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12. April 2012 | Er schuf Bildnisse zur Partnerschaft mit Konstanz

Lodi trauert um den grossen Künstler Pier Antonio Manca

Lodi/Konstanz (gro) Eines seiner Bilder ist seit 2010 ständig unterwegs zwischen Konstanz und Meersburg, eine Keramikarbeit, die symbolhaft auf die Partnerschaft von Lodi und Konstanz hinweist. Pier Antonio Manca hat es zur Taufe der neuen Fähre namens Lodi geschaffen. Ein weiteres Exemplar mit Motiven der beiden verschwisterten Städte und ihres gemeinsamen Kaisers Barbarossa, wurde vergangenen September an der viale IV Novembre im Stadtpark von Lodi eingeweiht (unser Bild). Manca wurde nur 65 Jahre alt, vor wenigen Tagen erlag er einem Krebsleiden, das er seit Jahren klaglos ertrug. Seine Zuversicht, die über das irdische Dasein weit hinaus wies, war so überzeugend wie sein Humor und seine Bescheidenheit. Pier Antonio Manca war ein grosser Künstler, ein Mulitalent, und er brachte es als Maler ebenso zur Meisterschaft wie als Bildhauer, als Keramikkünstler, als Kupferstecher, Holzschneider und als Schöpfer mystisch anmutender Assemblagen.

Sardische Wurzeln

Pier Manca, der vor bald 20 Jahren auch in Konstanz, im Bürgersaal, ausstellte, wurde in Bertonico, einem Dorf nahe Lodi, etwa 7 Kilometer südöstlch Richtung Cremona, 1947 geboren. Seine Eltern waren Sarden, und Pier Antonio kam schon als Kind nach Sardinien, wo er seine frühe Jugend verbrachte. Als Kunstlehrer kehrte er zurück aufs Festland. Er unterrichtete In Monza und Mailand, wo er später verschiedene Kunstinstitute leitete und war Mitbegründer des „Lyceo Artistico Callisto Piazza“ in Lodi, benannt nach dem bedeutendsten Künstler der aus Lodi stammenden Malerdynastie der Piazza, die im 16. Jahrhundert grossen Einfluss hatten.


Ein naturverbundener Friedensaktivist

Durch das Schaffen Pier Antonio Mancas zieht sich die Liebe zur Natur und die Sehnsucht nach Geborgenheit, vor allem seine Stiche und die in den vergangenen Jahren entstandenen Collagen mit Elementen ursprünglicher Heiligenverehrung zeugen von der tiefen Religiösität des Künstlers. Trotzdem wirken auch diese Arbeiten, selbst auf Betrachter aus nördlich nüchternen Breiten, nie kitschig, sondern innig und mystisch. Stets hat sich Manca mit seiner Kunst auch für den Frieden in der Welt stark gemacht. Manca, der zuletzt als freier Künstler in der Konstanzer Partnerstadt tätig war, war ferner einer der massgeblichen Designer der in Italien hochgeschätzten Keramikindustrie von Lodi. Seine Arbeit „Il posto delle aringhe“ („Der Platz der Heringe“) war vergangenen Monat Teil einer internationalen Ausstellung zum Thema „Naturarte“ („Kunst & Natur“).

Zuletzt ein Projekt für die geliebten alten Menschen

Pier Antonio Manca hat schier unzählige Ausstellungen bestritten, in Italien und im Ausland, alleine und in Gruppen mit befreundeten Künstlern, auch mit dem Maler Ugo Maffi, 72, einem weiteren herausragenden, unter anderem bei Kokoschka in die Lehre gegangenen Künstler der Stadt Lodi. Mancas letztes Projekt war ein Geschenk an alt gewordene Mitbürger seiner Heimatstadt Lodi, eine von ihm organisierte Ausstellung neuer Arbeiten unter dem Motto „Ich erinnere mich! Eine Reise in die Vergangenheit“. Manca hatte die Ausstellung im Altenheim „Santa Chiara“ vor zwei Wochen bei seinen “geliebten alten Mitbürgern” selber eröffnet. Bild: Erich Gropper




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