Der Revolutionär kommt als Vizepräsident
Konstanz/Caracas (gro) Einst drückte er im Ellenriedergymnasium die Schulbank, heute ist er einer der einflussreichsten Politiker Süd- und Mittelamerikas: Carolus Wimmer, 65, der am kommenden Dienstag, 4. Juni, im Konstanzer „Barbarosssa“ spricht. Wimmer, ein gebürtiger Münchener, der am Bodensee studierte, entschloss sich vor 43 Jahren, beim revolutionären Aufbruch in Venezuela anzuheuern. Inzwischen ist Wimmer Vizepräsident des Lateinamerikanischen Parlaments mit Sitz in Panama. Es repräsentiert 23 Länder des amerikanischen Subkontinents von Mexiko bis Argentinien und ist ein Gegenstück zum Europäischen Parlament in Strassburg.
Von der Macht der alten Eliten …
Wimmer spricht im „Barbarossa“ zum Thema „Venezuela nach Chavez“. Es geht dabei um aktuelle Politik, und die Neuigkeiten, mit denen Wimmer aufwarten wird, dürften streckenweise eine Art Gegeninformation zum üblichen Informationsfluss bilden. Es geht dabei um die Macht der alten Eliten in Venezuela, die von Hugo Chavez 1998 in die Opposition gedrängt wurden und laut Wimmer nach wie vor eng mit den USA verbunden sind. Nach dem Tod des linksgerichteten Staatspräsidenten im vergangenen März und nach dem äusserst knappen Sieg von Chavez` Nachfolger Nicolás Maduro wittere die Opposition, die ihre alten Privilegien zurück haben wolle, Morgenluft.
… und von den Versäumnissen der Linken
An dem knappen Wahlergebnis vom April (50,8 Prozent für Maduro) sei die regierende Linksbewegung, die nach einem von Chavez ausgerufenen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ strebt, auch selber schuld, heisst es in Caracas. Nach wie vor gebe es in Venezuela eine hohe Inflation, Vetternwirtschaft und die Verschwendung öffentlicher Gelder. Solche Probleme seien Ausdruck von Versäumnissen, die den Kampf um soziale Emanzipation bei allen Erfolgen trübten. Es gehe nun darum, die Lage zu stabilisieren, um zu verhindern, dass die „kapitalistischen Machtverhältnisse“ mit ihren massiven Ungerechtigkeiten wieder hergestellt werden. (Fortsetzung nach der Anzeige)
Längst Heimatland
Caracas, Venezuelas Hauptstadt, wo Carolus Wimmer eine Familie gründete und als Mitglied der Kommunistischen Partei in die Nationalversammlung kam, ist längst die Heimat des ehemaligen Wahlkonstanzers. 2005 wurde Wimmer als einer von 12 venezolanischen Kandidaten ins neu gegründete Lateinamerikanische Parlament gewählt, das zunächst seinen Sitz im brasilianischen Sao Paolo bekam. Inzwischen ist Wimmer zum Vizepräsidenten des nach Panama umgezogenen Parlaments aufgerückt, Wimmer ist ausserdem Internationaler Sekretär der KP Venezuelas.
Der politische Abend mit Carolus Wimmer am kommenden Dienstag im „Barbarossa“ wird veranstaltet von der Partei Die Linke. Bild: Frieder Schindele
Beginn ist um 19.30 Uhr.






Liebe Ewig-Gestrigen, liebe Linke, liebe Kommunisten, lieber Herr Wimmer,
alle Staatsmodelle mit den Attributen links, sozialistisch und kommunistisch sind gescheitert oder sind am Scheitern. In keinem einzigen Fall ging es oder geht es der Bevölkerung auch nur annähernd wirtschaftlich gut. In Extremfällen (Nordkorea) ist sogar das Verhungern an der Tagesordnung. Auch die mit deutscher Akribie betriebene DDR war de facto ab 1977 pleite (Kaffee Mix. Kaffeekrise in der DDR) und hing fortan am Tropf des Kapitalismus. Eine weitere unangenehme Begleiterscheinung dieser Staatsmodelle sind Spitzel, politische Gefangenschaften bis hin zur Hinrichtung und Schüsse in den Rücken, beim Versuch das Land zu verlassen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Gästen viel Spaß beim Utopieabend und beim gemeinsamen Traum von der Gleichheit aller Menschen. Es wird ein Traum bleiben
Lieber `Realist’ -
haben Sie wirklich nicht mehr das
faschistische Chile im Kopf -
wenn Sie vor allem (schlimmen!!!!)
Kommunismus warnen?
@ Bern 75
Gerne beantworte ich Deinen Einwurf. Du hast ebenso Recht, wie ich die politische Situation in Chile unter Pinochet nicht vergessen habe. Schließlich bin ich ein „homo politicus“. Aber den Faschismus durch den Sozialismus / Kommunismus zu ersetzen ist den Teufel mit dem Belzebub austreiben. (Nicht vergessen: Der Sozialismus ist die angeblich notwendige Vorstufe auf dem Weg zum Kommunismus. Nur dass leider alle Staaten in der Vorstufe stecken geblieben sind und somit den Kommunismus in seiner Reinform ad absurdum geführt haben und zur Utopie werden ließen).
Warum also vom einen Extrem (Faschismus) ins andere Extrem (Sozialismus) verfallen, anstatt einen sinnvollen Mittelweg frei von Extremen zu gehen? Die Demokratie! Darum bin ich doch schließlich ein überzeugter Verfechter der freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Weil sie eben nicht extrem ist. Sicher gibt es auch hier fortlaufend etwas zu verbessern und zu korrigieren, aber die Grundsätze sind in Ordnung.
Aber zurück zum Sozialismus, der Vorstufe zum noch nie in der Realität zustande gekommenen Kommunismus. Die erfolgreichsten Lehrer der Stasi der DDR waren die ehemaligen Gestapo Offiziere der NSDAP. Die Extreme berühren sich. Es ist egal, ob die Tiefbraunen oder die Tiefroten morgens um fünf an deiner Tür läuten. Es sind die dieselben, nur umlackiert. Man hat alte „Braune“ einfach „Rot“ gespritzt und schon war der Sozialismus fertig. Was nützt es einem Volk, wenn es von den Faschisten befreit den Sozialisten in die Hände fällt? Nichts! Wir hatten das doch vierzig Jahre im eigenen Land. Der einzige Unterschied war, dass die DDR keinen Welteroberungswahn hatte. Das könnte aber auch am Devisenmangel gelegen haben (kleiner Scherz am Rande), denn der (nicht existierende) Kommunismus hätte schon gerne die Welt erobert (Die Internationale).
Wenn es eine Staatsform gibt, die ich allen Ländern und Völkern wünsche, dann ist es die Demokratie. Fazit: Weg mit allem Mist namens Faschismus, Sozialismus, Kommunismus, usw. Bitte mehr Demokratie. Danke.