prozent der rund 14.000 jungen Frauen und Männer, die an der Universität und an der Fachhochschule (HTWG) eingeschrieben sind. Nur 2338 Studierende kommen in Konstanz derzeit in Wohnheimen unter. Tatsächlich sollten es gut 3500 sein. Denn für den Studienort Konstanz wird von Fachgremien wegen der beengenden Grenzlage und wegen des hohen Anteils an ausländischen Studenten ein Wohnheimanteil von 25 Prozent der Studierenden für erforderlich gehalten. Die Lage wird sich wegen drastisch steigender Studentenzahlen in den kommenden Jahren dramatisch verschärfen.

FDP-Antrag entlarvt Vogel-Strauss-Politik

Die bevorstehende, massive studentische Wohnungsnot wurde durch einen Antrag der FDP-Fraktion deutlich. Aufgrund des Antrags, der vor über einem halben Jahr gestellt wurde und am 22. September im Gemeinderat gutgeheissen wurde, ist die Verwaltung aufgefordert worden, nach Möglichkeiten zu suchen, wie sich ein Teil des massenhaft zur Verfügung stehenden Leerstandes an Gewerberäumen wenigstens vorübergehend für studentisches Wohnen nutzen lasse. Was die städtischen Planer dazu ausarbeiteten, wirkt wie ein Papier klassischer Vogel-Strauss-Politik: Die Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstag dieser Woche, die zum zweiten Mal auf den Tisch kommt, beschreibt alle möglichen Probleme, die eine Umwandlung von Gewerberäumen mit sich brächte, aber so gut wie keine Lösungsansätze – es sei denn, man verspricht sich tatsächlich eine Verbesserung studentischer Wohnungsnot, indem man sich bereit erklärt, dem Studentenwerk beim Abfassen eines Bettelbriefes an allerlei „Institutionen und Verbände“, an die städtische WOBAK, an Kirchen, Spitalstiftung und an Rathäuser der Umlandgemeinden behilflich zu sein.


Nochmals das Telecom-Hochhaus

Im vergangenen November kündigte die Stadtverwaltung an, das zu grossen Teilen leer stehende Telecom-Hochhaus im Hintergrund des Zähringerplatztes im Hinblick auf studentisches Wohnen untersuchen zu lassen. Weiter gekommen ist man damit anscheinend nicht, erneut wird aber ein Ortstermin mit beteiligten Institutionen in Aussicht gestellt. Planerisch stehe studentischem Wohnen im Hochhaus an der Moltkestrasse jedenfalls nichts im Wege, heisst es im Verwaltungspapier. In Konstanz stehen aktuell mindestens 30.000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen leer. Während das Angebot an Wohnungen weiter angespannt bleibt, wird sich der Leerstand an Gewerbeflächen weiter vergrössern. Allein durch die Abwicklung der an den japanischen Pharmakonzern Takeda verkauften Nycomed dürfte sich übers Jahr das Angebot an Gewerbeflächen um mehr als 10.000 Quadratmeter vergrössern.




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