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13. Mai 2013 | Neues Gremium soll helfen – Aber wem?

Neuer Ausschuss soll die Konstanzer Wirtschaft fördern

Konstanz (gro) Ein neuer Ausschuss soll bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Hilfestellung geben. In dem Gremium, das vom Gemeinderat am Donnerstag dieser Woche förmlich beschlossen werden soll, sollen 13 Mitglieder des Gemeinderats sitzen, dazu neun so genannte sachkundige Mitbürger, unter ihren die Rektoren von Uni und Fachhochschule, zwei Banker, eine Unternehmerin und zwei Unternehmer sowie die Spitzenvertreter von IHK und Handwerkskammer. Insgesamt soll der Ausschuss, dem Oberbürgermeister Uli Burchardt vorsitzen wird, 25 Mitglieder bekommen. Wem genau das Gremium helfen soll, ist nicht ersichtlich.

Der Wunsch ist dreieinnhalb Monate alt

Den Wunsch, einen solchen Wirtschafts-Ausschuss (WA) zu gründen, äusserte der Gemeinderat vor dreieinhalb Monaten, am 31. Januar dieses Jahres, unter dem Eindruck der Tatsache, dass in Konstanz durch den Verkauf von Nycomed weitere 1000 Arbeitsplätze verloren gehen und gleichzeitig noch mehr Gewerbebauten leerstehen werden. Hinzu kam die Nachricht, dass Siemens beabsichtige, seine Sparte Postautomation (die frühere Electrocom GmbH) zu verkaufen, wodurch weitere 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

Die schlechten Nachrichten reissen nicht ab

Seit dem Beschluss vom 31. Januar kam es zu weiteren schlechten Nachrichten: Die Zentrale der Spedition Transco wandert ab nach Singen und zum Jahresende schliesst das Regionalbüro der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), unterm Strich ein Verlust von weiteren 200 Arbeitsplätzen. Ausserdem sind die Solar-Tech-Unternehmen Centrotherm und Sunways in Schwierigkeiten. Und dem neu gebauten, so genannten Kompetenzzentrum am Seerhein geht es auch nicht gut.


Nur noch eine Formsache

Die Stadtverwaltung hat die Bildung des Wirtschaftsausschusses inzwischen weitgehend vollzogen, indem sie die Bereitschaft der potenziellen Mitglieder und ihrer Stellvertreter ermittelte. Insofern handelt es sich bei dem bevorstehenden Beschluss am Donnerstag nur noch um eine Formsache. In dem entsprechenden Papier sind auch die Ziele des Ausschusses genannt: Konstanzer Entwicklungspotenziale definieren, Informationen (etwa vom Wirtschaftsförderungsamt) einholen und Zukunftsthemen (Visionen?) erörtern. Nicht ersichtlich ist aus det Vorlage, wem der Auschuss, der beratende Funktion hat, helfen soll: dem Wirtschaftsförderungsamt, den beiden Kammern (IHK und Hanwerkskammer), Wirtschaftsverbänden, dem Gemeinderat oder allgemein der Stadtverwaltung?

Höchstens zweimal im Jahr

Der neue Ausschuss soll nach Auffassung der Verwaltung, einmal, höchstens zweimal im Jahr tagen. In der Vorlage zur Sitzung am Donnerstag wird auf die hohe Bedeutung des nun leerstehenden Takeda-Areals (früher Nycomed, zuvor Altana Pharma) hingewiesen. Doch inzwischen dürfte vom bald verwaisten Transco-Areal eine städtebaulich mindestens ebenso grosse Bedeutung ausgehen.

In Singen wird gerade das Woolworth-Haus saniert

In den vergangenen 25 Jahren hat der Standort Konstanz für überregional wirkende Institutionen, Behörden und Industriebetriebe kontinuierlich an Bedeutung verloren. Das reicht vom Niedergang der Firma Stromeyer und dem Abzug der DB-Generalvertretung samt dem Bahn-Betriebsamt über den Verlust der Hauptpost und der Telecom-Gebietszentrale über den Rückzug von Siemens-Nixdorf und Océ sowie dem Verkauf der Altana Pharma AG bis hinab zur Aufgabe der Aussenstelle des Strassenbauamts, bis zur Verlagerung des Grundbuchamts und bis zum Verkauf des Woolworth-Warenhauses, dessen Singener Pendant, zum Beispiel, gerade saniert wird. Bild: fs.



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2 Kommentare

  1. 1. Kultur

    Na da wird sich aber das “Kompetenzzentrum” freuen, dass es endlich mal paar Mieter bekommt.

  2. 2. Wolfgang Becker aus KN | http://www.fahrrad-infra.de/

    Da gibt es die Wirtschaftsförderung,
    das Stadtmarketing, welches sich als Verkehrswacht und Veranstaltungsorganisator einen Namen mach
    und nun noch einen Wirtschafts-Ausschuss.

    Alle haben irgendwie „nur“ die Aufgabe, die Zukunft der Stadt, der Arbeitsplätze der hier lebenden Menschen, zu sichern bzw. die Stadt als lohnenden Standort zu vermarkten.

    Wie wäre es mit dem Ziel => das Düsseldorf vom Bodensee zuwerden?

    Nicht Ramsch sondern Klasse.
    Nicht Masse sonder Einmaligkeit.

    Es muss Freude machen hier zu flanieren und einzukaufen.

    Wo Konstanz zur Zeit stehen, das sieht man beim Vergleich der Waren der überregional tätigen Geschäften, denn sie passen sich ihrem Umfeld und der Nachfrage an.

    Zu einem Düsseldorf vom Bodensee
    passt der Wunsch nach einer Neuauflage von Woolworth-Warenhauses nicht gerade.
    Auch das Seerheincenter, es liegt im bevölkerungsreicher Stadtteil, zieht Menschen nicht gerade an.
    Die Rad-Abstellanlage, Eigentum der Stadt, sowie das Haus sollten dringend auf den Stand der Technik gebracht werden.
    Dann kommen auch andere Geschäfte und neue Kundenschichten.

    Vielleicht sollte man mal mit diesem Gedankengang beginnen.

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