Weitere 47 Arbeitsplätze zum Jahresende weg
Konstanz (gro) Das Regionalbüro der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) schliesst zum Jahresende. Damit gehen in Konstanz 47 Arbeitsplätze verloren. Begründet wird die Aufgabe des Regionalbüros in der Zeppelinstrasse (unweit der Mainaustrasse) mit dem Wegfall der so genannten Praxisgebühr, die seit Jahresbeginn wieder abgeschafft ist. Diese Begründung stösst auf Kritik. Den Beschäftigten wird angeboten, in Freiburg, Stuttgart oder Reutlingen weiter zu arbeiten.
Irritierender Hinweis auf die Praxisgebühr
Die Kassenärztliche Vereinigung ist das Bindeglied zwischen Ärzteschaft und gesetzlichen Krankenkassen bei der Berechnung und Verteilung des Honorars für ärztliche Leistungen. Finanziert wird die Arbeit der KV durch Beiträge der Ärzteschaft. Insofern wirkt die Schliessungsbegründung mit dem Hinweis auf den Wegfall der Praxisgebühr irritierend. Denn die Praxisgebührt floss in vollem Umfang an die Krankenkassen.
Seit Jahren unter Druck
Die Kassenärztliche Vereinigung, die nach Bundesländern organisiert ist, steht seit Jahren unter Spardruck, und zwar einerseits durch die Ärzteschaft, die es teilweise leid ist, „diesen Wasserkopf“ zu finanzieren, zum anderen durch die Politik, die ebenfalls zu mehr Sparsamkeit auffordert. Der Druck richtet sich vor allem gegen die hohen Funktionäre der KV auf Landes- und Bundesebene, die jährliche Vergütungen zwischen 180.000 und 350.000 Euro kassieren.
Bis jetzt trifft es vor allem die Kleinverdiener
Während die oberen Funktionäre in finanzieller Hinsicht anscheinend unangetastet bleiben, wird, so weit dies bislang erkennbar ist, vor allem „unten“, bei den Kleinverdienern, eingespart. Entsprechend schlecht ist die Stimmung an der Basis der KV. Die Beschäftigten können sich dazu öffentlich nicht äussern; ihnen ist, wie wiederholt bestätigt wurde, ein Maulkorb verpasst worden.
Profitiert die Ärzteschaft von der Entlastung?
Die KV profitiert nicht nur von der Einsparung der Arbeitsplätze, sondern auch von der Aufgabe des Domizils. So fallen künftig keine Betriebskosten mehr an, die mit jährlich 100.000 Euro veranschlagt werden. Und der Verkehrswert des Hauses in der Zeppelinstrasse 9 -11, das 1913 erbaut und 1967 sowie 1975 erweitert wurde und eine Nutzfläche von 1300 Quadratmetern hat, wird von Fachleuten auf etwa 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Innerhalb der Ärzteschaft ist man gespannt, wem die Millionen-Einsparung zu Gute kommt. Eigentlich sollte das frei werdende Geld den Ärzten zufliessen, die schliesslich bisher das Regionalbüro mit seinen 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern finanziert haben.





