Kandidat der Linken in Lodi nach erstem Wahlgang vorn
Lodi (gro) Der nächste Bürgermeister von Lodi wird wohl aus dem linken politischen Lager kommen. Simone Uggetti, 39 Jahre alt, Architekt und vom Partito Democratico (PD) unterstützt, konnte im ersten Wahlgang 43 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Auf den zweiten Platz kam Giuliana Cominetti mit 34 Prozent. Die junge Verwaltungsbeamte, die auch in Konstanz wohlbekannt ist, erzielte damit einen Achtungserfolg. Die Stichwahl ist am Sonntag kommender Woche.
Zur Zeit regiert ein Commissario
Die Bürgermeisterwahl wurde nötig, weil die lombardische Partnerstadt seit Januar 2013 von Vittorio Zapalorto, einem Kommissar (commissario prefettizio) regiert wird, den der Präfekt, der oberste Polizeibeamte der Stadt, ernannt hat. Zu dieser Massnahme kam es, nachdem Lorenzo Guerini sein Amt als Bürgermeister Endes des vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Guerini war 2005 gewählt und 2010 als Stadtoberhaupt bestätigt worden.
Unterstützung aus der Hochburg der Rechten
Dass Simone Uggetti im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte, wird in Lodi als kleine Sensation empfunden. Der parteilose Architekt, der auch einmal ins Stadtperlament gewählt worden war, wird vom PD, dem Sammelbecken der Mitte-Links-Gruppierungen unterstützt. Besonders bemerkenswert ist, dass Uggetti überraschend viele Stimmen von den Wählern im historischen Zentrum der Stadt bekam, der traditionellen Hochburg der eher rechtsgerichteten Berlusconi-Anhänger und Sympathisanten der Lega Nord.
Der bewährte Weg der politischen Fairness
Die 34 Prozent der Stimmen, die Giulia Cominetti auf sich vereinigen konnte, bedeuten einen imponierenden Achtungserfolg. Sie wird von einem bürgerlichen bürgerlichen Lager unterstützt, in dem man noch keineswegs aufgibt. Trotz der Spannung, die in der lombardischen Partnerstadt herrscht, dürfte der Wahlkampf bis zuletzt ausgesprochen fair bleiben. Wer glaube, es komme zu besonders kontroversen Debatten vor der Stichwahl, werde wohl enttäuscht, sagte Giuliana Cominetti; sie selber sehe jedenfalls keinen Anlass, den bewährten Weg der Fairness zuverlassen.
In Konstanz die Partnerstadt Lodi vertreten
Etliche Konstanzerinnen und Konstanzer werden Giulia Cominetti übernächsten Sonntag den Daumen halten. Sie ist hierzulande als Botschafterin der lombardischen Partnerstadt wohlbekannt. Mehrmals hat sie Bürgermeisiter Guerini in Konstanz vertreten. Sie ist ausserdem die Ansprechpartnerin für Claus Dieter Hirt, den Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Konstanz.





