Dornröschen » Blog Archive » Die Wandmalereien in der Kirche der Schwarzen Mönche
Leserkommentare
 
Sponsoren
16. April 2012 | Morgen Dienstag Vortrag vor Ort

Die Wandmalereien in der Kirche der Schwarzen Mönche

Konstanz (gro) Sichtbar, aber geheimnisvoll: Als „kostbaren Schatz von höchster Bedeutung“ bezeichnet Pfarrer Manfred Hermann, 74, die Wandmalereien in der Dreifaltigkeitskirche. Hermann, Autor einer Broschüre zum besseren Kennenlernen des Gotteschauses, erzählt uns einiges über die Entstehungsgeschichte des Bilderbogens, der von Kaiser Sigismund gegen Ende des Konstanzer Konzils 1417 in Auftrag gegeben wurde. Noch viel besser Bescheid über die Kirche der Schwarzen Mönche und über die Fresken aus dem 15. Jahrhundert weiss Harald Derschka, der vergangenes Jahr die Geschichte des Gotteshauses und dessen Wandmalereien zum Thema seiner Antrittsvorlesung an der Universität Konstanz gemacht hatte. Morgen Dienstag erläutert Derschka seine Erkenntnisse vor Ort. Zu diesem Aufklärungsabend in der Kirche der Schwarzen Mönche, der um 18.15 Uhr beginnt, ist jedermann willkommen.

Hunderte von Jahren verborgen

Die Wandmalereien, die vom Konzilsgeschehen erzählen, waren Hunderte von Jahren verborgen und wurden erst 1906 und 1907 wieder freigelegt, und zwar während einer Renovierung, die vom damaligen Konstanzer Pfarrer Konrad Gröber, dem späteren Freiburger Erzbischof, auf den Weg gebracht worden war. Die jüngste Sanierung begann 1999, sie dauerte 7 Jahre und verschlang fast 10 Millionen Euro. 7,5 Millionen steuerte die Stadt Konstanz bei - als Ablösesumme. Für diesen Betrag ging das Gotteshaus zurück ans Erzbistum. Zuvor hatte die Dreifaltigkeitskirche rund 200 Jahre der Stadt gehört.


200 Jahre im Eigentum der Stadt

Der Augustinerorden, der die Kirche Ende des 13. Jahrhunderts erbaut hatte, übereignete das Gotteshaus samt Kloster und Liegenschaften 1802 im Vorfeld der von Napoleon wenige Jahre später verfügten Auflösung kirchlicher Güter an die Stadt; und zwar in weiser Voraussicht, denn so konnten die Augustiner als Gegenleistung herausschlagen, dass sich die Kommune auf „ewige Zeiten“ verpflichtete, die Kirche zu pflegen und zu erhalten und einen Pfarrer samt Pfarrhaus zu bezahlen. Wegen ihrer schwarzen Kutte, die mit einem Ledergürtel zusammengehalten wurde und wegen der schwarzen Kapuzen nannte man die Augustiner auch die “Schwarzen Mönche”.

Neue Erkenntnisse über Hintergründe

So ungewöhnlich wie die Geschichte der Kirche ist die Geschichte der so genannten Konzilsfresken, die von drei Konstanzer Malern geschaffen wurden, von Heinrich Grübel, Kaspar Sünder und Hans Lederhoser. Die Fresken gelten als Meisterwerke, trotzdem kennt man von den drei genannten Künstlern keine weiteren Werke. Hinzu kommt, dass die Fresken bis heute Rätsel aufgeben. Historiker Derschka ist mit seinen Nachforschungen zu neuen Erkenntnissen gelangt, die er morgen bei seinem Vortrag in der Dreifaltigkeitskirche darlegen wird. Bild: Frieder Schindele




 Kommentieren    Trackback    Drucken

Noch keine Kommentare

Neuen Kommentar schreiben ...