Auch der Golfclub ist auf Kandidatensuche
Konstanz (gro) „Das ist ja fast wie im politischen Leben“, hat dieser Tage ein Konstanzer Golfer gestöhnt, „da haben sie noch immer keinen OB-Kandidaten für diese wunderschöne Stadt, und wir finden keinen, der sich an die Spitze unseres wunderschönen Golfclubs wählen lassen will“. Hintergrund der Klage ist, dass Friedrich Horsch sein Amt „unwiderruflich“ zur Verfügung stellt. Der promovierte Jurist ist seit 17 Jahren Präsident des Golfclubs Konstanz. Inzwischen ist die Zeit ziemlich knapp geworden, am 20. April, am Freitag kommender Woche, ist Hauptversammlung. Haupttagesordnungspunkt ist die Neuwahl des gesamten Vorstands. Mit rund 800 Mitgliedern ist der Golfclub Konstanz einer der grossen Clubs im deutschen Südwesten.
Horsch: „So dramatisch ist es nicht“
Friedrich Horsch besänftigt: „Ganz so dramatisch wie in der Konstanzer Kommunalpolitik“ sei die Situation beim Golfclub „natürlich nicht“. Im Übrigen gehe es ja nicht nur um die Spitzenposition, sagt der Anwalt weiter, sondern um den gesamten Vorstand. Man sei in der komfortablen Situation, für jedes Vorstandsamt Kandidaten zu haben, zum Teil sogar mehrere Bewerber, sodass die Mitglieder in den Genuss echter Wahlmöglichkeiten kämen, sagt Horsch. Nur bis jetzt eben nicht im Hinblick auf das Präsidentenamt.
Vize Martin Füllsack fällt überraschend aus
Hat es der Vorstand versäumt, rechtzeitig einen Nachfolger für Horsch aufzubauen? Nein, diesen Vorwurf weist der Präsident zurück. Sein Stellvertreter, Vizepräsident Martin Füllsack, sei als neuer Präsident vorgesehen gewesen. Doch sein Kollege habe vor kurzer Zeit ganz überraschend sein Geschäftsfeld enorm ausweiten müssen. Da habe der Füllsacksche Familienrat ein Machtwort gesprochen: Wenn der Familienvater nun auch noch zum Präsidenten des Golfclubs avanciere, sei er demnächst so gut wie überhaupt nie mehr zu Hause. Horsch, der in wenigen Tagen seinen 65. Geburtstag feiert, hat Verständnis dafür. Auch er beugt sich einem Familienrat, seinem Familienrat, und der hat „Stopp“ gesagt. Davon abgesehen, bekennt Horsch, sei er jetzt schon ziemlich froh, wenn er daran denke, dass er demnächst „in aller Ruhe golfen“ könne, ohne damit rechnen zu müssen, an jedem zweiten Loch mit Vorschlägen und Anregungen zum Clubgeschehen „verwöhnt zu werden“.
Horsch ist zuversichtlich: „Es wird sich jemand finden“
Angesichts der positiven Verfassung des Clubs ist Friedrich Horsch „im Grunde zuversichtlich“, bis zum 20. April einen Mann oder eine Frau aus den Reihen der gut 800 Mitglieder zu finden, der (oder die) bereit ist, das Spitzenamt zu übernehmen. Die Finanzen des Vereins seien in bester Ordnung, die wirtschaftliche Basis mit Pachtrechten bis 2033 gesichert und allfällige Ausbaupläne abrufbar und ausgearbeitet in den Schubladen der Vereinsverwaltung vorgeordnet. Dank der intensiven Jugendarbeit unter der Ägide von Sandra Füllsack kennt der Golfclub Konstanz, der im Jahr mit 10 fest angestellten Mitarbeitern über 1,5 Millionen Euro umsetzt, auch keine Nachwuchssorgen.





